11, 31[1-70] Winter 1884-85

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Die practische Überwindung der Moral.

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In Zarathustra 4 ist nöthig: genau zu sagen, weshalb jetzt die Zeit des großen Mittags kommt: also eine Zeitschilderung, durch die Besuche gegeben, aber interpretirt von Zarathustra.

In Zarathustra 4 ist nöthig: genau zu sagen, weshalb das “ausgewählte Volkerst geschaffen werden mußte—es ist der Gegensatz der wohlgerathenen höheren Naturen im Gegensatz zu den Mißrathenen (durch die Besucher charakterisirt): nur an diese kann sich Zarathustra über die letzten Probleme mittheilen, nur ihnen kann er die Thätigkeit zu dieser Theorie zumuthen (sie sind stark und gesund und hart genug dazu, vor allem edel genug!) und ihnen den Hammer über die Erde in die Hand geben.

in Zarathustra ist also zu schildern:

1) die äußerste Gefahr des höheren Typus (wobei Zarathustra an sein erstes Auftreten erinnert)
2) die Guten nehmen jetzt gegen den höheren Menschen Partei: das ist die gefährlichste Wendung! (—gegen die Ausnahme!)
3) die Vereinsamten, Nicht-Erzogenen, Sich-falsch-Erklärenden entarten, und ihre Entartung wird als Gegengrund gegen ihre Existenz empfunden (“Genie-Neurose!”)
4) Zarathustra muß erklären, was er gethan hat, als er zur Auswanderung rieth nach den Inseln, und wozu er sie besuchte (1. und 2.) (—sie waren noch nicht reif für seine letzten Offenbarungen?)

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In Zarathustra 6 die große Synthesis des Schaffenden, Liebenden, Vernichtenden

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In Zarathustra 4: der große Gedanke als Medusenhaupt: alle Züge der Welt werden starr, ein gefrorener Todeskampf.

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Sprachst du von dir oder von mir? Aber ob du nun mich oder dich verriethest, du gehörst zu den Verräthern, du, der Dichter!

— schamlos gegen das, was du lebtest, dein Erlebniß ausbeutend, dein Geliebtestes zudringlichen Augen preisgebend, dein Blut in alle trocken ausgetrunknen Becher eingießend, du Eitelster!

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das Genie sieht Zarathustra wie die Verkörperung seines Gedankens

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Endlich: öffne deine Augen, sieh die ganze Wahrheit: Sein oder Nicht-sein des höheren Menschen!!

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“Dies nun, o Zarathustra ist dein Elend! Täusche dich nicht: der Anblick der Vielen machte dich düster, weil sie bescheiden und niedrig sind? Aber die Einsamen sind viel mehr mißrathen”—Dagegen führt Zarathustra die Gründe an

1) vom großen Fehlgriff des Mitleidens—man hat alles Schwache Leidende erhalten

2) man hat “gleich und gleich” gelehrt und dadurch die Einsiedler um das gute Gewissen gebracht—zur Heuchelei genöthigt und zum Kriechen

3) die herrschenden Stände haben den Glauben an den höheren Menschen schlecht repräsentirt, zum Theil vernichtet

4) das ungeheure Reich des Häßlichen, wo der Pöbel herrscht: da kleidet sich die vornehmste Seele in Lumpen und will lieber noch die Häßlichkeit übertreiben

5) Es fehlt alle Erziehung für sie; sie müssen sich verpanzern und entstellen, um etwas von sich zu retten.

in summa: der Nothschrei des höheren Menschen an Zarathustra. Zarathustra ermahnt sie zur Geduld, schaudert selber über sich: “es ist Nichts, was ich nicht selber erlebt habe!,” vertröstet sich seine Glückseligen und begreift: “es ist höchste Zeit.” Unmuth ausbrechend und Hohn über seine Hoffnungen in Betreff der Glückseligen. “Du willst uns nicht helfen? Verhilf uns zu einer großen Rache!” Du bist hart gegen die Unglücklichen!— Ziehen ab.

Mißtrauen und Angst bei Zarathustra zurück geblieben. Er sendet die Thiere aus.

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Zarathustra 4. (Plan.)

1. Das Honig-Opfer.
 2. Nothschrei des höheren Menschen. Schwarm. (c. 50 Seiten)
 3. Zarathustra’s Mitleiden auf der Höhe—aber hart; bleibt bei seiner Aufgabe—“es ist nicht Zeit”
 4. Verhöhnung Zarathustra’s. Abzug, während der Wahrsager einen Stachel zurückläßt.
 5. Sendet die Thiere aus, voll Angst.
 6. Siebente Einsamkeit:—zuletztMedusenhaupt.” (c. 40 Seiten)
 7. Der Heilige besiegt ihn. Krisis. Plötzlich aufspringend. (Scharfer Contrast der frommen Ergebung)
 8. “An die große Natur.” Siegeslied.
9. Löwe und Taubenschwarm. Rückkehr der Thiere (begreift, daß alle Vorzeichen da sind). Die Botschaft.
10. Letzter Abschied von der Höhle (das Tröstliche der ewigen Wiederkunft zeigt zum ersten Mal sein Gesicht)

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1 der Unstäte, Heimatlose, Wanderer—der sein Volk verlernt hat zu lieben, weil er viele Völker liebt, der gute Europäer.
 2 der düstere ehrgeizige Sohn des Volkes, scheu, einsam, zu allem bereit, der Einsamkeit wählt, um nicht Zerstörer zu sein—bietet sich als Werkzeug an
 3 der Verehrer der facta, “das Gehirn des Blutegels,” voll schlechten Gewissens aus Übermaaß, will sich los sein! Das feinste intellektuelle Gewissen
4 der Dichter, im Grunde nach wilder Freiheit gelüstend wählt die Einsamkeit und die Strenge der Erkenntniß.
5 der häßlichste Mensch, welcher sich dekoriren muß (historischer Sinn) und immer ein neues Gewand sucht: er will seinen Anblick erträglich machen und geht endlich in die Einsamkeit, um nicht gesehen zu werden—er schämt sich.
6 der Erfinder neuer Rausch-Mittel, Musiker, der Bezauberer, der endlich vor einem liebevollen Herzen sich niederwirft und sagt: nicht zu mir! sondern zu jenem will ich euch führen!”
7 der Reiche, der Alles weggegeben und Jeden fragt: “bei dir ist irgendein Überfluß: gieb mir davon!” als Bettler
8 Die Könige, der Herrschaft entsagend: wir suchen den, der würdiger ist zu herrschen!”
9 das Genie (als Anfall von Wahnsinn) erfrierend aus Mangel an Liebe “ich bin kein Gedanke und auch kein Gott”—große Zärtlichkeit “Man muß ihn mehr lieben!”
10 die Schauspieler des Glücks
11 die zwei Könige, gegen die “Gleichheit”: es fehlt der große Mensch und folglich die Ehrfurcht
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die Guten
die Frommen
die “Für sich’s” und Heiligen
 und ihr Wahn
“für Gott” das ist mein
“für mich.”
Bedürfniß nach unbegrenztem Vertrauen, Atheism, Theismus
schwermüthig-entschlossen
das Medusenhaupt

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Entwurf.

Das Honigopfer.
Der Nothschrei. Gespräch mit den Königen.
 Der gute Europäer—erzählt von den Unfällen auf dem Meer.
 Das Hirn des Blutegels.
 Der freiwillige Bettler.
 Der Bezauberer.
 Der häßlichste Mensch. (Volk.)
Die Begrüßung.
Das Abendmahl.
Das Lied des Zauberers.
 Von der Wissenschaft.
 Von dem höheren Menschen.
Die Rosenrede.
 Der Einsiedler erzählt den Untergang.
 Von der 7 Einsamkeit.
 Der Erfrierende.
 Der Schwur.
 Der letzte Besuch der Höhle: Botschaft der Freude. Dort schläft er. Morgens steht er auf. Der lachende Löwe.
— große Verwandlung und Verhärtung: in wenigen Worten. “Ich” vermeiden.
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10 zu machen

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Wohin willst du? fragte er laut, und seine Stimme kam fremd und verwandelt zu ihm zurück.— “Ich weiß es nicht”

Und deine Thiere—wo sind deine Thiere?

Oh Zarathustra nun lebt keiner mehr, den du liebst!— er warf sich auf den Boden hin, und schrie vor Schmerz und grub seine Hände in den Boden.

Und Alles war umsonst!

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Wenn mir etwas mißräth: bin ich deshalb mißrathen? Und mißrathe ich selber, was liegt an mir? Ist der Mensch deshalb mißrathen?

Das ist Krankheit und Fieber.

31 [14]

der lachende Löwe—“noch vor 2 Monden hätte dies zu sehn mir das Herz im Leibe umgedreht

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Ihr kamt gerade noch vor dem Thorschluß meines Herzens: ich vergab es euch noch nicht, daß ihr in der 12ten Stunde erst hinein wollt.

31 [16]

1 Bis zur vollständigen Enthüllung des Einsiedlers.
2 Aus der siebenten Einsamkeit.
3 Entschluß, “willst du das Alles noch einmal, all dies Warten usw.—” ich will! (Geht ab schwarz in die Nacht)
4. Am frühesten Morgen. Der lachende Löwe, die Botschaft, aber hart und streng, aber glühend.

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Zarathustra zerbricht sein Herz gegen seine Freunde
gegen seine Thiere.
gegen alles, was er geliebt hat
ganz Wille zum Mittag.
Schluß: Dithyrambisches Zerbrechen seines Herzens

31 [18]

(sage ihnen, daß ich schon neue Freunde habe —

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(du bist jünger als diese Kinder. Ist das die zweite Kindheit, von der man mir sprach? Zarathustra 6)

31 [20]

Also stand Zarathustra auf wie eine Morgensonne, die aus den Bergen kommt: stark und glühend schritt er daher—hin zum großen Mittage, nach dem sein Wille begehrte, und hinab zu seinem Untergange.

31 [21]

Der Löwe aber leckte die Thränen, welche auf die Hände Zarathustras niedertropften. Sein Herz war im Innersten bewegt und umgewendet, aber er sprach kein Wort. Man sagt aber, daß der Adler, eifersüchtig, dem Treiben des Löwen zugeschaut habe usw.

Endlich erhob sich Zarathustra von dem Steine, auf dem er geruht hatte: wie eine Morgensonne stand er auf, die aus den Bergen kommt, stark und glühend, zum usw.

31 [22]

1 Mitternachts.
2 Aus der siebenten Einsamkeit.
 Die Genesung.
4 Der Schwur auf der Hand des Einsiedlers.
5. Die Botschaft der Freunde und der lachende Löwe.

31 [23]

— Dasselbe bezeugt auch der Löwe, aber nur zur Hälfte: denn er ist auf Einein Auge blind.

31 [24]

— und sie lachten beide aus vollem Halse. “Was wissen wir Dichter uns doch zu putzen und aufzustutzen! Ich meine usw.

31 [25]

— ein Trieb der Selbst-Zerstörung: nach Erkenntnissen greifen, die einem allen Halt und alle Kraft rauben

31 [26]

— wenn ihr das Gesetz von Lust und Unlust über euch fühlt und kein höheres: nun, wohlan, so wählt euch die angenehmsten und nicht die wahrscheinlichsten Meinungen: wozu bei euch Atheismus!

31 [27]

— so wie die niederen Menschen zu Gott aufsahen, sollten wir billigerweise einmal zu meinem Übermenschen aufsehen. Zarathustra 6.

31 [28]

— der Gegensatz von Atheism und Theism ist nicht: “Wahrheit” und “Unwahrheit,” sondern daß wir uns eine Hypothese nicht mehr gestatten, die wir Anderen recht gern noch gestatten (mehr noch!) Die Frömmigkeit ist die einzig erträgliche Form des gemeinen Menschen: wir wollen, daß das Volk religiös wird, damit wir nicht Ekel vor ihm empfinden: wie jetzt, wo der Anblick der Massen ekelhaft ist.

31 [29]

— wir stellen uns gefährlicher hin und geben uns vielmehr dem Schmerze, dem Gefühl der Entbehrung hin: unser Atheismus ist ein Suchen nach Unglück, wofür die gemeine Art Mensch gar kein Verständniß im Leibe hat.

31 [30]

Mittag und Ewigkeit.
Von
Friedrich Nietzsche.
Erster Theil: die Versuchung Zarathustras.

31 [31]

Bei abgehellter Luft, wenn schon des Thaus Tröstung zur Erde niederquillt, unsichtbar, auch ungehört —

— denn zartes Schuhwerk trägt der Tröster Thau,

gedenkst du da, gedenkst du, heißes Herz, wie einst du durstetest, nach himmlischen Thränen und Thaugeträufel versengt und müde durstetest?

— dieweil auf gelben Gras-Pfaden boshaft abendliche Sonnenblicke durch schwarze Bäume um dich liefen, blendende Sonnenblitze, schadenfrohe.

Der Wahrheit Freier du?—so höhnten sie—Nein! Nur ein Zauberer! Ein Thier, ein listiges raubendes, schleichendes, das lügen muß,

das wissentlich willentlich lügen muß, nach Beute lüstern, bunt verlarvt, sich selber Larve, sich selbst zur Beute —

Das—der Wahrheit Freier? Nein! Nur Narr! Nur Dichter! Buntes redend, aus Narren-Larven bunt herausschreiend, herumsteigend auf lügnerischen Regenbogen-Dunst-brücken —

nicht still gleich denen, die du sahst, starr, glatt, kalt, zum Bilde worden, zur Gottes-Säule, aufgestellt vor Tempeln, eines Gottes Thürwart —

nein, feindselig solchen Wahrheits-Standbildern, voll Katzen-Muthwillens, der durch jedes Fenster springt in jeden Zufall, in jeder Wildniß heimischer als vor Tempeln,

jedem Urwalde sehnlicher zuschnüffelnd, daß du drin mit lüsternen Lefzen liefest, gleich buntgefleckten Raubthieren sündlich-gesund und schön, selig-höhnisch und selig-blutgierig.

