11, 29[1-67] Herbst 1884 - Anfang 1885

29 [1]

Solche macht man mit Gründen mißtrauisch; aber mit erhabenen Gebärden überzeugt man sie.

— erreglich gleich greisen Völkern an Gehirn und Schamtheilen

— was geht mich euer Glaube an, an dessen Thür der Ehebruch Gottes steht!

— ihr folgt mir zu nahe auf dem Fuße: seht euch vor, daß ich euch nicht einmal den Kopf eintrete!

— geraden Flugs und Zugs, gleich stoßenden Adlern

— euer Paradies ist “unter dem Schatten der Schwerter”

— sehnsüchtig starr blickt er in den Abgrund—den Abgrund, der sich hinab in immer tiefere Tiefen ringelt.

— wie sicher ist dem Unstäten auch ein Gefängniß! Wie seelenruhig schlafen doch die Verbrecher!

— ich lache zu bald wieder: ein Feind hat wenig bei mir gutzumachen.

— bei bedecktem Himmel, wenn man Pfeile und tödtende Gedanken nach seinen Feinden schießt.

— denkendere Zeiten, zerdachtere Zeiten, als unser Heut und Gestern ist

— diese Zeit ist wie ein krankes Weib: laßt sie nur schrein, schimpfen, rasen und Tisch und Teller zerbrechen!

— in fernsten und kältesten Gedanken umgehend, wie ein Gespenst auf Gletschern

 ohne Weiber, schlecht genährt und ihren Nabel beschauend: also erfanden sie sich die Wollust Gottes.

— “der Mensch ist böse”: so sprachen noch alle Weisesten, mir zum Troste.

— sinnlich-gesund und schön, gleich buntgefleckten Raubthieren

— einem Winde bin ich gleich, der alle Himmel hell und alle Meere brausen macht.

— umhergetrieben, aufgewirbelt, ihr Reisenden, auf allen Oberflächen habt ihr einmal geschlafen, ihr, Staub auf allen Fensterscheiben und eitlen Spiegeln!

— das Unglück schweigt: und wer von seinem Unglück erst singen kann, der flog auch über sein Unglück weg.

— seid kurz, gebt mir zu rathen: oder ihr ermüdet meinen Stolz des Geistes.

— sie erfanden die heilige längste Langeweile und die Begierde nach Montagen und Werkeltagen.

— hier drehen sich furchtbare Dinge: schon gelüstet den Schwindelnden, sich in den Abgrund der Zukunft zu stürzen.

— die Sträflinge des Reichthums: ihre Gedanken klirren gleich kalten Ketten.

— Hartnäckige Geister, fein und kleinlich

— Das ist der Hang der Kleinen: sie möchten das Große herabziehn, herabschmeicheln.

— außer sich, dem Hunde gleich, vor Hingebung

— ach, sie fallen zurück in die großen Worte und die schwachen Thaten: ach, sie heißen sich wieder Tugendhafte!

— sie lieben, ach! und werden nicht geliebt! sie zerfleischen sich selber, weil Niemand sie umarmen will.

— du bist zu reich, du verdirbst zu Viele: denn du machst zu Viele neidisch!

— es steht schlimm: mancher meinte zu lügen und traf da erst die Wahrheit.

— ihr Verzweifelnden! Wie viel Muth macht ihr denen, die euch zuschauen!

— gleich Katzen und Weibern in der Wildniß heim sein und durch Fenster springen.

— sie haben sich ihren Gott und ihre Welt aus Nichts geschaffen: was wunders, daß —

— ihr sagtet nicht genug. Wie? Es ist Alles Schein? Es ist alles Lüge! Wie? Es ist alles Leiden und Untergang? Es ist alles Leiden- und Untergehen-Machen!

— habt ihr ihn schon erfunden, den häßlichsten Menschen? Ohne Gott, Güte, Geist —

— Ach, meine Freunde! Wohin ist das Gute und die Guten! Wohin ist die Unschuld dieser Lügen!

— die einst den Menschen schauten, so sehr Gott als Bock

— Wie! Tugend ist das, was still starr, kalt, glatt, was zum Bilde und zur Säule macht? Was sich an Tempeln zur Schau aufstellt?

— ihr fürchtet den gespannten Bogen: wehe, es könnte Einer einen Pfeil darauf legen.

— Wer nicht lügen kann, wissentlich und willentlich, wie sollte der je lernen, Wahrheit reden!

— er härmt sich über die Maaßen und nährt sich kümmerlich; er verlernte Fleisch essen und mit artigen Weiblein spielen.

— ungeschickt und scheu gleich einem Tiger nach mißrathenem Sprunge



Mensch—ein langer Strick; und ihr wollt mich überreden, ich sei der Knoten, der hinein geknüpft ist? (Zarathustra lachend.)

im Traume einen schlafenden Hund wecken: beide fahren sich an wie Todfeinde—und doch sind beide nur Erschrockene!

bringt Honig heran, eisfrischen Waben-Goldhonig! Mit Honig opfr’ ich allem, was schenkt, was gönnt, was gütig ist—erhebt die Herzen!

dem Fleißigen neid’ ich seinen Fleiß: goldhell und gleich fließt ihm der Tag herauf—und fern hinaus in dämmernde Ewigkeiten.

Einst—ach, wie fern dies Einst! wie süß, verirrten Glockenschlägen gleich im Walde, wie süß das Wort schon!



mit fliegenden Dolchen geschrieben—“Von alten und neuen Tafeln”

— “Kuhmüthiges Wohlwollen”

— der Tag klingt ab

— Distelköpfe, Tüftel-Tröpfe

— Särge und Sägespähne

— gleich überschnellen Spinnenaffen —

schnell hinein, schnell hinaus, wie bei einem Kaltwasserbade

Es ist Zeit und Überzeit, daß ich aufbreche

Schwindhunde rings um mich und schmächtiges Gezücht

29 [2]

Paul Grundprincipien der Sprachwissenschaft
Sanders
Leuthold, Rückert, Hebbel
Keller, altdeutsche Dichter (Leihb Antiqu)
Englische Lyriker?

