10, 4[1-280] November 1882 - Februar 1883

4 [1]

Wir stehen vor der größten Erregung—und hinter ihr der Rückschlag! die Sehnsucht ins Nichts!— Und wir wollen weder in dieser Erregung noch in dieser Sehnsucht zu Grunde gehen—wir Freunde des Lebens.

4 [2]

Ich habe von allen Europäern, die leben und gelebt haben, die umfänglichste Seele: Plato Voltaire es hängt von Zuständen ab, die nicht ganz bei mir stehen, sondern beim “Wesen der Dinge”—ich könnte der Buddha Europas werden: was freilich ein Gegenstück zum indischen wäre.

4 [3]

Zu allen ersten Begegnungen gehört Glück und irgend ein gutes Vogelzeichen.

4 [4]

Es geht eine falsche Rede: “wer sich selber nicht erlöst, wie kann der die Anderen erlösen?” Wenn ich den Schlüssel zu deinen Ketten habe, warum müßte dein und mein Schloß dasselbe sein?

Im Kriege seid ihr heilig und wenn ihr mordet und brennt.



“Ein-Form” nennen sie’s, was sie tragen: Einförmigkeit ist’s was sie damit bedecken.



Schlafen sollt ihr wieder—und besser träumen.



Diese Grausamkeit sitzt in meinen Eingeweiden. Seht, ich bin böse.



Ihr sagt: die Sache sei es die den Krieg heilige? Der Krieg ist es, der die Sache heiligt!



Heerden sind nichts Gutes, auch nicht wenn sie dir nach laufen.



Der Hirt ist ein vergoldetes Werkzeug der Heerde.

4 [5]

Vernunft ist auch noch im Weisesten die Ausnahme: Chaos und Nothwendigkeit und Wirbel der Sterne—das ist die Regel.



Man muß aus dem Tode ein Fest machen und dabei ein wenig boshaft gegen das Leben sein: ein Weib, das uns verlassen will, uns!



Was die Helden betrifft, so denke ich nicht so gut von ihnen: immerhin: es ist die annehmbarste Form des Daseins, nämlich wenn man keine andere Wahl hat.

4 [6]

Wir haben beide etwas für uns: du die Affekte ich die Gründe.

Aus meinem eignen Gifte mache ich Balsam für meine Gebresten.

Ich melke deine Euter, geliebte Trübsal!



Es gab viele Gottmenschen auf Erden: und jeder Gottmensch schuf seinen Gott.

Es giebt nicht ärgere Feindschaft auf Erden als zwischen Gottmenschen und ihren Göttern.



Ihr Brüder, ich habe mich enthüllt: ich schäme mich nicht, mich nackt zu zeigen.

Scham heißt der Unhold, der sich zu dem Menschen gesellte, als es ihn über die Thiere hinaus gelüstete.



Es steht den Menschen frei, an Zarathustra zu glauben: was geht das Zarathustra an?

4 [7]

Halbgott.
Held.
Mann.
Kind.
Bin ich doch ein Genosse der Mit-Thiere.

4 [8]

Ich komme euch zu helfen—und ihr beklagt euch, daß ich nicht mit euch weinen will.

4 [9]

Ich weiß dies längst: Menschen von der Art, wie meine M und S müssen meine natürlichen Feinde sein—daran ist nichts zu ändern: der Grund liegt im Wesen aller Dinge. Es verdirbt mir die Luft, unter solchen M zu sein und ich habe viel Selbstüberwindung nöthig.

4 [10]

An die Männer. Dies ist die Lehre von der Heiligkeit.
An die Weiber. Jenseits von gut und böse.
An die Kinder. Mittag und Ewigkeit.
Zarathustra unter Thieren. Die sieben Einsamkeiten.

4 [11]

Ich würde an jedem einzelnen meiner Affekte zu Grunde gegangen sein. Ich habe immer einen gegen den anderen gesetzt.

4 [12]

Es soll für mich keinen Menschen geben, vor dem ich Ekel oder Haß habe.