Oder dem Adler gleich, der lange starr in Abgründe blickt, in seine Abgründe, die sich hinab in immer tiefere Tiefen ringeln,

dann, plötzlich, geraden Zugs, gezückten Flugs, hinab auf Lämmer stoßen, jach hinab, heißhungrig, gram allen Lammsseelen und was nur blickt mit schafmäßigem krauswolligem Lämmer-Wohlwollen:

— also adlerhaft, pantherhaft sind des Zauberers Sehnsüchte, sind deine Sehnsüchte unter tausend Larven, du Narr! du Dichter!

Der du den Menschen schautest so Gott als Schaf: den Gott zerreißend im Menschen und das Schaf im Menschen zerreißend lachen

Das, Das ist deine Seligkeit! Eines Panthers und Adlers Seligkeit! Eines Zauberers und Narren Seligkeit! — —

Bei abgehellter Luft, wenn schon des Monds Sichel grün zwischen Purpurröthen und neidisch hinschleicht,

— dem Tage feind, mit jedem Schritte heimlich an Rosen-Hängematten hinsichelnd, bis sie sinken, nacht-abwärts blaß hin-absinken:—

so sank ich selber einstmals aus meinem Wahrheits-Wahnsinn, aus meinen Tages-Sehnsüchten, des Tages müde, krank vom Lichte—sank abwärts, abendwärts, schattenwärts,

von Einer Wahrheit verbrannt und durstig:—gedenkst du noch, gedenkst du, heißes Herz, wie da du durstetest? —

daß ich verbannt sei von aller Wahrheit! Nur Narr! Nur Dichter! — —

31 [32]

Wer wärmt mich, wer liebt mich noch? Gebt heiße Hände, gebt Herzens-Kohlenbecken!

Hingestreckt, schaudernd, Halbtodtem gleich, dem man die Füße wärmt, geschüttelt, ach! von unbekannten Fiebern, zitternd vor spitzen eisigen Frost-Pfeilen —

von dir gejagt, Gedanke! Unnennbarer, Verhüllter, Schöpferischer! Du Jäger hinter Wolken!

Darniedergeblitzt von dir, du plötzlich Auge, das mich aus Dunklem anblickt

— so liege ich, biege mich, winde mich, gequält von allen ewigen Martern, getroffen von dir, grausamster ewiger Jäger, du unbekannter Gott!

Triff tiefer, triff Ein Mal noch! Zerstich, zerbrich dies Herz! Was soll dies Martern mit zähnestumpfen Pfeilen?

Was blickst du wieder, der Menschen-Qual nicht müde, mit schadenfrohen Götter-Blitz-Augen? Nicht tödten willst du? Nur martern, martern?

Der du auch des Nachts heranschleichst, mich eifersüchtig athmen hörst, mein Herz behorchst, in meine Träume einsteigst,

in meine Träume gespitzte Zweifel und Pfeile werfend, herz-zerstechende: allzeit bereiter Henker-Gott, wozu!

Wozu mich martern? Was willst du dir erfoltern? Was willst du, daß ich rede?

Oder soll ich dem Hunde gleich vor dir mich wälzen, hingebend-begeistert-außer-mir dir Liebe zuwedeln?

Umsonst! Stich weiter, grausamster Stachel! Nein, kein Hund—dein Wild nur bin ich, grausamster Jäger!

Dein stolzester Gefangner, du Räuber hinter Wolken! Sprich endlich, was willst du, Wegelagerer, von mir? —

Du Blitz-Verhüllter, Unbekannter, sprich, du mein Gedanke: was willst du, unbekannter—Gott? —

Wie? Lösegeld? Was willst du Lösegelds? Verlange Viel—das räth mein Stolz. Und rede kurz—das räth mein andrer Stolz!

Haha! Mich willst du? Mich—mich ganz? Haha! Und marterst mich, Narr, der du bist, zermarterst meinen Stolz?

Gieb Liebe mir—wer wärmt mich noch, wer liebt mich noch! Gieb heiße Hände, gieb Herzens-Kohlenbecken —

gieb mir dem Einsamsten, den Kälte selbst nach Feinden, nach Feinden schmachten lehrt—gieb, ja ergieb, grausamster Feind mir—dich!

— Ha! Davon! Da floh er selber, mein letzter einziger Genoß! mein großer Feind! Mein Unbekannter! Mein Henker-Gott!

Nein! komm zurück, mit allen deinen Martern! Zum letzten aller Einsamen—oh komm zurück!

all meine Thränenbäche strömen zu dir den Lauf! Und meine letzte Herzens-Flamme—dir glüht sie auf! Oh komm zurück, mein unbekannter Gott! Mein letztes Glück! — —

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— wie der Hirt über die Rücken wimmelnder Schafheerden hinblickt: ein Meer grauer kleiner wimmelnder Wellen.

— knirschend schlage ich an das Ufer eurer Flachheit, knirschend wie eine wilde Woge, wenn sie widerwillig in den Sand beißt —

— süßliche schmeichelnde Hunde

— willfährig, lüstern, vergeßlich: sie haben’s alle nicht weit zur Hure.

— begeistert für grünes Gemüse, und den fleischlichen Freuden abhold

— diese Dinge sind fein: wie so dürftet ihr darnach mit Schafsklauen greifen? Jeglich Wort gehört nicht in jedes Maul: aber wehe über diese kranke sieche Zeit! Wehe über die große Maul- und Klauenseuche.

Hohl, Höhle, voller Nachtgeflügel,
 umsungen und umfürchtet

— “diese Dichter! sie schminken sich noch, wenn sie ihrem Arzte sich nackt zeigen!” (Und als Zarathustra hierauf nicht Nein sagte, sondern lächelte, siehe, da hielt der Dichter flugs seine Harfe schon im Arme und that den Mund weit auf zu einem neuen Liede.

— ein grüner Blitz von Bosheit sprang aus seinen Augen, er öffnete den Mund und schloß ihn wieder.

— der Abend kommt übers Meer: auf schweren grünen Wogen heranreitend wiegt er sich, der Sehnsüchtige, in seinen purpurnen Sätteln —

— an die Erde gelehnt, wie ein Schiff, das müde in seine stille Bucht einlief: da genügt’s, daß eine Spinne spinnt vom Lande zu ihm ihren Faden, keiner stärkeren Taue braucht es da noch!

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— “Oh meine Thiere! Mein großes Glück macht mich drehen! Ich muß schon tanzen,—daß ich nicht umfalle!

— sie liegen auf dem Bauche vor kleinen runden Thatsachen, sie küssen Staub und Koth zu ihren Füßen: und frohlocken noch: “Hier endlich ist Wirklichkeit!”

— ihr redet mir von eurer Hoffnung? Aber ist sie nicht kurzbeinig und scheläugig? Sieht sie nicht immer um die Ecke, ob dort nicht schon die Verzweiflung warte?

— Und wer von euch sagt noch ehrlich für sein übermorgen gut? Wer—darf noch schwören? Wer bleibt noch fünf Jahr in Einem Haus und Einer Meinung?

— der Mensch ist böse: so sprechen noch alle Weisesten mir zum Troste: ach, wenn es nur heute noch wahr ist!

— weshalb kam ich doch hier auf diese Höhe! Wollte ich nicht endlich einen großen M sehen? Und siehe da, ich finde einen vergnügten alten Mann

— mürbe Gräber, welche ihre Todten nicht mehr halten können. Wehe, da wird es bald Auferstehungen abgeben!

— vom Honig: “ich bedarf deiner nicht, aber ich nahm dich an wie ein Geschenk des Lebens: als der Nehmende weihe ich dich

— daß ein Blitz in ihre Speise schlüge und ihre Mäuler lernten Feuer fressen!

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— beharrlich und einem Bauern gleich so grob wie listig

— Menschen des “guten Willens”? Unverläßlich

— fragt die Weiber: man gebiert nicht weil es Vergnügen macht!

— man wird am härtesten für seine Tugenden bestraft.”

— “es ist kühl, der Mond scheint, keine Wolke steht am Himmel: es lohnt sich nicht zu leben, oh Zarathustra!”

— Mancher ward seiner selber müde: und siehe, da erst kam das Glück zu ihm, das auf ihn gewartet hatte von Anbeginn.”

— Bin ich denn eine Wetterscheide? Alle Wolken aber kommen zu mir und wollen eine Auskunft —

— ich sammle mich gleich einer wachsenden Wolke und werde stiller und dunkler: so thun alle, welche den Blitz gebären sollen.

— “ihr wollt euch an mir wärmen? Kommt mir nicht zu nahe, rathe ich euch:—ihr möchtet euch sonst die Hände versengen. Denn seht doch, ich bin überheiß. Mit Mühe zwinge ich meine Flammen, daß sie mir nicht aus dem Leibe brechen.”

— Man hat dir die Pfoten gebunden, du Kratz-Katze, nun kannst du nicht kratzen und blickst Gift mit deinen grünen Augen!

— mit ausgedorrten blitzblanken Schwertern, welche zu lange durstig an der Wand hiengen: sie funkeln vor Begierde sie möchten wieder Blut trinken

— und die Schwerter liefen durch einander gleich rothgefleckten Schlangen

— ich horchte auf Wiederhall, ach! und ich hörte nur Lob.

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— Thut gleich mir, lernt gleich mir: nur der Thäter lernt.

— im Verehren ist mehr des Ungerechten noch als im Verachten

Bezauberer—ich weiß euch schon bunte Decken aufzulegen: und wer sich aufs Pferd versteht, versteht sich wohl auch auf’s Satteln.

— und wenn du dem Himmel gram bist, wirf deine Sterne hinauf in den Himmel—: das sei deine ganze Bosheit!

— steht nicht die Welt eben still? Wie mit furchtbaren Ringeln umwindet mich diese Stille!

— ihr wußtet euch gut zu bemänteln, ihr Dichter!

— er hat sich von der Tugend überwinden lassen: und nun nimmt all sein Schlimmes in ihm Rache dafür.

— hier bist du blind, denn hier hört deine Redlichkeit auf

— ich horchte auf Wiederhall, aber ich hörte nur Lob

— er warf sich aus seiner Höhe herab, die Liebe zu den Niedrigen verführte ihn—: nun liegt er mit gebrochenen Gliedmaaßen

— er redet viel von sich, das war sein Kunststück, sich selber zu verbergen.

— Heil! Wie kam es doch, daß die Wahrheit hier einmal zum Siege kam? Ein starker Irrthum kam ihr zu Hülfe.

— er ward mir gleichgültig, er machte mich nicht fruchtbar

— wie arm ist der Mensch! Man sagt mir, er selber liebe sich: ach, wie arm ist auch diese Liebe noch!

— mit diesen Schwertern zerschneide ich noch jede Finsterniß!

31 [37]

— und wer geboren hat, ist krank.

— ihr Schaffenden alle, an euch ist viel Unreinliches: das macht, daß ihr Mütter sein müßt.

— der Schmerz macht Hühner und Dichter gackern

— ein neues Kind, ein neuer Schmutz. Und wer geboren hat, soll sich reinigen.

— auf den Stelzen seines Stolzes

— wie wenn man Oel und Wasser durcheinander schüttelt

— was um euch wohnt, das wohnt sich bald auch in uns ein.

— die Selbständigen,—ihr müßt euch selber stellen lernen oder ihr fallt um.

— ich selber setzte mir diese Krone auf: keine Hand war sonst stark genug dazu

— mit Diebsaugen, ob sie schon im Reichthum sitzen. Und manche von ihnen nenne ich Lumpensammler und Aasvögel.

— krumm gehen alle großen Dinge zu ihrem Ziele und machen Buckel und schnurren vor Glück wie Katzen. Seht doch, ob ihr den Muth hättet, wie ein Strom krumm zu gehn.

— deine Tugend ist die Vorsicht der Schwangeren: du schützest und schonst deine heilige Frucht und Zukunft.

— ein Schiffbruch spie ihn wieder ans Land

Bezauberer—ihr werdet bald wieder beten lernen. Die alten Falschmünzer des Geistes haben auch euren Geist falsch gemünzt.

31 [38]

— er weiß nicht mehr, wohin? auf dem Lande regnet es Feuer, und das Meer speit ihn aufs Land zurück.

— heiter wie einer, der heimlich seinen Tod voraus genießt

— nur wer weiß, wohin er fährt, weiß auch, was sein Fahrwind ist

— wenn der Teufel sich häutet, fällt auch sein Name ab: der ist auch Haut.

— das Mütterliche verehrt mir. Der Vater ist immer nur ein Zufall.

— vergiß nicht deine Einsamkeit mit ins Gedränge zu nehmen

— du wolltest ihr Licht sein, aber du hast sie geblendet. Deine Sonne selber stach ihnen die Augen aus.

— nun brüllt die Unterwelt, alle Schatten zeugen wider dich und schreien: Leben—das ist Folterung!—und doch willst du dem Leben fürsprechen?

— lüsterne Augen und andre Zukost gallichter Seelen

— wo ich lange Finger machen sehe, ziehe ich’s vor den Kürzeren zu ziehen

— der Teufel hält sich von Gott fern, denn er ist ein Freund der Erkenntniß.

— glückselig und wunderlich, einem Elephanten gleich, der versucht auf dem Kopfe zu stehen.

— es ist nicht genug, daß der Blitz nicht mehr schadet: er soll lernen für mich arbeiten.

31 [39]

— er redet ihnen ein, sie hätten den Weg verloren—dieser Schmeichler! Es schmeichelt ihnen, daß sie einen Weg hätten.

— er hat sein Ziel verloren: wehe, wie wird er seinen Verlust verscherzen und verschmerzen!

Bezauberer—es verräth dich, daß du nach Größe strebst: du bist nicht groß.

— die tiefste Liebe, welche ihren Namen nicht weiß und fragt: “bin ich nicht Haß?”

— im Leben todt, verborgen, vergraben, versteckt: oh Zarathustra, wie viele Male wirst du noch auferstehn!

— das klärte sich auf: nun geht es mich nichts mehr an. Hüte dich! einst könntest du über Zu-Viel aufgeklärt sein!

— nicht den freien Geist, sondern den neuen Geist hassen die Gebundenen mit ihrem besten Hasse.