29 [3]

Angesichts eines Menschen, der uns fremd ist, gehen uns die Fragen durch den Kopf: wer ist er? was will er? was kann er?— und je nach den Antworten, die wir auf diese Fragen gewinnen, bestimmen wir den Werth dieses Menschen. Sind wir selber unabhängig, einflußreich, mächtig, so bestimmen wir dabei sofort seinen Werth als Werth für uns: sind wir abhängig und irgend einer Heerde und Gemeinschaft eingeordnet, so bedeutet unsere Frage nach seinem Werth: welchen Werth hat er für uns, d. h. die Heerde?

29 [4]

(Es fehlt mir 1) Köchin
2) Musiker
3) Vorleser
4) eine Art Ceremonienmeister)
   

Wahrscheinlichkeit des Erfolgs: Pyramidenhaft. Breite Anlage meines Lebens. Benutzung der Mißerfolge

Als erster Erfolg: Köselitz (mein Geschmack)—als zweiter (moralischer Effekt) Stein.

    
Finanzen:  bei Overbeck
in Naumburg
bei Schmeitzner.
    

Was haben wir erreicht? festgestellt?

1) meine Wohnorte

a)dem Engadin verdanke ich Leben, Zarathustra
b)Nizza verdanke ich die Beendigung des Zarathustra
c)beide Orte gehören gut zu meiner Aufgabe: Nizza als kosmopolitisch, Sils als hochgebirgig

(Beide sollen zu dem Eindruck von mir beitragen.—)

Grundsätzlich—nicht in Deutschland leben, weil Europäische Mission.

nicht unter Universitäten —

— meine Vorgänger: Schopenhauer und Richard Wagner bewähren sich als europäische Bewegungen.

Vielleicht möglich an beiden Orten eine Art Lehr-Thätigkeit.



Was bleibt zu erfinden zunächst?

Verborgenheit. Erholungs-Orte. Calmirende Mittel.

29 [5]

An die höheren Menschen.

Herolds-Rufe
von
Friedrich Nietzsche.

29 [6]

Jede Tugend hat ihre Kehrseiten und Einbußen

29 [7]

zu lehren:
1) Isolation
2) gegen die Politik-Macherei
3) Wille der Erd-Regierung
4) nicht sich mit den Gutmüthigen und nicht mit den Selbst-Gerechten zu verwechseln
5) nationen-verbindend
6) gegen die Mächtigen und Reichen falls sie den Glauben an die höheren Menschen erschüttert haben — so wie die Kirche den Glauben an die Heiligen
7) gegen den Gott als Motiv der Ergebung und des Nachlassens
8) die höchsten Typen am meisten mißrathen
Tod aller Unvergänglichen.
Kraft, Wildheit, Energie, keine Milde
Gluth, Drama

29 [8]

Das Alleinsein mit einem großen Gedanken ist unerträglich.



Plan. Ich suche und rufe Menschen denen ich diesen Gedanken mittheilen darf, die nicht daran zu Grunde gehen.

Begriff des höheren Menschen: wer am Menschen leidet und nicht nur an sich, wer nicht anders kann als an sich auch nur “den Menschen” schaffen

 gegen alles genüßliche Beiseitegehen und Schwärmen der Mystiker.
 gegen die “Arrangirten.”
 wir Mißrathenen! Höchster Typus! uns zu erlösen ist “den Menschen selber” erlösen: das ist unser “Egoismus”!
   

4. Zarathustra. Dies sind die Lieder Zarathustras, welche er sich selber zusang, daß er seine letzte Einsamkeit ertrüge:

29 [9]

Ihr habt mich mit Ketten gebunden: aber selbst meine Henker sollen noch meine Jünger werden.

29 [10]

sie sind schlecht gegen mich—aber deshalb will ich sie nicht verlassen; sie denken klein von mir: so will ich zusehn, wie ich sie selber vergrößere.

29 [11]

— die Wellen steigen höher und höher: bald wird mein Nachen nicht mehr im Trocknen sitzen

— der auch Eseln Flügel giebt und Löwinnen melkt

— zur Stunde, wo Mittag auf den Fluren ruht: kein Hirt bläst da die Flöte

— Lieder des unbekannten Gottes

— entwölktes Schweigen (Alpenglühn) (Einsiedler)

— süßliche Hunde

29 [12]

1. Herolds-Rufe.2. Am großen Mittage.
3. Heuchelei der Guten.4. Die Gelobenden.

29 [13]

Von der Heuchelei der Guten.

1) Motive: ihr führt mich zum Gericht—ich aber mache euch zu meinen Aposteln und dem Esel gebe ich Flügel
2) Lieder der Höhe, allen Zukünftigen geweiht. Entwölktes Schweigen
3) ich nehme euch in den Arm—ach, ich sehe die epileptische Zuckung des eigenen Kindes
4) wo bleibt ihr?— da füllt es sich um mich mit Krüppeln
5) alle Zukunft kämpft unerlöst in mir und euch—wie sollten wir nicht mißgeformt sein!
6) an die Frommen. Sie fühlen das höhere Band der Ereignisse und die absolute Bedeutung der Person und sich als mißrathen.— Wenn alle Dinge ein fatum sind, so bin ich auch allen Dingen fatum.

29 [14]

(4)

Das Honig-Opfer.