— oh Glück, ich kam durch Haß und Liebe zu meiner Oberfläche: zu lange hieng ich in der Tiefe gleich allen Schweren und Schwermüthigen

— ich schlief mich lange aus, um mich länger—auszuwachen.

— ausbündig ungerecht, denn sie wollen gleiches Recht für Alle

— er brütet mit Recht so lange auf seinem Mißgeschick: in diesem häßlichen Ei verbirgt sich ein schöner Vogel.

— er möchte, daß endlich die Sternbilder seiner Tugend leuchten: dazu hat er seinen Geist verdunkelt und eine neue Nacht sich vorgehängt.

— unbehülflich wie ein Leichnam

— “und die vier Thiere sprachen: Amen”

31 [40]

— Auch der Heiligste denkt: “ich will leben, wie ich Lust habe—oder ich habe keine Lust mehr zu leben.”

— ihr überreichen, ihr tröpfelt gleich bauchichten Flaschen aus allzuengen Hälsen: solchen Flaschen brach man oft schon die Hälse, hütet euch!

— die kleine Wohlthätigkeit empört, wo kaum die größte verziehen wird.

— wo ich immer fürchtete, werde ich endlich noch wünschen! Man lernt es, zuletzt seinen Abgrund lieben.

— was mich an einem Weisen am meisten wundert, das ist, wenn er einmal klug ist.

— selig und müde, gleich jedem Schöpf er am siebenten Tage

Europäer—wo darf ich heimisch sein? darnach suchte ich am längsten, dies Suchen bleibt meine stäte Heimsuchung

— “wir kommen, um den frohesten Mann des Jahrhunderts zu sehen”

— er ist unerschütterlich; und wenn er klagt, thut er es mehr aus Nachsicht gegen euch als gegen sich.

— seine Härte vermäntelt durch leutselige Art

— lieber noch Händel als Händler!

— sie sagen von ihm: “er steigt”; aber er wird dem Balle gleich durch euch in seine Höhe gedrückt—durch eure und meine schwere Luft, daß er an euch leidet, das macht ihn steigen.

— hier ist selber der Ehrgeiz erdrosselt; es gelüstet sie eher noch die Letzten zu sein als die Ersten.

31 [41]

— ihr vergaßet die Zukünftigen, als ihr rechnetet: ihr vergaßet das Glück der Meisten.

— nun lebt keiner mehr, den ich liebe: wie sollte ich noch mich selber ertragen!

— in der Tugend giebt es nur Sprünge und Flüge: da soll Niemand —

— er suchte seinen Feind und fand seinen Freund

— ihr Leichen-Räuber, die ihr allen diesen Todten noch etwas abzustehlen wißt!

— eurem Willen ein Rückgrat schaffen

— dem Gottes-Mörder, dem Verführer der Guten

— voll tiefen Mißtrauens, überwachsen vom Moose der Einsamkeit, langen Willens, ein Schweigsamer, der Feind aller Lüsternen —

— und wer sie (am tiefsten) abgründlich verachtete, war er nicht eben dadurch ihr größter Wohlthäter?

— “in ihrem Kopfe ist weniger Sinn für das Rechte als in meiner linksten Zehe”

— mißtrauisch und geschwürig, bereit zu plötzlichem Wollen, ein Lauerer und Horcher

— ich wollte es nicht vorher; so muß ich es schon nachher wollen—alles muß ich also “gut machen.”

— ihr Käfiche und enge Herzen, wie wolltet ihr freien Geistes sein!

ihr Rauchkammern und verdumpften Stuben

Gewissenhafter—nicht für seinen Glauben wird er von innenher verbrannt, sondern daß er zu seinem Glauben keinen Wunsch finden konnte

31 [42]

— liebe ich denn die Menschen? Aber sie gehören zu meinem Werke.

— oh ihr Weisen, die ihr lerntet ob eurer Thorheit zu frohlocken! Oh ihr Armen, Geringen, überflüssigen, deren Joch leicht ist! Em 283

— als aber der Alte so sprach, griff Zarathustra nach seiner Hand, welche zitterte und küßte sie “Weiche von mir, mein Versucher,” sprach er dann und lächelte—denn mitten in seinem Schmerz kam ihm eine scherzhafte Erinnerung.

— die Eintags-Lehrer und andre Schmeiß-Fliegen.

— enge Seelen, Krämer-Seelen! Denn wenn das Geld in den Kasten springt, springt des Krämers Seele mit.

— Vielfraße oder Schmeckerlinge der Erkenntniß

— wo Gold klingelt, wo die Hure herrscht

— Geld und Wechsler soll man mit Handschuhen angreifen: und alles, was durch alle Finger geht.

— zum Eigennutz sind die Meisten zu dumm

— irgend eine Liebe ist ihr Wahnsinn; sie opfern Alles für Eins

— willst du diese kaufen, so biete nicht zu wenig: sonst sagen sie “Nein” und gehen gebläht davon, mit gestärkter Tugend, als die “Unbestechlichen.”

— mein Freund, die Tugend thut kein Ding mit “um” und “weil” und “damit”; sie hat kein Ohr für solche kleinen Worte.

31 [43]

— ihr Dichterlinge und Faulthiere, wer nichts zu schaffen hat, dem macht ein Nichts zu schaffen!

— leicht und fertig, ein flug-bereiter, ein göttlich Leicht-Fertiger

— was ich euch thun muß, das könntet ihr mir nicht wieder thun: es giebt keine Vergeltung!

— die Einsamkeit reift: aber sie pflanzt nicht.

— sie verfolgen mich? Wohlan, so lernen sie mir folgen. Aller Erfolg war bisher bei den Gut-Verfolgten.

— ich laufe flüchtig über euch hinweg, wie ein Blick über Schlamm.

— er sah meine tiefste Schmach, an dem Zeugen will ich allein meine Rache haben

— Gott, der Alles sah, mußte sterben: der Mensch ertrug es nicht, daß dieser Zeuge lebte.

— ein Schamhafter, den man dazu zwingen und nothzüchtigen muß, was er am liebsten möchte.

— ungeduldig wie ein Schauspieler: der, der hat keine Zeit, auf die Gerechtigkeit zu warten

— ihr Starken, nun blickt ihr gar noch begehrlich nach den Tugenden der Schwachen: aber an diesen hübschen Mägden sollt ihr streng vorübergehen!

— du fühlst nicht einmal, daß du träumst: oh, so bist du noch ferne vom Aufwachen!

— Bin ich nicht die Wetterscheide? Kommen alle Winde nicht zu mir und fragen mich nach meinem Ja und Nein?

31 [44]

Mann des Volks—er strebt ins Verbotene: das ist der Ursprung aller seiner Tugend.

— schnell genug reitest du zu deinem Ziele: aber dein lahmer Fuß sitzt auch mit zu Pferde. Wenn du vom Pferde springst—dort, auf deiner Höhe gerade wirst du stolpern!

— daran erkenne ich den überreichen: er dankt dem, der nimmt.

— einsame Tage wollen auf tapfern Füßen gehn

— ein neuer Frühling quillt in allen meinen Asten, der heißt Genesung. Ich höre die Stimme des Südwinds und schäme mich: nach dunklen dichten Blättern begehrt die Scham meines jungen Glücks.

— schwimmend in Billigkeit und Milde, ihrer Dummheit froh und daß Glück auf Erden so wohlfeil ist

— ausgetrunkne trockne Seelen Hefe auf dem Grund, und sandige Flußbetten

Heimatloser—wie sicher ist dem Unstäten auch ein Gefängniß! Wie ruhig schlafen eingefangene Verbrecher!

Bezauberer—solche, die man mit erhabenen Gebärden überzeugt, aber mit Gründen mißtrauisch macht

— erreglich an Hirn und Schamtheilen gleich Juden und Chinesen

— euer Glaube, an dessen Thür der Ehebruch Gottes steht

— zu nahe folgt ihr mir, ihr Zudringlichen und auf dem Fuße: unversehens werde ich euch einmal den Kopf eintreten! (spricht die Wahrheit zu dem Gewissenhaften)

— eures Friedens Sonne dünkt immer mich zu schwül: lieber noch sitze ich im Schatten meiner Schwerter

31 [45]

— einem Winde gleich, der alle Himmel hell und alle Meere brausen macht

— umhergewirbelt, umhergetrieben, ihr Unstäten; auf allen Oberflächen habt ihr einmal geschlafen, als Staub saßet ihr auf allen Spiegeln und Fensterscheiben

— er singt: da flog er wohl auch über sein Unglück weg, der f Vogel? Denn der Unglückliche schweigt.

— gebt mir zu rathen: mit eurem Bewei ermüdet ihr den Hunger meines Geistes.

— sie erfanden sich die heiligste Langeweile und die Begierde nach Mond- und Werkeltagen

— hier kreisen und drehen sich furchtbare Dinge, hier klafft der Abgrund hier kläfft der Höllenhund, der Zukunft heißt, hier wird die weiseste Seele schwindlig.

— ihr Sträflinge des Reichthums, klirren nicht eure Gedanken gleich kalten Ketten?

— ohne Weiber, übel genährt, Nabel-beschauerisch und Athemzüge abzählend, die Langweiligen: was konnten sie sich Besseres erfinden als die Wollust Gottes?

— in fernsten und kältesten Gedanken umgehend, wie ein Gespenst auf Winterdächern, zur Zeit, wo der Mond sich in den Schnee legt

— einer, bei dem Feinde wenig gut zu machen haben: denn er lacht zu bald wieder.

— wer in der Tugend zu Heim- und Hause ist, redet mit ihr vertraulicher spöttischer.

31 [46]

Zarathustra: man muß seinen Gott aus der Ferne sehen:

nur so nimmt er sich gut aus. Darum hält sich der Teufel von Gott fern, denn er ist ein Freund des schönen Scheins.

31 [47]

Der Bezauberer.

vor Tugenden und Entsagungen auf den Knieen, gleich dem Pöbel, sonderlich aber vor der großen Keuschheit: vor der betete ich und warf mich hin.

Was mir fremd war, was nie kennen durfte, sprach ich heilig: meine Nase roch am liebsten das mir Unmögliche

Zarathustra sagt: Viel Pöbels mag wohl in dir sein: wer da zu Heim- und Hause ist, redet vertraulicher, spöttischer

31 [48]

— diese Schwerfälligen Geängstigten, welche ihr Gewissen grunzen macht: denn sie leiden immer an ihrem inneren Vieh.

— bei bedecktem Himmel, wenn man Pfeile und tödtende Gedanken nach seinen Feinden schießt

— denkendere Zeiten, zerdachtere Zeiten, als unser Heut und Gestern ist

— diese Zeit: ist sie nicht wie ein krankes Weib, das rasen schreien schimpfen und Tisch und Teller zerbrechen muß, daß es endlich wieder Ruhe habe?

— hartnäckige Geister, fein und kleinlich

— oh wie traurig seid ihr Alle! Oh wie traurig sind eure Hanswürste noch!

— ihr Verzweifelnden, wie viel Muth macht ihr allen denen, die euch zureden!

— es steht schlimmer als ihr denkt: mancher meinte zu lügen und siehe, da traf er erst die Wahrheit!

— du bist zu reich, oh Zarathustra, du verdirbst zu Viele, du machst uns Alle neidisch!

— sie lieben ach! und werden nicht geliebt; sie zerfleischen sich selber, weil niemand sie umarmen will. “Ist denn Nichts an mir zu lieben?” so schreit ihre Verzweiflung.

— das ist so der Hang der kleinen Seelen: sie möchten das Große zu sich herabschmeicheln, daß es mit ihnen zu Tische sitze.

31 [49]

— ach, sie fallen zurück in die starken Worte und die schwachen Thaten! Ach, sie heißen sich wieder Tugendhafte!

— sie haben sich einst ihren Gott aus Nichts geschaffen: was Wunders, daß er ihnen zu nichte wurde

— Ihr sagt “Wehe! es ist alles Schein!” Aber es ist alles Lüge. Ihr sagt: “Alles ist Leiden und Untergehen!” Aber ihr sagt immer nicht genug: denn Alles will leiden machen und untergehen machen!

— ohne Gott, ohne Güte, ohne Geist—wir haben ihn erfunden, den häßlichsten aller Menschen!

— ach, meine Brüder! Wohin ist das Gute und der Glaube der Guten! Wohin ist die Unschuld aller dieser Lügen!

— ungeschickt und scheu, einem Tiger ähnlich, dem sein Sprung mißlang.

— er verlernte Fleisch essen und mit artigen Weiblein spielen, er härmt sich über die Maaßen

— einst—: ach wie fern dies Einst! Wie süß das Wort schon “Einst,” verirrten Glockenschlägen gleich, in dichten Wäldern —

— ja, Mensch, Mensch—das ist ein langer Strick, und Zarathustra heißt der Knoten, der hineingeknüpft wurde! (der Wahrsager)

Fabel—wie ein Wanderer der von fernen Dingen träumt unversehens auf einsamer Straße einen schlafenden Hund anstößt: wie Todfeinde fahren da die Beiden sich an, diese zwei zum-Tod-Erschreckten! Und doch im Grunde: wie wenig fehlte, daß sie einander streicheln und liebkosen!

— der Tag klingt ab, es ist Zeit und Überzeit, daß wir aufbrechen

31 [50]

— Distelköpfe, Tüftel-Tröpfe

— übereilig gleich springenden Spinnen-Affen

— zwischen Särgen und Sägespähnen

— Schwindhunde und schmächtiges Gezücht rings um mich

— ein kaltes Bad: willst du da hinein mit deinem Kopf und Herzen? Oh wie bald wirst du als rother Krebs dastehn!

— der Fleißige, Treuliche, dem der Tag goldhell und gleich herauffließt

— umringt von dämmernden Ewigkeiten, und über mir entwölktes Schweigen.

— der den Eseln Flügel giebt und aus seinen Anklägern seine Fürsprecher macht, der Löwinnen melkt die Wellen um mich steigen höher und höher: bald soll mein Nachen nicht mehr auf dem Trocknen sitzen.

— ihr habt mich mit Ketten gebunden, aber Henker und Folterer sind Gründe, mit denen man am besten überredet, wenn uns das Maul verbunden ist

— sie denken klein von mir: sie nehmen Rache darum daß ich sie größer machen wollte!

— zur Stunde, wo kein Hirt die Flöte bläst: denn der Mittag schläft auf den Fluren.

— ein Weib, das an dem, was es liebt, leiden will

freiwilliger Bettler—jene alte pfiffige Frömmigkeit, welche sprach “den Armen geben das ist Gott leihen: seid gute Bankhalter!”

Und wenn ich deines Glaubens wäre, so wollte ich auch deines Wandels sein.

denn sein Wille verlangte nach dem großen Mittage und nach seinem Untergange

31 [51]

— Ihr heißt mich einen Aufopfernden? Aber wer je Opfer brachte, weiß, daß es nicht Opfer waren, was er brachte.

— ein Ungeheuer von Überfluß und Vernunft, ein Verschwender mit tausend Händen, gleichgültig darin gleich einer Sonne

— es gab einst Einen, der sprach: “ich bin die Wahrheit,” und nie wurde einem Unbescheidenen höflicher geantwortet als ihm.

Dichter—mein Sinn und meine Sehnsucht geht auf Weniges und Langes: wie verachte ich eure kleinen kurzen Schönheiten!

— “nichts ist wahr, alles ist erlaubt,” so redet ihr? ach! also ist auch diese Rede wahr, was liegt daran, daß sie erlaubt ist!

— durch Bilder Tänze Töne und Schweigsamkeiten reden: und wozu wäre alle Welt da, wenn nicht alle Welt zu Zeichen und Gleichniß wäre!

— da stehen sie da, die schweren granitnen Katzen, die Werthe aus Urzeiten: wer vermag sie umzuwerfen!

— ein großer Mensch, ein Solcher, der um seiner Sache willen sein Mitleiden hinwirft und sein billiges Herz zu zerbrechen weiß: der es wagt und von sich erlangt, Viele und Vieles zu opfern, damit Er gedeihe —

— aufgerichtet zur Säule in der Wüste großen Unglücks, starr stier geworden und steinern

— still in seiner goldbraunen Traurigkeit, als einer, der zu viel Gutes geschmeckt hat

— mein Herren-Reich von tausend Jahren, mein hazar —

— weißt du das nicht? In jeder Handlung die du thust ist alles Geschehens Geschichte wiederholt und abgekürzt

ihr Sinn ist ein Wider-Sinn, ihr Witz ist ein Doch- und Aber-Witz

31 [52]

— eifersüchtig auch im Hasse: du willst deinen Feind für dich allein haben!

— wie wenig reizte die Erkenntniß, wenn nicht auf dem Wege zu ihr so viel Scham zu überwinden wäre!

— ihr liebt den Nutzen als das Fuhrwerk eurer Neigungen: aber ist nicht der Lärm seiner Räder auch euch noch unerträglich?

— der Schritt verräth, ob einer schon auf seiner Bahn schreitet: und wer seinem Ziel näher kommt, der tanzt.

— ihr redet von eurer Treue: aber eure bequeme Art ist es, die nicht will, daß ihr aus eurem Bette aufsteht.

— deine Tugend ward dir lieb: so heiße sie nunmehr auch nicht mehr Tugend, sondern deinen Geschmack—so nämlich will es guter Geschmack!

— aber Zarathustra, sagte die Schlange, du Kluger, wie konntest du so handeln! Das war eine Dummheit!— “Es ist mir auch schwer genug geworden.”

— dein böses Gewissen in dir: das ist die Stimme deiner ältesten Vorvordern, die dir zuredet. “Erbsünde,” mein Freund, das ist gewißlich ein Beweis deiner Erbtugend.

— was redet ihr doch von hohen Gefühlen! In der Höhe fühle ich mich tief und fest und endlich auf meinem Grund und Heim-Boden.

— ein Lehrer von Grund aus, ein Solcher, der alle Dinge nur um des Schülers willen ernst nimmt, und sich selber auch.

— Geist haben ist nicht genug: man muß ihn noch sich nehmen, und dazu gehört viel Muth.

31 [53]

— oh über den wunderlichen und grausamen Gott, den ihr als “die Liebe” preist! als der Gott entstand, war wohl alle Liebe noch wenig göttlich?

— kalte kühle Menschen, solche denen man ihre Thorheiten nicht glauben will

— wer von Herzen willig und wohl ist, der liebt auch die Seitensprünge: wehe aber allen den Unbedingten! es ist eine kranke Art.

— ist nicht das Loben zudringlicher als alles Tadeln?

— ohne Gründe habt ihr dies einst glauben gelernt: wie könnte ich wohl durch Gründe dies euch umwerfen!

— “ich liebe meinen Gott von Grund aus: wie dürfte ich wollen, daß er mich wieder liebte! Er soll nicht so thöricht sein an mich zu glauben! wie alle Liebenden thun.

— ihr Fieberkranken seht alle Dinge als Gespenster, und ihr Fieberlosen als leere Schatten: und doch braucht ihr Beide die gleichen Worte!

— mein Gedächtniß sagt: “das that ich,” mein Stolz aber sagt dazu “das konnte ich nicht thun” und bleibt unerbittlich. Zuletzt—giebt das Gedächtniß nach!

— er hat kalte vertrocknete Augen, vor ihm liegt jedwedes Ding entfedert nackt und farbenlos: und nun meint ihr, seine Ohnmacht zur Lüge sei “Liebe zur Wahrheit!”

— ihr saht schlecht dem Leben zu, wenn ihr den noch nicht schautet, der mit schonenden Händen—tödtet!

— er schüttelt sich, blickt um sich, streift mit der Hand über den Kopf—und nun heißt ihr ihn einen Erkennenden! Aber Freiheit vom Fieber ist noch nicht Erkenntniß.

31 [54]

— der Erkennende von heute, welcher lehrt: einst wollte Gott zum Thier werden: siehe das ist der Mensch:—ein Gott als Thier!

— die große Liebe will nicht zurückgeben und vergelten, im Meere der großen Liebe ist die Vergeltung ertrunken.

— lernt mir doch endlich: “jeglich schlimmes Ding hat gute Kehrseiten.”

— ihr Ertrinkenden alle, meint ihr, ich wüßte nicht, was ihr hier wolltet? euch an einen starken Schwimmer anklammern, der ich selber bin.

— meint ihr, ich wollte es dem höheren Menschen leichter machen und bequemere Pfade zeigen? Immer mehr dieser eurer Art sollen zu Grunde gehn, und immer besser will ich selber darüber lachen lernen

— ihr würdet den Stärksten noch mit euch hinab in die Tiefe ziehn: so blind und blöde greift ihr nach einem Retter!

— ich lernte größeres Unheil sehen und bin darob, daß ihr schreit, nicht unlustig.

— was geht mich euer Elend an! Meine Sünde hieße: Mitleiden mit euch!

— meint ihr, ich sei da gut zu machen, was ihr schlecht machtet?

— nun werfe ich meine goldnen Angelruthen weit hinaus in dies dunkle Meer: schwirrend beißt ihr Pfeil hinein in den Bauch seiner Trübsal.

— nun ködere ich mir die wunderlichsten Menschen-Fische, nun will ich mein goldbraunes Gelächter darob haben, was alles da unten miß- und krummgeboren wird

— thue dich auf, du unreiner Schooß der Menschen-Narrheit! Du abgründliches Meer, wirf mir deine buntesten Ungethüme und Glitzer-Krebse zu

31 [55]

Ihr Miesler und Wunderlichen, ihr Mißrathenen, was gienge mich noch euer Elend an, wenn nicht auch daran es Viel zu lachen gäbe! Mitleiden mit euch—: so hieße die Eine Sünde, die mir noch übrig blieb

Ihr Ertrinkenden alle, meint ihr, ich wüßte nicht, was ihr von mir auf meiner Höhe wolltet: das Meer schlingt euch hinab: nun wollt ihr euch an einen starken Schwimmer anklammern?

Und wahrlich, so blind und wild greift ihr mit Arm und Bein nach einem Retter, daß ihr den Stärksten noch in eure Tiefe hinabzöget!

Dazu lache ich nun, ein starker Schwimmer, der keinen kleinen Finger euch mehr entgegenstreckt: denn, griffet ihr ihn, so würdet ihr auch noch Hand und Herz dazu nehmen.

Das ist euer Unbescheidnes, daß ihr leben, leben wollt, ob ich gleich an euch zu Grunde gienge

31 [56]

“Ihr Könige und du Einer Esel!”

31 [57]

das Haar Zarathustra’s schwarz werdend (Löwe und Taubenschwarm)

31 [58]

— es lief eine Sehnsucht durch die Lande und klopfte allen Einsiedlern an die Thür und sprach “Lebt denn Zarathustra noch?”

31 [59]

— Dem guten Frager ist schon halb geantwortet.

31 [60]

— Man muß seine Augen auch hinter dem Kopfe haben!

31 [61]

Gespräch mit den Königen

— “ich sehe Könige vor mir: aber ich suche den höheren Menschen.”

— Mit dem Schwerte dieses Wortes zerhaust du unseres Herzens Finsterniß

— wir sind nicht die Ersten und müssen es bedeuten: dieser Betrügerei sind wir zuletzt satt und ekel geworden

— lernt mir endlich doch: “jeglich schlimmes Ding hat zwei gute Kehrseiten”

— oh Zarathustra, in ihrem Kopfe ist weniger Sinn für das Rechte als in deiner linksten Zehe.

— unter solchem Gesindel erdrosselt sich der Ehrgeiz selber: hier gelüstet es einen mehr, den Letzten zu bedeuten als dieses Volkes Ersten.”

— dem guten Frager ist halb schon geantwortet.—

— seht doch, wie dies kam und kommen mußte: man muß sein Auge auch hinter dem Kopfe haben!

— ausbündig ungerecht: denn sie wollen gleiches Recht für Alle

— beharrlich, einem Bauern gleich so grob wie listig

— sie klammern sich an Gesetze an, und möchten Gesetze “festes Land” heißen: denn sie sind der Gefahr müde, aber im Grunde suchen sie einen großen Menschen, einen Steuermann, vor dem sich die Gesetze selber auswischen

— die große Maul und Klauenseuche—feine Dinge—sie greifen mit Schafsklauen darnach. Jeglich Wort gehört nicht in jedes Maul.

süßliche schmeichelnde Hunde, wenn sie verehren

ihre Weiber: willfährig, lüstern, vergeßlich—sie haben’s alle nicht weit zur Hure.

Und wer von ihnen sagt noch ehrlich für sein übermorgen gut? Wer—darf noch schwören und versprechen? Wer von ihnen bleibt noch fünf Jahr in Einem Hause und Einer Meinung?

Menschen des guten Willens, aber unverläßlich, und nach Neuem gelüstig, diese Käfiche und engen Herzen, diese Rauchkammern und verdumpften Stuben—sie wollen freien Geistes sein —

sie fühlen sich vom Pöbel nach Leib und Herzen und möchten das verstecken gerne das Vornehme an- und überziehn: Erziehung nennen’s—sie treiben’s eifrig

sie reden vom Glück der Meisten und opfern ihnen alle Zukünftigen

sie haben ihre Tugend, man kann sie nicht für jeden Preis kaufen. Biete nicht zu wenig, sonst sagen sie “Nein!” und gehen gebläht davon, gestärkt in ihrer Tugend. “Wir sind die Unbestechlichen!”

die Eintagslehrer und andre Schmeißfliegen

und oft sind sie gleich jener Schamhaften, welche zu dem, was sie am liebsten möchte, noch zwingen und nothzüchtigen muß.

— seines Friedens Sonne dünkte mich schwül und flau: lieber noch sitze ich im Schatten geschwungener Schwerter.

— schwimmend in Billigkeit und Milde, ihrer Dummheit froh und daß Glück auf Erden so wohlfeil ist

31 [62]

Das Abendmahl.

Also sprach der König und Alle traten auf Zarathustra zu und erwiesen ihm abermals ihre Ehrfurcht; Zarathustra aber schüttelte das Haupt und wehrte ihnen mit der Hand.

“Willkommen hier! sprach er zu seinen Gästen. Von Neuem heiße ich euch willkommen, ihr Wunderlichen! Auch meine Thiere grüßen euch, voller Ehre und voller Furcht: noch niemals nämlich sahen sie so hohe Gäste!

Doch seid ihr mir keine kleine Gefahr—so raunen mir meine Thiere zu. “Nimm dich in Acht vor diesen Verzweifelnden!” spricht mir die Schlange am Busen;—vergebt ihrer Liebe zu mir diese scheue Vorsicht!

Von Ertrinkenden spricht mir heimlich meine Schlange: das Meer zieht sie hinab—da möchten sie sich gern an einen starken Schwimmer anklammern.

Und wahrlich, so blind und wild greifen Ertrinkende mit Armen und Beinen nach einem Retter und Gutwilligen, daß sie den Stärksten mit in ihre Tiefe hinabziehn. Seid ihr—solche Ertrinkende?

Den kleinen Finger strecke ich euch schon entgegen. Wehe mir! Was werdet ihr nun noch von mir nehmen und an euch reißen!” —

Also sprach Zardthustra und lachte dabei voller Bosheit und Liebe, während er mit der Hand den Hals seines Adlers streichelte: der nämlich stand neben ihm, gesträubt, und wie als ob er Zarathustra gegen seine Besucher zu schützen hätte. Dann aber reichte er dem Könige zur Rechten die Hand, daß dieser sie küsse, und begann von Neuem, herzhafter noch als vorher:

31 [63]

Das Abendmahl.
Das Lied des Lachenden.

Die Begrüßung.
Das Abendmahl.
Die Improvisation.
Die Rosenrede.