Besuch—Versuchungen (und Anzeichen) Riecht das nahende Elend

der Dichter
der besessene Jüngling
der König (der Staatsmann “Bauer”)
der Narr der großen Stadt
das Weib (sucht den Mann—)
der Wahrsager

Sendet die Thiere auf Kundschaft.
Die siebente Einsamkeit.
 Der Heilige “noch Ein Mal?” Entschluß.
Löwe und Taubenschwarm.
Die Botschaft.

Abschied von der Höhle: Losreißung aus der Einsamkeit. Ewige Wiederkehr jedes guten Dings.

29 [15]

der sterbende Zarathustra hält die Erde umarmt.— Und obgleich es Niemand ihnen gesagt hatte, wußten sie alle, daß Zarathustra todt war.

29 [16]

An diesen alten Völkern ist nichts zu halten—sie mögen sich gegen einander stemmen und sträuben: von unten herauf sind sie gleich d. h. sie sind jetzt alle des Pöbels.

Sprache und Zeitungen —

29 [17]

1 Ausnützung der Vielen durch die Besten
2 Die Einsiedler zerfallen in Cyniker und Stoiker
— worin ihr Verbrauch an Kraft
ihr Mangel an Kraft
3 unsere Gegner die Lehrer der absoluten Moral.

29 [18]

die Ehrfurcht vor Gott ist die Ehrfurcht vor dem Zusammenhang aller Dinge und Überzeugung von höheren Wesen als der Mensch ist.

Götter bilden —

nach Göttern sich und Andere bilden —

Der Künstler ist Götter-Bildner (er liest das Gelungene aus, unterstreicht es usw.)

29 [19]

Zarathustra sagt seinen Thieren “Wir müssen uns für Gäste bereit machen.”

29 [20]

Der Instinkt in moralischen Dingen bedarf wie in künstlerischen des feinsten ausgebildeten auswählenden Geschmacks. Die meisten menschlichen Handlungen sind “nicht zum Ansehen” für mich.

29 [21]

Zarathustra zuerst von den Mißrathenen eingeladen—er weist sie ab ihr wollt nicht mit mir feiern sondern euch durch mich retten.

Endlich kommen seine “Glückseligen

29 [22]

“Wer liebt mich noch”—ein erfrierender Geist
Ein Epileptischer
Ein Dichter
Ein König

29 [23]

Zarathustras tiefe Geduld und Zuversicht, daß die Zeit kommt.

Die Gäste: der Wahrsager verbreitet schwarzen Pessimismus. die Milde gegen die Verbrecher (wie bei der fr Revolut)

Die Zeichen: die brennende große Stadt

Versuchungen zur Rückkehr vor der Zeit—durch Erregung von Mitleid.

Nachricht vom Untergang der Insel

Endlich: ich will es erst noch erfragen, ob sie leben—sendet den Adler aus —

Herolds-Rufe an die Einsamen

Doppelte Reihe der Zeichen

1) vom Verfall der Menschen
2) vom Vorhandensein großer Einzelner

Mit euch kann ich nicht Herr werden.

29 [24]

Der Wanderer (Wißbegierige)
Der König.
Der Wahrsager.
Der Jüngling vom Berge.
Der Narr der großen Stadt.
Der Heilige (zuletzt).
Die Kinderschaar.
Der Dichter

29 [25]

Gegensatz darzustellen zwischen den Mißrathenen (Vereinsamten) und dem zusammen erwachsenen ausgewählten “Volke”

29 [26]

Zarathustra: ich bin so übervoll des Glückes und habe Niemanden, dem ich abgeben, und nicht einmal den, dem ich danken könnte. So laßt mich euch, meinen Thieren, Dank darbringen.

1. 1. Zarathustra seinen Thieren dankend und sie auf Gäste vorbereitend. Heimliche Geduld des Wartenden und tiefe Zuversicht auf seine Freunde.
2—9. 2. Die Gäste als Versuchungen, die Einsamkeit aufzugeben: ich bin nicht gekommen, den Leidenden zu helfen usw. (franz Malerei)
  3. der Einsiedler-Heilige Fromme.
10—14. 4. Zarathustra sendet seine Thiere aus auf Kundschaft. Allein, ohne Gebet,—und ohne die Thiere. Höchste Spannung!
15. 5. “sie kommen!” Als der Adler und die Schlange reden, kommt der Löwe hinzu—er weint!
16. Abschied für immer von der Höhle. (Eine Art Festzug!) Er geht mit den 4 Thieren entgegen, bis zur Stadt

29 [27]

Zögern der Jünger. “Wir halten es schon mit dieser Lehre aus, aber die Vielen werden wir damit zerstören?”

Zarathustra lacht: “ihr sollt der Hammer sein, ich gab euch den Hammer in die Hand

29 [28]

Alle Tugend ist erworbene Tugend, es giebt keine zufällige Tugend. Von Vätern her angesammelt —

29 [29]

Das Problem der Einsamkeit mit und ohne Gott—dies Beten, Danken, Lieben verschwendet ins Leere

29 [30]

der Wahrsager: ich entdeckte die geheime Müdigkeit aller Seelen, den Unglauben, Nichtglauben—scheinbar lassen sie sich’s gut gehen—sie sind müde. Sie glauben alle nicht an ihre Werthe.

Und auch du, Zarathustra! Es genügte ein kleiner Blitz, dich zu zerbrechen!

Gut, aber da bleiben

29 [31]

sprach alles noch Ein Mal (wiederkehrend wie das Medusen-Haupt

29 [32]

Erste Scene. Zarathustra ist thöricht mit seinen Thieren, bringt das Honig-Opfer, vergleicht sich mit der Pinie, dankt auch seinem Unglück, lacht über seinen weißen Bart

Überrascht vom Wahrsager
Gründe der großen Müdigkeit

Evangelium der Leidenden, bisher ihre Zeit.