31 [64]

Als aber Zarathustra seine Gäste dergestalt wieder fröhlich fand und durcheinander redend, verließ er sie und trat leisen Schrittes hinaus vor seine Höhle. “Sie sind glücklich, ich habe sie geheilt, sprach er zu seinem Herzen: wie gut will dieser Tag enden, der so schlimm begann! Da kommt schon der Abend über das Meer, heranreitend wiegt er sich, der Sehnsüchtige, in seinen purpurnen Sätteln. Der Himmel blickt klar dazu, die Welt liegt tief: oh all ihr Wunderlichen, die ihr zu mir kamt, ihr thatet Recht damit: es lohnt sich schon, bei mir zu leben!” —

Also sprach Zarathustra zu seinem Herzen und wurde immer stiller: inzwischen aber war Einer nach dem Andern von den Gästen Zarathustra’s aus der Höhle hinausgetreten; und das, was sie hier draußen sahen, machte endlich Jeden von ihnen stille. So standen sie bei einander, sich stumm die Hände reichend und hinausblickend: da aber kam aus der Tiefe heimlich der Klang jener alten schweren Brummglocke, jener Mitternachts-Glocke Zarathustra’s, deren Schläge er gerne abzählte und mit Reimen absang, und auch dies Mal kam sie schwer beladen mit Lust und Wehe:—da schauerte ihnen Allen das Herz.

Zarathustra aber, welcher Alles wohl errieth, sprach mit Bosheit sowohl als mit Liebe, ohne sie anzusehn, vielmehr wie Einer, der zu sich allein redet, wenig laut, aber deutlich genug: “Oh seht mir doch diese Verzweifelnden! Oh seht mir doch diese Verzweifelnden!”

— Sobald aber seine Gäste dies Wort hörten, wurden sie sich mit Einem Male ihrer Verwandlung und Genesung bewußt: da lachten sie über sich selber und Alle sprangen auf Zarathustra zu, dankend, verehrend und liebend oder ihm die Hände küssend, so wie es der Art eines Jeden zu eigen war: also daß auch Einige weinten. Der Wahrsager aber tanzte vor Vergnügen; und wenn er auch, wie Manche meinen, damals voll süßen Weins war, so war er sicherlich noch voller des süßen Lebens und hatte aller Lebens-Müdigkeit abgesagt. Zarathustra gab Acht darauf, wie der Wahrsager tanzte und zeigte mit dem Finger darnach: dann aber entriß er sich mit Einem Male dem Gedränge der Dankenden und Liebenden und nahm seine Zuflucht zu einer schroffen Klippe, an der er einige Schritte emporkletterte, indem er sich im Steigen einige Rosen und Rosenranken abriß. Von dieser Höhe her und, wie eben gesagt, mit Rosen in den Händen, nahm er an jenem Abende zum letzten Male das Wort: hinabschauend auf diese Schaar von Verzweifelten, welche nicht mehr zweifelten, von Ertrinkenden, welche auf gutem festem Lande standen, lachte er aus ganzem Herzen, wand die Rosen zum Kranze und sprach die Rede, welche man heißt:

Die Rosen-Rede.

Diese Krone des Lachenden, diese Rosenkranz-Krone: ich selber setze mir diese Krone auf, ich selber sprach heilig mein Gelächter. Keinen Anderen fand ich heute stark genug dazu.

Wie gut doch, daß ihr zu meiner Höhe kamt, Dies zu schaun! Wie danke ich’s eurer Sorge und Sehnsucht, welche Berge stieg und am rechten Orte anfragte: “Lebt denn Zarathustra noch?”

Einem guten Frager ist halb schon geantwortet. Und wahrlich eine ganze gute Antwort ist das, was nur hier ihr mit Augen seht: Zarathustra lebt noch und mehr als je:

— Zarathustra der Tänzer, Zarathustra der Leichte, der mit den Flügeln winkt, ein Flugbereiter, allen Vögeln zuwinkend, bereit und fertig, ein göttlich Leichtfertiger—ich selber setzte mir diese Krone auf!

— Zarathustra der Wahrsager, Zarathustra der Wahr-Schweiger, kein Ungeduldiger, kein Unbedingter, einer der Sprünge und Seitensprünge liebt—ich selber setzte mir diese Krone auf!

Schüttelt mich zusammen mit allen Erden-Thränen und allem Menschen-Jammer: immer werde ich wieder obenauf sein wie Oel auf Wasser.

Und bin ich der Erde einmal gram: des Himmels Sterne reißt da meine Bosheit noch herab zur Erde—das ist so die Art aller Zarathustra-Rache.

Und wenn es auf Erden auch Moor und Trübsal giebt und ganze Meere schlimmen Schlammes: wer leichte Füße hat, läuft über Schlamm noch dahin—schnell wie über gefegtem Eise.

Und wenn ich Feinde brauche und selber oft mein schlimmster Feind bin: Feinde haben wenig bei mir gut zu machen, ich lache zu schnell wieder nach jedem Unwetter

Und ob ich schon in vieler Wüste war und Wüsten-Wildniß: zum Wüsten-Heiligen ward ich nicht, noch stehe ich nicht da starr, stumpf, steinern, eine Säule: vielmehr—ich schreite.

Der Schritt verräth, ob Einer schon auf seiner Bahn schreitet. So seht mich gehen! Wer aber seinem Ziele nahe kommt, der—tanzt!

Krumm kommen alle guten Dinge ihrem Ziele nahe, gleich Katzen machen sie da Buckel, sie schnurren innewendig vor ihrem nahen Glücke: alle guten Dinge lachen!

Welches war hier auf Erden bisher die größte Sünde? Das war das Wort dessen, der sprach: “Wehe denen, die hier lachen!”

Fand er zum Lachen auf der Erde selber keine Gründe? So suchte er nur zu schlecht: ein Kind findet hier noch Gründe. Oh daß er sich doch selber—gefunden hätte!

Der—liebte nicht genug, sonst hätte er auch uns noch geliebt, die Lachenden. Aber er haßte uns und höhnte uns nur; Heulen und Zähneklappern verhieß er uns, den Lachenden!

Wo man ihn nicht liebte, diesen Unbedingten, da wollte er gleich sieden und braten. Er selber liebte nicht genug: sonst hätte er weniger begehrt, daß man—ihn liebe.

Geht aus dem Wege allen solchen Unbedingten! Das ist eine arme kranke Art, eine Pöbel-Art. Sie sehen schlimm diesem Leben zu, sie haben schwere Füße und Herzen.

Erhebt eure Herzen, meine Brüder, hoch! höher! aber vergeßt mir auch die Beine nicht! Erhebt auch eure Beine, ihr guten Tänzer, und besser noch: ihr steht auch auf eurem Kopfe!

Es giebt auch im Glücke schweres Gethier, es giebt Plumpfüßler von Anbeginn. Wunderlich mühen sie sich ab, solche Glückselige, einem Elephanten gleich, der sich müht, auf dem Kopf zu stehn.

Besser aber noch, närrisch sein vor Glücke als vor Unglücke! Besser plump tanzen als lahm gehn! So lernt mir doch meine Weisheit ab: “Jedwedes schlimme Ding hat zwei gute Kehrseiten.”

So verlernt mir doch das Trübsal-blasen und alle Nachtwächter-Traurigkeit! Oh wie traurig dünken mich heute die Hanswürste noch! Dies Heute ist des Pöbels: so verlernt mir doch dies—Heute!

Dem Winde thut mir gleich, der hier aus seinen Berghöhlen herunter stürzt. Nach seiner eignen Pfeife will er tanzen, die Meere zittern und hüpfen unter seinen tanzenden Fußtapfen.

Der den Eseln Flügel giebt, der Löwinnen melkt: ehrt mir doch diesen unbändigen guten Geist, der allem Heute und allem Pöbel wie ein Sturmwind kommt, —

— der Distel- und Diftelköpfen feind ist und allen kleinen mürrischen Unkräutern, diesen wilden guten freien Sturmwind, der allen Schwer- und Schwarzsichtigen, Schwärsüchtigen Staub in die Augen bläst:

— der die Pöbel-Schwindhunde haßt und alles mißrathene düstere Gezücht: ehrt mir doch diesen Geist aller freien Geister, diesen lachenden Sturm, welcher über Meeren und Trübsalen wie auf Wiesen tanzt.

Hinaus, hinaus nun, du Wildfang und Unband! Von wem redest du doch? Fliege fern hinaus, du guter Brausewind! Wie ein Schrei und ein jauchzen fliege über weite Meere, bis du die glückseligen Inseln findest —

— grüße meine Kinder auf ihren Inseln, bringe ihnen den Gruß eines Nachbarn der Sonne, eines Nachbarn des Schnees, eines Nachbarn des Adlers, bringe ihnen zum Gruß die Liebe ihres Vaters!

Meine Kinder, meine Wohl-Geborenen, meine neue schöne Art: was zögern meine Kinder auf ihren Inseln?

Ward es nicht Zeit und höchste Zeit—so blase ihnen ins Ohr, du guter Sturmgeist—daß sie endlich zu ihrem Vater kommen? Warte ich nicht auf meine Kinder als Einer, deß Haar weiß und greis ward?

Hinaus, hinaus, du unbändiger guter Sturmgeist! Stürze hinab ins Meer aus deinen Berghöhlen, spute dich und segne vor Abend meine Kinder noch —

segne sie mit meinem Glücke, mit diesem Rosenkranz-Glücke! Wirf diese Rosen über ihre Inseln hin, wie ein Fragezeichen, welches fragt: “Woher kam solch Glück?”

— bis sie fragen lernen: “Lebt unser Vater noch? Wie, lebt unser Vater Zarathustra noch? Liebt unser alter Vater Zarathustra seine Kinder noch?”

Locke meine Kinder zu mir mit meinem besten Glücke! Ködere sie hinauf zu meiner treulichen goldbraunen Vater-Sehnsucht! Träufle auf sie den Honig einer langen langen Vater-herzens-Liebe!

Der Wind bläst, der Wind bläst, der Mond scheint,—oh meine fernen fernen Kinder, was weilt ihr nicht hier, bei eurem Vater? Der Wind bläst, keine Wolke steht am Himmel, die Welt schläft.— Oh Glück! Oh Glück!

Kaum aber hatte Zarathustra diese Worte gesprochen, da erbebte er bis in die Wurzel seines Herzens: denn er merkte, als er zu seinen Füßen hinabblickte, daß er ganz allein war. Er hatte seine Gäste vergessen—hatten seine Gäste auch ihn vergessen? “wo seid ihr? Wo seid ihr?” rief Zarathustra in die Nacht hinaus: aber die Nacht schwieg. —

“Wo seid ihr? Wo seid ihr, meine Thiere?” rief Zarathustra abermals in die Nacht hinaus. Aber auch seine Thiere blieben stumm — —

31 [65]

Das Lied des Zauberers.
Von der Wissenschaft.
Die Rosenrede.

31 [66]

Die Glücklichen sind neugierig.

31 [67]

Und wenn ihr mich euren Herrn und Meister nennt: so will ich’s euch in Reimen sagen, was dieser Meister von sich selber denkt.

Also nämlich schrieb ich einst über meine Hausthür, ich meine über den Eingang dieser Höhle:

31 [68]

Auf dieser Erde giebt es kein größeres Unglück als wenn die Mächtigen der Erde nicht auch die ersten Menschen sind. Da nämlich wird alles schief falsch und

Wenn aber alles falsch wird, was Wunders, wenn dann der Pöbel trachtet Herr zu sein? Dann spricht die Pöbel-Tugend “siehe, ich allein bin Tugend!

Solches geschieht zwischen Heut und Morgen: wie das aber kam und kommen mußte

31 [69]

ich will d und deutlich mit euch reden

Bis jetzt weiß ich wenig mit euch anzufangen—Das Beste ist noch, daß wir mit einander schmausen.

31 [70]

die 2 Könige
der freiwillige Bettler
der Zauberer
der Gewissenhafte
des Geistes
der häßlichste Mensch
der Papst außer Dienst
der Wanderer
der Mittags

11, 31[1-70] Winter 1884-85

31 [1]

The practical overcoming of morality.

31 [2]

In Zarathustra 4 it is necessary: to say exactly why now the time of the great noon comes: thus a description of the times, given through the visits, but interpreted by Zarathustra.

In Zarathustra 4 it is necessary: to say exactly why the “chosen peoplehad to be created first—it is the contrast of the well-turned-out higher natures in contrast to the ill-turned-out (characterized by the visitors): only to these can Zarathustra communicate about the ultimate problems, only to them can he impose the activity for this theory (they are strong and healthy and hard enough for it, above all noble enough!) and put the hammer over the earth into their hands.

in Zarathustra is therefore to describe:

1) the utmost danger of the higher type (whereby Zarathustra recalls his first appearance)
2) the good now take against the higher man party: this is the most dangerous turn! (—against the exception!)
3) the lonely, the uneducated, the self-misinterpreted degenerate, and their degeneration is perceived as a counter-argument against their existence (“Genius-Neurose!”)
4) Zarathustra must explain what he did when he advised emigration to the islands, and why he visited them (1. and 2.) (—were they not yet ripe for his final revelations?)

31 [3]

In Zarathustra 6 the great synthesis of the creating, loving, destroying

31 [4]

In Zarathustra 4: the great thought as Medusa's head: all features of the world become rigid, a frozen death struggle.

31 [5]

Were you speaking of yourself or of me? But whether you betrayed me or yourself, you belong to the traitors, you, the poet!

— shameless against what you lived, exploiting your experience, exposing your most beloved to intrusive eyes, pouring your blood into all the dry-drained cups, you most vain one!

31 [6]

the genius sees Zarathustra as the embodiment of his thought

31 [7]

Finally: open your eyes, see the whole truth: To be or not to be of the higher human!!

31 [8]

“This now, O Zarathustra, is your misery! Do not deceive yourself: the sight of the many made you gloomy because they are modest and lowly? But the solitary ones are much more misshapen”—Against this, Zarathustra presents the reasons

1) of the great blunder of pity—everything weak and suffering has been preserved

2) one has taught “equal and equal” and thereby deprived the hermits of their good conscience—forced them into hypocrisy and crawling

3) the ruling classes have poorly represented the belief in the higher man, in part destroyed it

4) the immense realm of the ugly, where the rabble rules: there the noblest soul dresses in rags and prefers to exaggerate ugliness even more

5) They lack all education; they must armor themselves and disfigure themselves to save something of themselves.

in summa: the cry of distress of the higher man to Zarathustra.Zarathustra urges them to be patient, shudders at himself: "there is nothing I have not experienced myself!," consoles his blessed ones and realizes: "it is high time." Anger breaking out and scorn over his hopes regarding the blessed ones. "You do not want to help us? Grant us a great vengeance!" You are harsh toward the unfortunate!— They depart.

Distrust and fear remain with Zarathustra. He sends out the animals.

31 [9]

Zarathustra 4. (Plan.)

1. The Honey Sacrifice.
 2. Cry of distress of the higher man. Swarm. (c. 50 pages)
 3. Zarathustra’s compassion at the height—but hard; remains with his task—“it is not time”
 4. Mockery of Zarathustra. Departure, while the soothsayer leaves a sting behind.
 5. Sends the animals out, full of fear.
 6. Seventh Solitude:—finallyMedusa’s Head.” (c. 40 pages)
 7. The Saint defeats him. Crisis. Suddenly leaping up. (Sharp contrast of pious surrender)
 8. “To Great Nature.” Victory song.
9. Lion and flock of doves. Return of the animals (understands that all signs are there). The message.
10. Final farewell to the cave (the comforting aspect of eternal recurrence shows its face for the first time)

31 [10]

1 the restless, homeless wanderer—who has unlearned to love his people because he loves many peoples, the good European.
 2 the gloomy, ambitious son of the people, shy, lonely, ready for anything, who chooses solitude to avoid being a destroyer—offers himself as a tool
 3 the worshipper of facta, “the brain of the leech,” full of bad conscience from excess, wants to rid himself! The finest intellectual conscience
4 the poet, fundamentally yearning for wild freedom, chooses solitude and the rigor of knowledge.
5 the ugliest man, who must decorate himself (historical sense) and always seeks a new garment: he wants to make his appearance bearable and finally goes into solitude to avoid being seen—he is ashamed.
6 the inventor of new intoxicants, the musician, the enchanter, who finally throws himself down before a loving heart and says: not to me! but to that one I want to lead you!”
7 the rich man who has given everything away and asks everyone: “you have some surplus: give me some!” as a beggar
8 The kings, renouncing rule: we seek the one who is more worthy to rule!”
9 the genius (as a fit of madness) freezing from lack of love “I am neither a thought nor a god”—great tenderness “One must love him more!”
10 the actors of happiness
11 the two kings, against "equality": the great man is missing and consequently reverence
12
13
14
 
the good
the pious
the "for themselves" and saints
 and their delusion
"for God" that is my
"for me."
need for unlimited trust, atheism, theism
melancholic-resolute
the Medusa's head

31 [11]

Draft.

The Honey Sacrifice.
The Cry of Distress. Conversation with the Kings.
 The Good European—tells of the accidents at sea.
 The Brain of the Leech.
 The Voluntary Beggar.
 The Enchanter.
 The Ugliest Man. (People.)
The Greeting.
The Last Supper.
The Sorcerer's Song.
 Of Science.
 Of the Higher Man.
The Rose Speech.
 The Hermit Tells of the Downfall.
 Of the 7 Solitudes.
 The Freezing One.
 The Oath.
 The last visit to the cave: Message of Joy. He sleeps there. In the morning he gets up. The laughing lion.
— great transformation and hardening: in a few words. Avoiding "I".
18: 110
108
¯¯¯
6


8
10 to make

31 [12]

Where do you want to go? he asked aloud, and his voice came back to him strange and transformed.— “I don’t know”

And your animals—where are your animals?

Oh Zarathustra, now none of those you love live any longer!— he threw himself to the ground and screamed in pain, digging his hands into the earth.

And everything was in vain!

31 [13]

If something goes wrong for me: am I therefore a failure? And if I fail myself, what does it matter to me? Is man therefore a failure?

That is sickness and fever.

31 [14]

the laughing lion—“just two moons ago, seeing this would have turned my heart inside out

31 [15]

You came just before the closing of the gate of my heart: I have not yet forgiven you for wanting to enter only in the 12th hour.

31 [16]

1 Until the complete revelation of the hermit.
2 From the seventh solitude.
3 Decision, “do you want all this again, all this waiting etc.—” I will! (Exits black into the night)
4. In the earliest morning. The laughing lion, the message, but hard and strict, but glowing.

31 [17]

Zarathustra breaks his heart against his friends
against his animals.
against everything he has loved
entirely will to noon.
Conclusion: Dithyrambic breaking of his heart

31 [18]

(tell them that I already have new friends —

31 [19]

(you are younger than these children. Is this the second childhood of which I was told? Zarathustra 6)

31 [20]

Thus Zarathustra arose like a morning sun that comes from the mountains: strong and glowing he strode forth—toward the great noon, which his will desired, and downward to his setting.

31 [21]

The lion, however, licked the tears that dripped onto Zarathustra's hands. His heart was deeply moved and transformed, but he did not speak a word. It is said, however, that the eagle, jealous, watched the lion's behavior, etc.

Finally, Zarathustra rose from the stone on which he had rested: like a morning sun he stood up, coming from the mountains, strong and glowing, to etc.

31 [22]

1 Midnight.
2 From the seventh solitude.
 The recovery.
4 The oath on the hermit's hand.
5. The message of the friends and the laughing lion.

31 [23]

— The same is also attested by the lion, but only halfway: for he is blind in one eye.

31 [24]

— and they both laughed heartily. “How we poets know how to preen and strut! I mean, etc.

31 [25]

— a drive of self-destruction: reaching for insights that rob one of all support and all strength

31 [26]

— if you feel the law of pleasure and displeasure over you and no higher one: well then, choose the most pleasant and not the most probable opinions for yourselves: why atheism among you!

31 [27]

— just as the lower men looked up to God, we should reasonably look up to my Overman once. Zarathustra 6.

31 [28]

— the contrast between atheism and theism is not: “truth” and “untruth,” but rather that we no longer permit ourselves a hypothesis that we readily permit others (even more!) Piety is the only tolerable form of the common man: we want the people to be religious so that we do not feel disgust for them: as is the case now, where the sight of the masses is disgusting.

31 [29]

— we present ourselves as more dangerous and rather give ourselves over to pain, to the feeling of deprivation: our atheism is a search for unhappiness, for which the common type of person has no understanding in their body.

31 [30]

Noon and Eternity.
By
Friedrich Nietzsche.
First Part: the Temptation of Zarathustras.

31 [31]

In the lightened air, when the dew's consolation already trickles down to earth, invisible, also unheard —

— for the comforter dew wears delicate footwear,

do you then remember, do you remember, hot heart, how once you thirsted, scorched and weary, thirsted for heavenly tears and dew-droplets?

— while on yellow grass-paths malicious evening sunbeams ran through black trees around you, blinding sun-flashes, gloating.

You, the suitor of truth?—so they mocked—No! Only a sorcerer! A beast, a cunning, predatory, sneaking one, that must lie,

that knowingly, willingly must lie, lusting for prey, colorfully disguised, itself a mask, itself the prey —

That— the suitor of truth? No! Only a fool! Only a poet! Speaking in colors, screaming out from fool's masks in colors, climbing around on lying rainbow-mist-bridges —

not still like those you saw, rigid, smooth, cold, turned to image, to God's pillar, set up before temples, a god's doorkeeper—

no, hostile to such truth-statues, full of cat-like mischief, leaping through every window into every chance, more at home in every wilderness than before temples,

sniffing more eagerly at every primeval forest, so that you might run within with lustful jaws, like multicolored predators sinfully healthy and beautiful, blissfully mocking and blissfully bloodthirsty.

Or like the eagle that stares long into abysses, into its abysses, coiling down into ever deeper depths,

then, suddenly, in a straight line, with drawn flight, plunging down upon lambs, swiftly down, ravenous, wrathful toward all lamb-souls and whatever gazes with sheep-like, curly-wooled lamb benevolence:

— also eagle-like, panther-like are the sorcerer’s longings, are your longings under a thousand masks, you fool! you poet!

You who have gazed upon man as God and as sheep: tearing the God in man and the sheep in man apart laughing

That, That is your bliss! A panther’s and eagle’s bliss! A sorcerer’s and fool’s bliss! — —

In the fading light, when the moon’s sickle already slinks green between crimson hues and enviously,

— hostile to the day, secretly creeping towards rose-hammocks with every step, until they sink, pale, sinking down into the night:—

thus I myself once sank from my truth-madness, from my day-longings, weary of the day, sick from the light—sank downward, evening-ward, shadow-ward,

burned and thirsty by one truth:—do you still remember, do you remember, hot heart, how you thirsted then? —

that I be banished from all truth! Only fool! Only poet! — —

31 [32]

Who warms me, who loves me still? Give hot hands, give heart's coal-beds!

Stretched out, shuddering, half-dead like one whose feet are warmed, shaken, ah! by unknown fevers, trembling before sharp icy frost-arrows —

hunted by you, Thought! Unnameable, Veiled, Creative! You hunter behind clouds!

Struck down by you, you sudden eye that gazes at me from the dark

— so I lie, bend, twist, tormented by all eternal tortures, struck by you, cruelest eternal hunter, you unknown God!

Strike deeper, strike once more! Pierce, shatter this heart! Why this torment with toothless arrows?

Why do you look again, not weary of human agony, with malicious god-lightning eyes? You do not wish to kill? Only torment, torment?

You who also creep up at night, hear me breathing jealously, eavesdrop on my heart, climb into my dreams,

throwing sharpened doubts and arrows into my dreams, heart-piercing: ever-ready executioner-god, why!

Why torment me? What do you want to extort? What do you want me to say?

Or should I, like a dog, roll before you, devoted-enthusiastic-out-of-myself, wagging love at you?

In vain! Strike further, cruelest sting! No, not a dog—I am only your game, cruelest hunter!

Your proudest captive, you robber behind clouds! Speak finally, what do you want, highwayman, from me? —

You lightning-shrouded, unknown one, speak, you my thought: what do you want, unknown—god? —

What? Ransom? What ransom do you want?

Demand much—that is what my pride advises. And speak briefly—that is what my other pride advises!

Haha! You want me? Me—me entirely? Haha! And you torment me, fool that you are, you crush my pride?

Give me love—who warms me still, who loves me still! Give hot hands, give heart’s coal-brazier—

give to the loneliest one, whom cold itself teaches to yearn for enemies, for enemies—give, yes, yield, cruelest enemy—yourself!

—Ha! Away with that! He himself fled, my last and only companion! My great enemy! My unknown! My executioner-God!

No! Come back, with all your tortures! To the last of the lonely—oh, come back!

all my streams of tears flow toward you! And my last heart’s flame—it glows for you! Oh, come back, my unknown God! My last happiness! — —

31 [33]

— like the shepherd looking over the backs of teeming flocks of sheep: a sea of gray, small, teeming waves.

— grinding, I strike against the shore of your shallowness, grinding like a wild wave when it reluctantly bites into the sand —

— sickly-sweet, flattering dogs

— compliant, lustful, forgetful: they are all not far from the whore.

— enthusiastic about green vegetables, and averse to carnal pleasures

— these things are fine: how dare you reach for them with sheep's hooves? Not every word belongs in every mouth: but woe to this sickly, ailing time! Woe to the great foot-and-mouth disease.

Hollow, cave, full of night birds,
 surrounded and feared

— “these poets! they still put on makeup when they show themselves naked to their doctor!” (And when Zarathustra did not say No to this, but smiled, behold, the poet quickly held his harp in his arms and opened his mouth wide for a new song.

— a green flash of malice shot from his eyes, he opened his mouth and closed it again.

— the evening comes over the sea: riding on heavy green waves, the longing one sways in his purple saddles —

— leaning against the earth, like a ship that wearily sailed into its quiet bay: then it suffices that a spider spins its thread from the land to it, no stronger ropes are needed there anymore!

31 [34]

— “Oh my animals! My great happiness makes me spin! I must already dance,—lest I fall over!

— they lie on their bellies before small round facts, they kiss dust and filth at their feet: and still rejoice: “Here at last is reality!”

— you speak to me of your hope? But is it not short-legged and squint-eyed? Does it not always peer around the corner to see if despair is not already waiting there?

— And who among you still speaks honestly for his day after tomorrow? Who—dares still to swear? Who remains yet five years in one house and one opinion?

— man is evil: so all the wisest still say to comfort me: oh, if only it were still true today!

— why did I come up here to this height after all? Did I not finally want to see a great M? And behold, I find a cheerful old man

— crumbling graves that can no longer hold their dead. Woe, there will soon be resurrections!

— of honey: “I do not need you, but I accepted you as a gift of life: as the taker, I consecrate you

— that a lightning bolt might strike into their food and their mouths learn to eat fire!

31 [35]

— persistent and as coarse as cunning like a peasant

— people of “good will”? Unreliable

— asks the women: one does not give birth because it is pleasurable!

— one is punished most harshly for one’s virtues.”

— “it is cool, the moon shines, no cloud stands in the sky: it is not worth living, oh Zarathustra!”

— Some grew weary of themselves: and behold, only then did happiness come to them, which had been waiting for them from the beginning.”

— Am I then a weather divide? But all clouds come to me and want an answer —

— I gather myself like a growing cloud and become quieter and darker: thus do all who are to bear the lightning.

— “You want to warm yourselves by me? I advise you not to come too close—you might otherwise scorch your hands. For look, I am overheated. With effort I force my flames not to break out of my body.”

— They have bound your paws, you scratch-cat, now you cannot scratch and you glare poison with your green eyes!

— with dried-out, gleaming swords, which hung too long thirsty on the wall: they sparkle with desire to drink blood again

— and the swords ran through each other like red-spotted snakes

— I listened for an echo, ah! and I heard only praise.

31 [36]

— Do as I do, learn as I do: only the doer learns.

— in reverence there is still more injustice than in contempt

Enchanter—I already know how to lay colorful blankets over you: and he who understands the horse also understands the saddle.

— and if you are angry with heaven, hurl your stars up into heaven—: let that be your whole wickedness!

— does not the world stand still? How this silence winds around me with terrible rings!

— you poets knew how to cloak yourselves well!