Gleichheit.

Heuchelei.

29 [33]

Zarathustra 5: volle Anerkennung des Menschlichen in Betreff der sichtbaren Welt—Abweisung der idealistischen Philosophie und Erklärung aus Sattheit, Widerwillen am Menschen.— Die “Falschheit” in den Dingen zu erklären als Resultat unserer schaffenden Kraft!

29 [34]

“Für euch Glück und Knechtschaft!”

29 [35]

Unbewußt-Schaffendes und Künstlerisches in der Welt der Erscheinungen auch bewußt

Unbewußte Lügner

Die ganze unbewußte Seite unserer Moralität, z. B. unsere unbewußte Heuchelei

29 [36]

Veredelung—Veradelung.

29 [37]

Ob die Macht bei den Vielen oder bei den Wenigen sei, das Gefühl so oder so bestimmt eine oligarchische oder ochlokratische Form.

29 [38]

trockne ausgetrunkene Seelen

29 [39]

die 2 Könige mit dem Esel
Pöbel, der nicht zu verehren lernt

der froheste Mann—Wahrsager Verdüsterung
der große ganze Mensch—das kranke Genie
der Pöbel-feind—2 Könige
der Schöne-Vornehme—Arzt, Entartung und Schwäche
der Nicht-Heuchler—Büsser des Geistes Verlogenheit
die zitternden Leiber Schaar der Hülfeflehenden
“Hört jetzt das Genie!”
Zarathustra voll Ekel schweigt.
die Seele der Trompeter
die Heuchler des Glücks

29 [40]

Die neue Aufklärung
Eine Vorbereitung
zur Philosophie der ewigen Wiederkunft.
Von
Friedrich Nietzsche.

29 [41]

die Macht ist böse: wir sind nicht groß genug auch zu ihrem Bösen. Der Schaffende ist ein Vernichtet: wir sind nicht groß genug zum Schaffen und Vernichten.

29 [42]

Kleines Gutmachen großen Mißrathens.

29 [43]

oh Zarathustra, du bist der Erste und Einzige dem das Schicksal des Menschen am Herzen liegt: wir wissen schon, wer, du bist. Ehemals nahmen es darin auch die Schwersten leicht: siehe, sprachen sie, das geht über unser Vermögen und Vorhersehen, da mag Gott selber zusehen

Du aber sprichst: “Vermögen? Vorhersehen? Was geht mich’s an! Versuchen wir’s! Alles hängt hier am Vorherthun!”

29 [44]

Daß auch Andere sorgen lernen für des Menschen Zukunft, daß sie stumm bleiben, das Gewinsel los werden über uns und den Nachbarn und das Heute und bei all der Noth

29 [45]

Du wartest daß dir Arme und Beine und Werkzeuge wachsen deines Werkes—daß dir Kinder wachsen und Erben

29 [46]

Aber ich sollte besser sagen: dein gutes Gewissen, nämlich dein Rest von Redlichkeit. Ein kleiner Rest wohl, denn du bist ein Falschmünzer schon

29 [47]

Und wer einen Namen dafür will, der mag es heißen: “die Versuchung Zarathustras.”

(Schluß)

29 [48]

Das Beste habe ich nicht mit ihnen gemein.

29 [49]

Auch noch in dieser Demuth ist ein Korn Kunst und Heuchlerei; aber das was ich sehe, was ich mit allen Sinnen rieche—du hast an dir selber Ekel.

Du bist deiner selber satt und müde.

29 [50]

Der wilde Jäger.

Du Nachtwind in den Schluchten, was sprichst du?

29 [51]

Zum Papst: du hast schöne Hände. Die Hände eines Solchen, der viel Segen ausgetheilt hat.

Zarathustra zu seinen Gästen—ihr werdet in die Höhe gedrückt, zu mir; das Volk sagt “ihr steigt”

der gute Europäer “ich habe alle Verbrechen begangen. Ich liebe die gefährlichsten Gedanken und die gefährlichsten Weiber.

Der Papst: ihr verkennt mich: ich darf aufgeklärter als ihr sein. Lieber ihn in der Gestalt verehren als in gar keiner Gestalt!

Der welcher sprach: “Gott ist ein Geist”—der machte bisher den größten Schritt und Sprung zum Unglauben; solch Wort ist auf Erden nicht leicht wieder gut zu machen.

Zarathustra zum freiwilligen Bettler: “du hast gewißlich irgend einen Überfluß: gieb mir davon ab!”

Daran erkenne ich Zarathustra.

— Willst du von meinem Überflusse an Ekel?

— sie tanzen wohl zum Besten der Armen, es ist jede Scham vor dem Unglücke dahin

Der Gewissenhafte

Dicht neben dem Blutegel beginnt meine Unwissenheit: aber ich verlernte, mich deshalb zu schämen.

29 [52]

Höherer Mensch

im Zeitalter, wo die Zufriedenheit des Pöbels herrscht, ist der Ekel das Abzeichen der höheren Menschen

29 [53]

Und wenn ich einmal mit Wölfen heulen muß, so heule ich besser als ein Wolf.

29 [54]

Wer ein einziges Erlebniß wieder haben will, muß alle sich wieder wünschen.

29 [55]

Ich bin ein Worte-macher: was liegt an Worten! was liegt an mir!

29 [56]

Thut gleich mir: so lernt ihr, was ich lernte: nur der Thäter lernt.

Stellt euch auf den Markt, daß ihr lernt, was Pöbel und Pöbel-Lärm ist: bald soll euch Hören und Sehen vergehn.



was um mich wohnt, das wohnt sich bald auch ein.



Hat euch einmal eine Tugend überredet und überwunden: so wißt und zürnt nicht darob: all das Schlimme in euch will seine Rache dafür haben:—

Am härtesten nämlich, ihr höheren Menschen, werdet ihr immer für eure Tugend bestraft.

29 [57]

W

Das Heimweh, nicht nach einem Heim, nicht nach einem Vaterhause und Vaterlande, denn ich hatte Beides nicht: sondern das Weh darob, daß ich kein Heim habe.

29 [58]

ihr seid heute die höheren Menschen, der Fromme, dem sein Gott starb, der Übergütige in der Zeit des Pöbels, der Wanderer ohne Ziel und Heim-Kehr, der Wissende, und Gewissenhafte, der entzauberte Zauberer, der an sich selber zerbricht, der gepurpurte König, der Null ist und Zehn bedeutet

ihr gepurpurten Könige, die ihr Nullen seid und Zehn bedeutet, ihr Gewissenhaften des Geistes



Auch ohne Geld, oh Zarathustra, auch ohne Geld! Nichts macht häßlicher als kein Geld haben!



Seien wir allesammt froh und guter Dinge: und was Gott betrifft, ihr höheren Menschen, so mag ihn—der Teufel holen!

29 [59]

Wenn den Einsamen die große Furcht anfällt, wenn er läuft und läuft, und nicht weiß wohin?

wenn schlimme Stürme brüllen, wenn der Blitz gegen ihn zeugt, wenn seine Höhle ihn mit Gespenstern fürchten macht —



Den Dichterlingen und Faulthieren sei’s gesagt: wer nichts zu schaffen hat, dem macht ein Nichts zu schaffen.

29 [60]

Die letzte Sünde

29 [61]

das Frohlocken dieser höheren Menschen kam ihm wie ein Thauwind: seine Härte schmolz. Sein Herz zitterte bis in die Wurzel

29 [62]

Hier kreist die Zukunft, hier klafft der Abgrund, hier kläfft der Höllenhund, hier schwindelt dem Weisesten.

29 [63]

Das Honig-Opfer.
Der Wahrsager.
Der Dichter.
Die Könige.
Der Heilige.

Die siebente Einsamkeit.
Unter neuen Thieren.
Die Botschaft der Glückseligen.
Abschied von der Höhle.

29 [64]

— Und wieder liefen Monde und Jahre dahin, und Zarathustras Haar wurde weiß, aber Zarathustra saß an seiner Höhle, sah hinaus, achtete der Zeit nicht. Die Welt hatte Zarathustra’s vergessen: hatte er auch der Welt vergessen?



Kommt mir nicht zu nahe, wenn ihr euch an mir wärmen wollt—ihr möchtet euch sonst die Herzen versengen. Ich bin überheiß und zwinge mit Mühe meine Flammen, daß sie mir nicht aus dem Leibe brechen.



Man hat dir die Pfoten gebunden: nun kannst du nicht kratzen, du Kratz-Katze!



mit durstigen ausgedörrten Schwertern, welche zu lange an der Wand glänzten und

mit Schwertern, gleich rothgefleckten Schlangen

29 [65]

1. Die Geburt der Tragödie.
2. Unzeitgemässe Betrachtungen.
3. Menschliches, Allzumenschliches.
4. Der Wanderer und sein Schatten.
5. Morgenröthe.
6. Die fröhliche Wissenschaft.
7. Also sprach Zarathustra.
8. Dionysos oder: die heiligen Orgien

29 [66]

Mittag und Ewigkeit.

Von
Friedrich Nietzsche.

Zweiter Theil:
die Herolds-Rufe.

Mittag und Ewigkeit.

Von
Friedrich Nietzsche.

Dritter Theil:
der Namenlose segnet.

29 [67]

von Ouwaroff, Nonnos von Panopolis der Dichter.
Letourneau physiologie des passions (in der biblioth des sciences contemporaines)
Amiel journal intime tom. II Mém I Viel Castel
Guyau, esquisse d’une morale (Paris Alcan)
Wellhausen, Skizzen I / Berlin Reimer 1884

Adolf Schöll, Goethe
Ges. Aufsätze z Klass. Litt. (Berlin, Hertz)
Gozzi Casanova Goldoni De Brosses Mayer 4 B

11, 29[1-67] Herbst 1884 - Anfang 1885

29 [1]

Such things make one suspicious for reasons; but with sublime gestures one convinces them.

— excitable like aged peoples in brain and genitals

— what does your faith matter to me, at whose door stands the adultery of God!

— you follow me too closely on the heel: beware, lest I kick your head in one day!

— straight flight and pull, like striking eagles

— your paradise is “under the shadow of swords”

— longingly he stares into the abyss—the abyss that coils down into ever deeper depths.

— how secure is a prison even to the restless! How peacefully the criminals sleep!

— I laugh too soon again: an enemy has little to make up for with me.

— under clouded skies, when one shoots arrows and deadly thoughts at one’s enemies.

— more thoughtful times, more pondered times, than our today and yesterday

— this time is like a sick woman: let her scream, curse, rage, and break table and dishes!

— wandering in the farthest and coldest thoughts, like a ghost on glaciers

 without women, poorly nourished and gazing at their navel: thus they invented the lust of God.

— “man is evil”: so spoke all the wisest, to my comfort.

— sensually healthy and beautiful, like multicolored predators

— I am like a wind that makes all heavens bright and all seas roar.

— driven about, whirled up, you travelers, on all surfaces you have once slept, you, dust on all windowpanes and vain mirrors!

— misfortune is silent: and he who can first sing of his misfortune has also flown beyond his misfortune.

— be brief, give me counsel: or you weary my spirit’s pride.