— he has let himself be overcome by virtue: and now all his evil takes revenge within him.

— here you are blind, for here your honesty ends

— I listened for an echo, but I heard only praise

— he threw himself down from his height, love for the lowly seduced him—: now he lies with broken limbs

— he talks much of himself, that was his trick, to hide himself.

— Hail! How did it come to pass that truth triumphed here once? A strong error came to its aid.

— he became indifferent to me, he did not make me fruitful

— how poor is man! They tell me he loves himself: oh, how poor is this love still!

— with these swords I still cut through every darkness!

31 [37]

— and whoever is born is sick.

— all you creators, there is much uncleanliness in you: that is why you must be mothers.

— pain makes hens and poets cackle

— a new child, a new filth. And whoever is born must cleanse themselves.

— on the stilts of his pride

— like when you shake oil and water together

— what dwells around you will soon dwell in us as well.

— the independent ones,—you must learn to stand on your own or you will fall.

— I myself placed this crown upon me: no other hand was strong enough to do so

— with thieves' eyes, even if they already sit in wealth. And some of them I call ragpickers and carrion birds.

— all great things go crookedly to their goal and make humps and purr with happiness like cats. See if you have the courage to go crookedly like a stream.

— your virtue is the caution of the pregnant: you protect and spare your holy fruit and future.

— a shipwreck spat him back onto land

Enchanters—you will soon learn to pray again. The old counterfeiters of the spirit have also counterfeited your spirit.

31 [38]

— he no longer knows where to go? in the countryside it rains fire, and the sea spits him back onto land.

— cheerful like one who secretly savors his death in advance

— only he who knows where he is going also knows what his driving wind is

— when the devil sheds his skin, his name also falls away: that too is skin.

— the maternal is sacred to me. The father is always just a coincidence.

— don’t forget to take your loneliness with you into the crowd

— you wanted to be her light, but you blinded her. Your very sun gouged out their eyes.

— now the underworld roars, all shadows bear witness against you and scream: Life—this is torture!—and yet you want to speak for life?

— lustful eyes and other delicacies of bilious souls

— where I see long fingers, I prefer to cut it short

— the devil keeps away from God, for he is a friend of knowledge.

— blissful and wondrous, like an elephant trying to stand on its head.

— it is not enough that the lightning no longer harms: it must learn to work for me.

31 [39]

— he talks them into believing they have lost their way—this flatterer! It flatters them that they have a way.

— he has lost his goal: woe, how will he squander and mourn his loss!

Enchanter—it betrays you that you strive for greatness: you are not great.

— the deepest love, which does not know its name and asks: “am I not hatred?”

— dead in life, hidden, buried, concealed: oh Zarathustra, how many times will you rise again!

— that has been clarified: now it is none of my concern. Beware! one day you might be over-enlightened!

— not the free spirit, but the new spirit do the bound hate with their best hatred.

— oh happiness, I came through hatred and love to my surface: too long I hung in the depths like all the heavy and melancholy

— I slept myself out for a long time, to wake up—longer.

— thoroughly unjust, for they want equal rights for all

— he broods with reason so long on his misfortune: in this ugly egg hides a beautiful bird.

— he would like that finally the constellations of his virtue shine: for this he has darkened his spirit and hung a new night before himself.

— helpless like a corpse

— “and the four beasts spoke: Amen”

31 [40]

— Even the holiest thinks: “I want to live as I please—or I no longer wish to live.”

— you overflow, you drip like bellied bottles from too-narrow necks: such bottles often have their necks broken, beware!

— the smallest kindness offends where even the greatest is barely forgiven.

— where I once feared, I will finally desire! One learns, in the end, to love one’s abyss.

— what surprises me most about a wise man is when he is wise just once.

— blissful and weary, like every creator on the seventh day

European—where may I call home?

after that I searched the longest, this searching remains my constant affliction

— “we come to see the happiest man of the century”

— he is unshakable; and when he complains, he does so more out of indulgence toward you than toward himself.

— his hardness disguised by a genial manner

— better still Handel than traders!

— they say of him: “he rises”; but he is pressed into his height by you like a ball—by your and my heavy air, that he suffers from you, that makes him rise.

— here even ambition is strangled; they lust rather to be the last than the first.

31 [41]

— you forgot the future ones when you calculated: you forgot the happiness of the many.

— now no one lives whom I love: how could I still endure myself!

— in virtue there are only leaps and flights: no one should —

— he sought his enemy and found his friend

— you grave-robbers, who know how to steal something more from all these dead!

— give your will a backbone

— the God-murderer, the seducer of the good

— full of deep mistrust, overgrown with the moss of solitude, of long will, a silent one, the enemy of all the lustful —

— and who despised them (most deeply) abysmally, was he not thereby their greatest benefactor?

— “in her head there is less sense of what is right than in my left big toe”

— distrustful and ulcerous, ready for sudden will, a lurker and listener

— I did not want it beforehand; so I must want it afterward—everything I must therefore “make good.”

— your little cages and narrow hearts, how could you be of free spirit!

your smoke chambers and stuffy rooms

Conscientious—not for his faith is he burned from within, but that he could find no desire for his faith

31 [42]

— do I love mankind? But they belong to my work.

— oh you wise ones, who learned to rejoice because of your folly! Oh you poor, lowly, superfluous ones, whose yoke is light! Em 283

— but when the old man spoke thus, Zarathustra took his hand, which trembled, and kissed it. “Depart from me, my tempter,” he then said and smiled—for in the midst of his pain, a playful memory came to him.

— the one-day teachers and other blowflies.

— narrow souls, shopkeeper souls! For when the money jumps into the cash box, the shopkeeper’s soul jumps with it.

— Gluttons or connoisseurs of knowledge

— where gold jingles, where the whore reigns

— money and moneychangers should be handled with gloves: and everything that passes through all fingers.

— most are too stupid for self-interest

— some love is their madness; they sacrifice everything for one thing

— if you want to buy these, do not offer too little: otherwise they say “No” and strut away, with strengthened virtue, as the “Unbribable.”

— my friend, virtue does nothing with “if” and “because” and “so that”; it has no ear for such small words.

31 [43]

— you poets and idlers, he who has nothing to do, a nothing makes him do!

— light and ready, a flight-ready, a divinely Light-Ready

— what I must do to you, you could not do to me in return: there is no retribution!

— solitude ripens: but it does not plant.

— they pursue me? Very well, so let them learn to follow me. All success has so far been with the Well-Pursued.

— I run swiftly over you, like a glance over mud.

— he saw my deepest shame, on that witness alone I will have my revenge

— God, who saw everything, had to die: man could not bear that this witness lived.

— a modest one, whom one must force and rape to do what he would most like.

— impatient like an actor: he who has no time to wait for justice

— you strong ones, now you even look covetously at the virtues of the weak: but you should pass strictly by these pretty maidens!

— you do not even feel that you are dreaming: oh, so you are still far from awakening!

— Am I not the weather divide? Do not all winds come to me and ask me for my yes and no?

31 [44]

Man of the people—he strives for the forbidden: that is the origin of all his virtue.

— quickly enough you ride to your goal: but your lame foot also sits with you on horseback. When you jump off the horse—there, at your very height, you will stumble!

— by this I recognize the overrich: he thanks the one who takes.

— solitary days want to walk on brave feet

— a new spring wells up in all my branches, it is called recovery. I hear the voice of the south wind and am ashamed: for dark, dense leaves my young happiness' shame longs.

— swimming in fairness and mildness, happy in their foolishness and that happiness on earth is so cheap

— dried-up, empty souls, dregs at the bottom, and sandy riverbeds

Homeless—how secure even a prison is to the restless! How peacefully captured criminals sleep!

Enchanters—those who convince with lofty gestures but make one suspicious with reasons

— excitable in brain and genitals like Jews and Chinese

— your faith, at whose door stands the adultery of God

— you follow me too closely, you intrusive ones, hot on my heels: one day, without warning, I will kick in your head! (says truth to the conscientious)

— your peace’s sun always seems too sultry to me: I’d rather sit in the shadow of my swords

31 [45]

— like a wind that brightens all heavens and makes all seas roar

— whirled about, driven about, you restless ones; on all surfaces you have once slept, as dust you sat on all mirrors and windowpanes

— he sings: did he then also fly over his misfortune, the bird? For the unhappy one is silent.

— let me advise you: with your proof you weary the hunger of my spirit.

— they invented the holiest boredom and the desire for moon- and workdays

— here terrible things circle and turn, here the abyss gapes, here the hellhound barks, which is called the future, here the wisest soul becomes dizzy.

— you convicts of wealth, do your thoughts not clatter like cold chains?

— without women, poorly nourished, navel-gazing and counting breaths, the boring ones: what better could they invent than the lust of God?

— wandering in the most distant and coldest thoughts, like a ghost on winter roofs, at the time when the moon lays itself in the snow

— one with whom enemies have little to make amends: for he laughs too soon again.

— he who is at home and at house in virtue speaks with her more familiarly mocking.

31 [46]

Zarathustra: one must see one's God from afar:

only thus does he appear good. Therefore, the devil keeps his distance from God, for he is a friend of beautiful appearances.

31 [47]

The Enchanter.

on my knees before virtues and renunciations, like the rabble, but especially before the great chastity: before it I prayed and threw myself down.

What was foreign to me, what I was never allowed to know, I called holy: my nose most loved to sniff the impossible for me.

Zarathustra says: Much rabble may well be in you: he who is at home and at ease speaks more familiarly, more mockingly.

31 [48]

— these cumbersome, anxious ones who make their conscience grunt: for they always suffer from their inner beast.

— under cloudy skies, when one shoots arrows and deadly thoughts at one's enemies

— more thoughtful times, more pondered times, than our today and yesterday

— this time: is it not like a sick woman who must rave, scream, curse, and smash table and dishes, so that she may finally have peace again?

— stubborn spirits, fine and petty

— oh how sad you all are! Oh how sad your sausages still are!

— you desperate ones, how much courage you give to all those who advise you!

— it is worse than you think: some thought to lie and behold, then they hit the truth!

— you are too rich, oh Zarathustra, you spoil too many, you make us all envious!

— they love, alas! and are not loved; they tear themselves apart because no one will embrace them. “Is there nothing in me to love?” their despair cries out.

— such is the inclination of small souls: they would like to flatter the great to come down to them, so that it may sit at table with them.

31 [49]

— oh, they fall back into strong words and weak deeds! Oh, they call themselves virtuous again!

— they once created their god from nothing: what wonder that he became nothing to them

— You say “Woe! everything is illusion!” But everything is lies. You say: “Everything is suffering and perishing!” But you never say enough: for everything wants to cause suffering and cause perishing!

— without God, without goodness, without spirit—we have invented the ugliest of all men!

— oh, my brothers! Where has the good and the faith of the good gone! Where is the innocence of all these lies!

— clumsy and shy, like a tiger whose leap failed.

— he unlearned eating meat and playing with well-behaved little women, he torments himself beyond measure

— once—: oh how distant this Once! How sweet the word already “Once,” like lost bell chimes, in dense forests —

— yes, man, man—this is a long rope, and Zarathustra is the knot that was tied into it! (the soothsayer)

Fable—like a wanderer who dreams of distant things and suddenly on a lonely road bumps into a sleeping dog: how mortal enemies the two then attack each other, these two terrified-to-death! And yet at heart: how little was missing that they caress and fondle each other!

— the day rings out, it is time and over-time that we depart

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— Thistle-heads, tinkering drips

— hasty leaping spider-monkeys

— between coffins and sawdust shavings

— swindlers and scrawny brood all around me

— a cold bath: do you want to step in with your head and heart? Oh how soon you will stand there as a red crab!

— the diligent, faithful one, for whom the day flows up golden and even

— surrounded by twilight eternities, and above me clouded silence.

— who gives wings to donkeys and turns his accusers into his advocates, who milks lionesses the waves around me rise higher and higher: soon my skiff shall no longer sit on dry land.

— you have bound me with chains, but executioners and torturers are reasons with which one best persuades when our mouths are gagged

— they think small of me: they take revenge because I wanted to make them greater!

— at the hour when no shepherd plays the flute: for noon sleeps on the fields.

— a woman who wants to suffer for what she loves

voluntary beggar—that old cunning piety which said “giving to the poor is lending to God: be good bankers!”

And if I were of your faith, I would also be of your conduct.

for his will longed for the great noon and for his decline

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— You call me a sacrificer? But whoever has ever made sacrifices knows that what they brought were not sacrifices.

— a monster of abundance and reason, a squanderer with a thousand hands, indifferent therein like a sun

— there was once one who said: “I am the truth,” and never was an immodest man answered more politely than him.

Poet—my sense and my longing go for few and long things: how I despise your small, short beauties!

— “nothing is true, everything is permitted,” so you speak? ah! so this saying is also true, what does it matter that it is permitted!

— to speak through images, dances, sounds, and silences: and what is all the world for, if not that all the world should be signs and parables!

— there they stand, the heavy granite cats, the values from primeval times: who can overthrow them!

— a great man, one who, for the sake of his cause, casts away his pity and knows how to break his cheap heart: who dares and achieves from himself to sacrifice many and much so that he may thrive —

— erected as a pillar in the desert of great misfortune, become stiff and stony

— silent in his golden-brown sadness, as one who has tasted too much good

— my lordly realm of a thousand years, my hazar —

— do you not know? In every action you take, the history of all events is repeated and abbreviated

its meaning is a contradiction, its wit is a yet-and-but wit

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— jealous even in hatred: you want your enemy all to yourself!

— how little would knowledge entice, if there were not so much shame to overcome on the way to it!

— you love utility as the carriage of your inclinations: but is not the noise of its wheels still unbearable to you?

— the step betrays whether one is already striding on their path: and whoever comes closer to their goal, dances.

— you speak of your loyalty: but it is your comfortable way that does not want you to rise from your bed.

— your virtue became dear to you: so no longer call it virtue, but your taste—thus good taste demands!

— but Zarathustra, said the snake, you wise one, how could you act like that! That was foolishness!— “It has also become hard enough for me.”

— your bad conscience within you: that is the voice of your oldest ancestors speaking to you. “Original sin,” my friend, is certainly proof of your inherited virtue.