— they invented the holy longest boredom and the longing for Mondays and workdays.

— terrible things turn here: already the dizzy one lusts to hurl himself into the abyss of the future.

— the convicts of wealth: their thoughts clatter like cold chains.

— stubborn spirits, fine and petty

— that is the inclination of the small: they would drag the great down, flatter it down.

— beside themselves, like the dog, in devotion

— ah, they fall back into grand words and weak deeds: ah, they call themselves virtuous again!

— they love, ah! and are not loved!they tear themselves apart because no one wants to embrace them.

— you are too rich, you corrupt too many: for you make too many envious!

— things are bad: some thought they were lying and only then hit the truth.

— you despairing ones! How much courage you give to those who watch you!

— like cats and women in the wilderness, be at home and leap through windows.

— they created their god and their world from nothing: what wonder that —

— you did not say enough. What? Is everything mere appearance? Is everything a lie! What? Is everything suffering and decline? Is everything making suffering and decline!

— have you already invented the ugliest man? Without god, goodness, spirit —

— Oh, my friends! Where has the good and the good gone! Where is the innocence of these lies!

— who once saw man as much god as goat

— What! Virtue is that which stands still, stiff, cold, smooth, which turns into image and column? Which displays itself at temples?

— you fear the taut bow: woe, someone might place an arrow upon it.

— Who cannot lie, knowingly and willingly, how should he ever learn to speak the truth!

— he torments himself beyond measure and nourishes himself poorly; he unlearned eating meat and playing with pretty little women.

— clumsy and shy like a tiger after a failed leap



Man—a long rope; and you want to persuade me that I am the knot tied into it? (Zarathustra laughing.)

in a dream, waking a sleeping dog: both snap at each other like mortal enemies—and yet both are only the startled!

brings honey forth, ice-fresh comb-golden honey! With honey I honor all that gives, that grants, that is kind—it uplifts the hearts!

I envy the industrious their diligence: golden-bright and steady, the day flows up to them—and far out into twilight eternities.

Once—ah, how distant that Once! how sweet, like stray bell-strikes in the forest, how sweet the word already!



written with flying daggers—“Of Old and New Tablets”

— “Cowardly Goodwill”

— the day rings out

— Thistle-heads, Tinkering-Drips

— Coffins and sawdust

— like leaping spider-monkeys —

quick in, quick out, as in a cold bath

It is time and over-time that I depart

Scoundrels all around me and puny brood

29 [2]

Paul Grundprincipien der Sprachwissenschaft
Sanders
Leuthold, Rückert, Hebbel
Keller, altdeutsche Dichter (Leihb Antiqu)
Englische Lyriker?

29 [3]

When faced with a person who is strange to us, the questions run through our minds: who is he? what does he want? what can he do?— and depending on the answers we gain to these questions, we determine the value of this person. If we ourselves are independent, influential, powerful, we immediately determine his value as value for us: if we are dependent and integrated into some herd and community, then our question about his value means: what value does he have for us, i.e., the herd?

29 [4]

(I am missing 1) a cook
2) a musician
3) a reader
4) a kind of master of ceremonies)
   

Probability of success: Pyramidal. Broad foundation of my life. Use of failures

As first success: Köselitz (my taste)—as second (moral effect) Stein.

    
Finances:  with Overbeck
in Naumburg
with Schmeitzner.
    

What have we achieved?determined?

1) my places of residence

a)I owe life, Zarathustra to the Engadin
b)I owe the completion of Zarathustra to Nice
c)both places suit my task well: Nice as cosmopolitan, Sils as high-alpine

(Both should contribute to the impression of me.—)

Fundamentally—not living in Germany because of the European mission.

not among universities —

— my predecessors: Schopenhauer and Richard Wagner prove themselves as European movements.

Perhaps possible at both places a kind of teaching activity.



What remains to be invented first?

Concealment. Places of recovery. Calming means.

29 [5]

To the Higher Men.

Herald Calls
by
Friedrich Nietzsche.

29 [6]

Every virtue has its downsides and losses

29 [7]

to teach:
1) Isolation
2) against political maneuvering
3) Will of the Earth Government
4) not to confuse oneself with the good-natured or the self-righteous
5) nation-uniting
6) against the powerful and rich if they have shaken faith in higher men — just as the church has shaken faith in the saints
7) against God as a motive for submission and indulgence
8) the highest types fail most
Death of all immortals.
Strength, wildness, energy, no mildness
Fire, drama

29 [8]

Being alone with a great thought is unbearable.



Plan. I seek and call out to people to whom I may communicate this thought, who will not perish from it.

Concept of the higher human being: one who suffers from humanity and not just from oneself, who cannot help but create “humanity” even in oneself

 against all indulgent withdrawal and rapture of the mystics.
 against the “arranged ones.”
 we misfits! Highest type! To redeem us is to redeem “mankind itself”: that is our “egoism”!
   

4. Zarathustra. These are the songs of Zarathustra, which he sang to himself so that he might endure his final solitude:

29 [9]

You have bound me with chains: but even my executioners shall yet become my disciples.

29 [10]

they are bad to me—but that's why I don't want to leave them; they think small of me: so I want to see how I myself enlarge them.

29 [11]

— the waves rise higher and higher: soon my skiff will no longer sit in the dry

— who also gives wings to donkeys and milks lionesses

— at the hour when noon rests on the fields: no shepherd blows the flute then

— songs of the unknown god

— cloudless silence (Alpenglow) (hermit)

— sickly-sweet dogs

29 [12]

1. Herald's Calls.2. At the Great Noon.
3. Hypocrisy of the Good.4. The Promisers.

29 [13]

On the Hypocrisy of the Good.