— what are you talking about high feelings! In the heights I feel deep and firm and finally on my own ground and home soil.

— a teacher from the ground up, one who takes all things seriously only for the sake of the student, and himself as well.

— having spirit is not enough: one must still take it for oneself, and that requires much courage.

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— oh about the strange and cruel God whom you praise as “love”! when the God came into being, was all love still little divine?

— cold, cool people, those whose follies one does not want to believe

— he who is willing and well at heart also loves the digressions: woe to all the unconditional! it is a sickly kind.

— is not praising more intrusive than all blaming?

— without reasons you once learned to believe this: how could I possibly overturn this for you with reasons!

— “I love my God from the ground up: how dare I wish that he loved me in return! He shall not be so foolish as to believe in me! as all lovers do.

— you feverish ones see all things as ghosts, and you feverless ones as empty shadows: and yet you both need the same words!

— my memory says: “I did that,” but my pride says “I could not have done that” and remains unyielding. In the end—memory gives in!

— he has cold, withered eyes, before him every thing lies plucked, naked, and colorless: and now you think his inability to lie is “love of truth!”

— you watched life poorly if you have not yet seen the one who with gentle hands—kills!

— he shudders, looks around, runs his hand over his head—and now you call him a knower! But freedom from fever is not yet knowledge.

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— the one who recognizes today, who teaches: once God wanted to become an animal: behold, this is man:—a god as an animal!

— great love does not wish to return or repay; in the sea of great love, repayment has drowned.

— learn at last: “every bad thing has good reverse sides.”

— all you drowning ones, do you think I do not know what you want here? To cling to a strong swimmer, which I myself am.

— do you think I want to make it easier for the higher man and show him more comfortable paths? Ever more of your kind shall perish, and ever better I myself want to learn to laugh about it.

— you would drag even the strongest down into the depths with you: so blindly and foolishly you grasp for a savior!

— I learned to see greater misfortune and am not displeased that you scream.

— what is your misery to me! My sin would be: pitying you!

— do you think I am here to fix what you made bad?

— now I cast my golden fishing rods far out into this dark sea: whirring, your arrow bites into the belly of its sorrow.

— now I lure the strangest human-fish, now I want my golden-brown laughter over what all is mis- and crooked-born down there

— open up, you impure womb of human folly! You abyssal sea, throw me your most colorful monsters and glittering crabs

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You Miesler and Wunderlichen, you misbegotten ones, what would your misery still matter to me, if there were not also much to laugh about in it! To pity you—: that would be the one sin that still remained to me

You drowning ones all, do you think I do not know what you want from me on my height: the sea swallows you down: now you want to cling to a strong swimmer?

And truly, so blind and wild do you reach with arm and leg for a savior, that you would drag even the strongest down into your depths!

At that I now laugh, a strong swimmer, who no longer stretches out even a little finger to you: for, if you seized it, you would also take hand and heart with it.

That is your immodesty, that you want to live, to live, even if I were to perish because of you

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“You kings and you one donkey!”

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Zarathustra's hair turning black (lion and flock of doves)

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— a longing ran through the lands and knocked on all hermits' doors and said “Does Zarathustra still live?”

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— A good question is already half answered.

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— One must also have eyes behind one's head!

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Conversation with the Kings

— “I see kings before me: but I seek the higher man.”

— With the sword of this word you shatter the darkness of our hearts

— we are not the first and must signify it: we have finally grown weary and disgusted of this deception

— teach us at last: “every bad thing has two good reverse sides”

— oh Zarathustra, in their heads there is less sense for what is right than in your leftmost toe.

— among such rabble, ambition strangles itself: here one lusts more to signify the last than to be the first of this people.”

— to the good questioner, half the answer is already given.—

— see how this came and had to come: one must also have an eye behind the head!

— utterly unjust: for they want equal rights for all

— persistent, as coarse as cunning like a peasant

— they cling to laws, and would like to call laws “firm ground”: for they are tired of danger, but at heart they seek a great man, a helmsman, before whom the laws themselves wipe out

— the great foot-and-mouth disease—fine things—they grasp at them with sheep’s claws. Not every word belongs in every mouth.

sweetly flattering dogs, when they revere

their women: compliant, lustful, forgetful—they are all not far from the whore.

And who among them still speaks honestly for his day after tomorrow? Who—may still swear and promise? Who among them remains in one house and one opinion for five years?

People of good will, but unreliable, and lusting after the new, these little cages and narrow hearts, these smoke-filled rooms and stuffy chambers—they want to be free spirits—

they feel themselves to be of the rabble in body and soul and would gladly hide that, don the noble and drape it over themselves: they call it education—they pursue it eagerly

they speak of the happiness of the many and sacrifice all future generations to them

they have their virtue, it cannot be bought at any price.

Don't offer too little, otherwise they'll say "No!" and strut away, strengthened in their virtue. "We are the incorruptible!"

the one-day teachers and other blowflies

and often they are like those who are shy, who must still force and rape what they would most like.

— the sun of his peace seemed to me sultry and insipid: I would rather sit in the shadow of curved swords.

— swimming in fairness and mildness, happy in their stupidity and that happiness on earth is so cheap

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The Last Supper.

Thus spoke the king, and all approached Zarathustra and showed him their reverence once more; but Zarathustra shook his head and warded them off with his hand.

“Welcome here!” he said to his guests. “Once again, I bid you welcome, you strange ones! My animals also greet you, full of honor and full of fear: for never before have they seen such lofty guests!

But you are no small danger to me—so my animals whisper to me. ‘Beware of these desperate ones!’ says the serpent at my breast;—forgive its love for me this timid caution!

Of drowning ones my serpent speaks to me in secret: the sea pulls them down—then they would gladly cling to a strong swimmer.”

And truly, so blind and wild do drowning men clutch with arms and legs at a rescuer and well-wisher, that they drag the strongest down into their depths with them. Are you—such drowning men?

I already stretch out the little finger to you. Woe to me! What more will you now take from me and tear away!” —

Thus spoke Zarathustra and laughed thereby full of malice and love, while he stroked the neck of his eagle with his hand: it namely stood beside him, bristling, and as if it had to protect Zarathustra against his visitors. Then, however, he reached out his hand to the king on his right, that he might kiss it, and began anew, more heartily than before:

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The Last Supper.
The Song of the Laughing One.

The Greeting.
The Last Supper.
The Improvisation.
The Rose Speech.

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But when Zarathustra found his guests thus cheerful again and talking among themselves, he left them and stepped softly out in front of his cave. "They are happy, I have healed them," he said to his heart: "how well this day will end, which began so badly! Already the evening comes over the sea, riding up, swaying in his purple saddles, the yearning one. The sky looks clear upon it, the world lies deep: oh all you strange ones who came to me, you did right: it is already worth living with me!" —

Thus spoke Zarathustra to his heart and became ever more silent: meanwhile, one after another of Zarathustra's guests had stepped out of the cave; and what they saw here outside finally made each of them silent.

So they stood together, silently reaching out their hands and looking out: but then came from the depths secretly the sound of that old heavy humming bell, that midnight bell of Zarathustra’s, whose strokes he liked to count and sing with rhymes, and this time too it came heavily laden with joy and woe:—then all their hearts shuddered.

Zarathustra, however, who guessed everything well, spoke with malice as well as with love, without looking at them, rather like one who speaks to himself, softly, but clearly enough: “Oh look at these despairing ones! Oh look at these despairing ones!”

— But as soon as his guests heard this word, they suddenly became aware of their transformation and recovery: then they laughed at themselves, and all rushed towards Zarathustra, thanking, honoring, and loving him, or kissing his hands, each according to their own nature: so that some even wept. The soothsayer, however, danced for joy; and though, as some believe, he was then full of sweet wine, he was certainly even fuller of sweet life and had renounced all weariness of life. Zarathustra took note of how the soothsayer danced and pointed at him with his finger: then, all at once, he tore himself away from the crowd of the grateful and loving and took refuge on a rugged cliff, up which he climbed a few steps, plucking some roses and rose tendrils as he ascended.

From this height and, as just said, with roses in his hands, he took the word for the last time that evening: looking down on this crowd of desperate ones who no longer doubted, of drowning ones who stood on good firm land, he laughed with all his heart, wound the roses into a wreath, and spoke the speech which is called:

The Rose Speech.

This crown of the laughing one, this rose-wreath crown: I myself place this crown upon myself, I myself declared my laughter holy. I found no one else today strong enough for it.

How good that you came to my height to see this! How I thank your care and longing, which climbed mountains and inquired at the right place: “Does Zarathustra still live?”

Half the answer is already given to a good questioner.And truly a very good answer is what you see here with your own eyes: Zarathustra still lives and more than ever:

— Zarathustra the dancer, Zarathustra the light one, who waves with wings, ready to fly, waving to all birds, ready and prepared, a divinely carefree one—I myself placed this crown upon me!

— Zarathustra the soothsayer, Zarathustra the truth-keeper, not impatient, not unconditional, one who loves leaps and side-leaps—I myself placed this crown upon me!

Shake me together with all earthly tears and all human lament: I will always rise to the top again like oil on water.

And if I am ever angry with the earth: my malice then tears the stars of heaven down to earth—that is the way of all Zarathustra’s revenge.

And even if there is moor and misery on earth and whole seas of foul sludge: whoever has light feet runs even over sludge—swift as over swept ice.

And though I need enemies and am often my own worst enemy: enemies have little to gain from me, I laugh too quickly again after every storm.

And though I have been in many deserts and desert-wilderness: I did not become a desert-saint, nor do I stand there rigid, dull, stony, a pillar: rather—I stride.

The step betrays whether one is already striding on his path. So watch me walk! But whoever is near his goal—dances!

All good things come crookedly near their goal, like cats they arch their backs, they purr inwardly at their approaching happiness: all good things laugh!

What has been the greatest sin on earth so far?That was the word of him who said: “Woe to those who laugh here!”

Did he find no reasons to laugh on earth itself? Then he searched too poorly: a child still finds reasons here. Oh, that he had only—found himself!

He—did not love enough, otherwise he would have loved us too, the laughing ones. But he hated us and only mocked us; wailing and gnashing of teeth he promised us, the laughing ones!

Where he was not loved, this unconditional one, there he wanted to boil and roast at once. He himself did not love enough: otherwise he would have desired less that—he be loved.

Stay out of the way of all such unconditional ones! That is a poor, sickly kind, a rabble kind. They look grimly upon this life, they have heavy feet and hearts.

Raise your hearts, my brothers, high! higher! but do not forget your legs for me!Lift up your legs too, you good dancers, and better still: stand on your heads!

There are also heavy creatures in happiness, there are clumsy-footed ones from the beginning. Strangely they toil, such blessed ones, like an elephant that toils to stand on its head.

Better still, be foolish with happiness than with unhappiness! Better to dance clumsily than to walk lame! So learn my wisdom: “Every bad thing has two good reverse sides.”

So unlearn for me the blowing of sorrow and all night-watchman sadness! Oh, how sad the buffoons still seem to me today! This today is of the rabble: so unlearn for me this—today!

I am like the wind that rushes down from its mountain caves. To its own pipe it wants to dance, the seas tremble and leap under its dancing footprints.

He who gives wings to donkeys, who milks lionesses: honor this untamed good spirit, who comes to all of today and all the rabble like a storm wind, —

— who is hostile to thistle and dandelion heads and all small, sullen weeds, this wild, good, free storm wind, who blows dust into the eyes of all the heavy- and black-sighted, the melancholic:

— who hates the rabble's swindlers and all the failed, gloomy brood: honor this spirit of all free spirits, this laughing storm, which dances over seas and sorrows as if on meadows.

Out, out now, you wild one and unbridled! Of whom do you speak? Fly far away, you good roaring wind! Like a cry and a jubilation, fly over wide seas until you find the blissful islands —

— greet my children on their islands, bring them the greeting of a neighbor of the sun, a neighbor of the snow, a neighbor of the eagle, bring them the love of their father as a greeting!

My children, my well-born, my new beautiful kind: what hesitate my children on their islands?

Was it not time and high time—so blow into their ear, you good storm spirit—that they finally come to their father? Do I not wait for my children as one whose hair has turned white and gray?

Out, out, you untamed good storm spirit! Plunge down into the sea from your mountain caves, hurry and bless my children still before evening—

bless them with my happiness, with this rosary happiness! Throw these roses over their islands like a question mark, which asks: “Whence came such happiness?”

— until they learn to ask: “Does our father still live?

What, does our father Zarathustra still live? Does our old father Zarathustra still love his children?”

Lure my children to me with my greatest happiness! Entice them up to my faithful golden-brown father-longing! Drip upon them the honey of a long, long father-heart’s love!

The wind blows, the wind blows, the moon shines,—oh my distant, distant children, why do you not tarry here, with your father? The wind blows, no cloud stands in the sky, the world sleeps.— Oh happiness!Oh happiness!

But scarcely had Zarathustra spoken these words when he trembled down to the roots of his heart: for he noticed, as he looked down at his feet, that he was entirely alone. He had forgotten his guests—had his guests also forgotten him? "Where are you? Where are you?" Zarathustra called out into the night: but the night remained silent. —

"Where are you? Where are you, my animals?" Zarathustra called out once more into the night. But his animals too remained silent — —

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The Song of the Sorcerer.
Of Science.
The Rose Speech.

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The happy are curious.

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And if you call me your lord and master: then I will tell you in rhymes what this master thinks of himself.

Thus, namely, I once wrote above my house door, I mean above the entrance to this cave:

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On this earth there is no greater misfortune than when the powerful of the earth are not also the first among men. For then everything becomes crooked and false.

But when everything becomes false, what wonder is it if the rabble then strives to be master? Then the rabble's virtue says, "Behold, I alone am virtue!"

Such things happen between today and tomorrow: how this came to be and had to come

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I want to talk to you plainly and clearly

So far I have little idea what to do with you—the best thing is that we feast together.

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the 2 Kings
the voluntary beggar
the magician
the conscientious one
of the spirit
the ugliest man
the Pope out of service
the wanderer
the noon

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