1) Motives: you lead me to judgment—but I make you my apostles and give wings to the donkey
2) Songs of the Heights, dedicated to all Future Ones. Cloudless silence
3) I take you in my arms—ah, I see the epileptic twitching of my own child
4) where are you?— then it fills around me with cripples
5) all future struggles unredeemed in me and you—how could we not be misshapen!
6) to the pious. They feel the higher bond of events and the absolute meaning of the person and themselves as failed.— If all things are a fatum, then I am also a fatum to all things.

29 [14]

(4)

The Honey Sacrifice.

Visit—Temptations (and Signs) Smells the approaching misery

the poet
the possessed youth
the king (the statesman "peasant")
the fool of the great city
the woman (seeks the man—)
the soothsayer

Sends the animals on reconnaissance.
The seventh solitude.
 The Saint "once more?" Decision.
Lion and flock of doves.
The message.

Farewell from the cave: breaking away from solitude. Eternal return of every good thing.

29 [15]

the dying Zarathustra holds the earth embraced.— And although no one had told them, they all knew that Zarathustra was dead.

29 [16]

There is nothing to hold onto in these old peoples—they may push and resist against each other: from below they are the same, i.e., they are all now of the rabble.

Language and newspapers—

29 [17]

1 Exploitation of the many by the best
2 The hermits divide into Cynics and Stoics
— wherein their consumption of strength
their lack of strength
3 our opponents the teachers of absolute morality.

29 [18]

reverence for God is reverence for the interconnectedness of all things and the conviction of higher beings than man is.

Gods form —

after gods, oneself and others form —

The artist is a god-sculptor (he reads out the successful, underlines it, etc.)

29 [19]

Zarathustra says to his animals, “We must prepare ourselves for guests.”

29 [20]

The instinct in moral matters requires, as in artistic ones, the finest developed selective taste. Most human actions are "not for viewing" for me.

29 [21]

Zarathustra first invited by the failed ones—he rejects them: you do not want to celebrate with me but to save yourselves through me.

Finally, his “blessed ones” arrive

29 [22]

“Who still loves me”—a freezing spirit
An epileptic
A poet
A king

29 [23]

Zarathustra's deep patience and confidence that the time will come.

The guests: the soothsayer spreads black pessimism. the leniency towards the criminals (as in the fr Revolution)

The signs: the burning great city

Temptations to return before the time—through arousal of compassion.

News of the island's downfall

Finally: I want to inquire first whether they are alive—sends out the eagle—

Herald's calls to the solitary ones

Double series of signs

1) of the decline of mankind
2) of the existence of great individuals

With you I cannot become master.

29 [24]

The Wanderer (Inquisitive)
The King.
The Seer.
The Youth from the Mountain.
The Fool of the Great City.
The Saint (lastly).
The Children's Crowd.
The Poet

29 [25]

To contrast the Misfits (the Lonely) with the selected "people" who grew up together

29 [26]

Zarathustra: I am so overflowing with happiness and have no one to give it to, and not even someone to thank. So let me offer thanks to you, my animals.

1. 1. Zarathustra thanking his animals and preparing them for guests. Secret patience of the one who waits and deep confidence in his friends.
2—9. 2. The guests as temptations to abandon solitude: I did not come to help the suffering, etc. (French painting)
  3. the hermit-saint pious.
10—14. 4. Zarathustra sends his animals out on reconnaissance. Alone, without prayer,—and without the animals. Highest tension!
15. 5. “they are coming!” When the eagle and the serpent speak, the lion joins—he weeps!
16. Farewell forever from the cave. (A kind of procession!) He goes with the 4 animals towards, until the city

29 [27]

Hesitation of the disciples. “We can endure this teaching, but will we destroy the many with it?”

Zarathustra laughs: “you shall be the hammer, I gave you the hammer in hand

29 [28]

All virtue is acquired virtue, there is no accidental virtue. Accumulated from fathers —

29 [29]

The problem of loneliness with and without God—this praying, thanking, loving wasted into the void

29 [30]

the soothsayer: I discovered the secret weariness of all souls, the disbelief, unbelief—apparently they are doing well for themselves—they are weary. None of them believe in their values.

And you too, Zarathustra! A small flash of lightning would have been enough to break you!

Well, but there they remain

29 [31]

spoke everything once more (recurring like the Medusa's head

29 [32]

First Scene. Zarathustra is foolish with his animals, brings the honey offering, compares himself to the pine, thanks also his misfortune, laughs at his white beard

Surprised by the soothsayer
Reasons for the great fatigue

Gospel of the Suffering, hitherto their time.

Equality.

Hypocrisy.

29 [33]

Zarathustra 5: full recognition of the human in regard to the visible world—rejection of idealistic philosophy and explanation from satiety, disgust with man.— To explain the “falsity” in things as the result of our creative power!

29 [34]

“For you, happiness and servitude!”

29 [35]

Unconsciously creative and artistic in the world of appearances also consciously

Unconscious liars

The entire unconscious side of our morality, e.g., our unconscious hypocrisy

29 [36]

Refinement—ennoblement.

29 [37]

Whether power lies with the many or the few, the sentiment in either case determines an oligarchic or ochlocratic form.

29 [38]

dry, drained souls

29 [39]

the 2 kings with the donkey
rabble, who does not learn to revere

the happiest man—fortune-teller gloom
the great whole man—the sick genius
the rabble-enemy—2 kings
the beautiful-noble—doctor, degeneration and weakness
the non-hypocrite—penitent of the spirit's deceitfulness
the trembling bodies host of the help-begging
“Listen now to the genius!”
Zarathustra, full of disgust, is silent.
the soul of the trumpeters
the hypocrites of happiness

29 [40]

The New Enlightenment
A Preparation
for the Philosophy of Eternal Recurrence.
By
Friedrich Nietzsche.

29 [41]

power is evil: we are not great enough for its evil. The creator is a destroyer: we are not great enough to create and destroy.

29 [42]

Small compensation for great failure.

29 [43]

oh Zarathustra, you are the first and only one to whom the fate of man is close to the heart: we already know who you are. Formerly, even the heaviest took it lightly: see, they said, this is beyond our capacity and foresight, let God himself take care of it

But you say: “Capacity? Foresight? What do I care! Let us try! Everything depends here on the predoing!”

29 [44]

That others also learn to care for the future of mankind, that they remain silent, rid themselves of the whining about us and the neighbors and the present, and in all this distress

29 [45]

You wait for arms and legs and tools to grow for your work—for children and heirs to grow for you

29 [46]

But I should rather say: your good conscience, namely your remnant of honesty. A small remnant indeed, for you are already a counterfeiter

29 [47]

And whoever wants a name for it may call it: “the temptation of Zarathustras.”

(End)

29 [48]

The best I do not share with them.

29 [49]

Even in this humility there is a grain of art and hypocrisy; but what I see, what I smell with all my senses—you have disgust for yourself.

You are sick and tired of yourself.

29 [50]

The Wild Huntsman.

You night wind in the gorges, what do you say?

29 [51]

To the Pope: you have beautiful hands. The hands of one who has bestowed much blessing.

Zarathustra to his guests—you are being pushed upward, to me; the people say “you rise”

the good European “I have committed all crimes. I love the most dangerous thoughts and the most dangerous women.

The Pope: you misunderstand me: I may be more enlightened than you. Better to venerate him in this form than in no form at all!

He who said: “God is a spirit”—he has so far taken the greatest step and leap into unbelief; such a word is not easily made good again on earth.

Zarathustra to the voluntary beggar: “you surely have some surplus: give me some of it!”

By this I recognize Zarathustra.

— Do you want some of my surplus of disgust?

— they may dance for the benefit of the poor, all shame before misfortune is gone

The Conscientious One

Right next to the leech begins my ignorance: but I have unlearned to be ashamed of it.

29 [52]

Higher Human

in the age where the satisfaction of the rabble reigns, disgust is the badge of higher humans

29 [53]

And if I ever have to howl with the wolves, I howl better than a wolf.

29 [54]

Whoever wants to have a single experience again must wish for all of them again.

29 [55]

I am a word-maker: what do words matter! what do I matter!

29 [56]

Do as I do: thus you will learn what I learned: only the doer learns.

Go to the marketplace so that you may learn what the rabble and the rabble's noise is: soon your hearing and sight will fade.



what dwells around me will soon also dwell within me.



If once a virtue has persuaded and overcome you: know this and do not be angry about it: all that is evil in you will seek its revenge for it:—

For it is hardest, you higher men, that you are always punished for your virtue.

29 [57]

W

The homesickness, not for a home, not for a father's house and fatherland, for I had neither: but the sorrow that I have no home.

29 [58]

you are today the higher men, the pious one whose God died, the over-good in the time of the rabble, the wanderer without goal and home-return, the knowing and conscientious, the disenchanted magician who breaks on himself, the purple-clad king who is zero and means ten

you purple-clad kings who are zeros and mean ten, you conscientious of the spirit



Even without money, oh Zarathustra, even without money! Nothing makes uglier than having no money!



Let us all be glad and of good cheer: and as for God, you higher men, let him—the devil take him!

29 [59]

When the lonely one is seized by great fear, when he runs and runs, and does not know where to?

when fierce storms howl, when the lightning testifies against him, when his cave frightens him with ghosts —



Let it be said to the poetasters and idlers: he who has nothing to create, a nothing will create for him.

29 [60]

The Last Sin

29 [61]

the exultation of these higher men came to him like a thaw wind: his hardness melted. His heart trembled to its very roots

29 [62]

Here the future circles, here the abyss yawns, here the hellhound barks, here the wisest man reels.

29 [63]

The Honey Sacrifice.
The Soothsayer.
The Poet.
The Kings.
The Saint.

The Seventh Solitude.
Among New Animals.
The Message of the Blessed.
Farewell to the Cave.

29 [64]

— And again moons and years passed by, and Zarathustra’s hair turned white, but Zarathustra sat by his cave, looked out, and paid no heed to time. The world had forgotten Zarathustra: had he also forgotten the world?



Do not come too close to me if you wish to warm yourselves by me—lest you scorch your hearts. I am too hot and barely restrain my flames from bursting forth from my body.



Your paws have been bound: now you cannot scratch, you scratch-cat!



with thirsty, parched swords, which have gleamed too long upon the wall, and

with swords, like red-spotted serpents

29 [65]

1. The Birth of Tragedy.
2. Untimely Meditations.
3. Human, All Too Human.
4. The Wanderer and His Shadow.
5. Dawn.
6. The Gay Science.
7. Thus Spoke Zarathustra.
8. Dionysos or: The Holy Orgies

29 [66]

Noon and Eternity.

By
Friedrich Nietzsche.

Second Part:
the Herald's Calls.

Noon and Eternity.

By
Friedrich Nietzsche.

Third Part:
the Nameless Blesses.

29 [67]

by Ouwaroff, Nonnos of Panopolis the poet.
Letourneau physiology of the passions (in the biblioth des sciences contemporaines)
Amiel intimate journal vol. II Mem I Viel Castel
Guyau, sketch of a morality (Paris Alcan)
Wellhausen, Sketches I / Berlin Reimer 1884

Adolf Schöll, Goethe
Collected Essays on Classical Literature (Berlin, Hertz)
Gozzi Casanova Goldoni De Brosses Mayer 4 B

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