4 [13]

“Wie Brahma lebt man allein; wie ein Gott lebt man zu Zweien; wie ein Dorf lebt man zu Dreien; wo es mehr sind, ist es ein Lärm und ein Getümmel.”



Rede nicht wie ein Mensch zu Thieren, sagt ihr,

Meine stärkste Eigenschaft ist die Selbstüberwindung. Aber ich habe sie auch am meisten nöthig—ich bin immer am Abgrunde.



Ich rede und das Kind spielt: kann man ernsthafter sein als wir Beide es jetzt sind?

4 [14]

Ich bin nicht groß genug, diese Empfindungen nicht zu haben: aber ich bin groß genug, mich ihrer nicht zu schämen.

4 [15]

Es lebt Niemand, der mich loben dürfte.



Für Mann “ich will” für Frau “ich muß”



Ich gehöre zum Geschlecht der Jähzornigen, der Wollüstigen, der Rachsüchtigen und der Glaubens-Wüthigen—fast vergaß ich’s selber.

4 [16]

Die Moral ist durch die Freigeisterei auf ihre Spitze getrieben und überwunden.

Ich rede zu Männern, sprach Zarathustra—heißet die Weiber davongehen.

4 [17]

So sprach der Narr: einem neuen Geiste die alten Opfer bringen, die alte Seele durch einen neuen Leib umwandeln.



Blut begründet nicht; Blut erlöst auch nicht. Ich mag jene Liebesmale nicht,

4 [18]

Der beste Mann ist böse, das beste Weib ist schlecht.



Liebe war es zum Hirt und Heerde, die schuf den Nutzen nun als gut und heilig:

Liebe war es zum Kinde und Geschlecht: diese Liebe war Zorn gegen die Frevler an der Liebe Aller, und Schuld war Frevel an der Liebe Aller.



Aus der Liebe schufen sie Gut und Böse: und nicht aus der Klugheit, denn älter ist Liebe als Klugheit.



Nützlich war einst, was die Liebe Aller gebot: und wessen Liebe die mächtigste war, den schuf sich die Heerde zum Hirt.



Klein war noch die Liebe zum Nächsten, verachtet das Ich: und über Alles war Heerde.

4 [19]

Ich ehre alle M ich verachte allein die Pharisäer.

4 [20]

Eines Morgens stieg Zarathustra auf einen Berg: als er allein mit sich war, rühmte er sich also: dich, mein Buch,

Die Menschheit hat kein Ziel: sie kann sich auch ein Ziel geben—nicht für das Ende, nicht die Art erhalten, sondern sie aufheben.



Und alles Volk soll sprechen: heilig ist dieser Verbrecher.



Der Schöpfer (Erkennende), der Mittheiler (der Künstler), der Vereinfacher (der Liebende).



Ertragt meine Tugend! (als eine Übermacht).



Staat und Gesellschaft sind für Einige nicht nöthig aber diese müssen sie ertragen und sich, so gut es geht, entziehen.



Sparsamkeit dessen, der nicht lieben kann.

4 [21]

Ein unheimliches und ruhmloses Ziel.

4 [22]

(Eines Tages rühmte Zarathustra sich selbst und sprach also)



Drei Eigenschaften müssen sie vereinigen: wahr sein, sich mittheilen wollen und können und mitwissend sein (zur Einheit)



die Jünger der heiligen Selbstsucht
oder eins von den dreien
oder nur ein Mittel sein können von den dreien.



er soll sagen: ich bin böse, ich erhalte die Kraft des Bösen.



Es soll jeder sein Sein zum Zwecke des Planes machen.



Es gab bisher keinen Zweck: auf, so nehmen wir uns einen.



Reden zu Gunsten: der Eitelen, der Grausamen, u.s.w.



Das höchste Vergnügen: das, was wir müssen, auch das, was wir wollen. Also sich aufnehmen in den großen Plan.

4 [23]

Alles Schaffen ist Mittheilen.

Der Erkennende der Schaffende der Liebende sind Eins.

4 [24]

1000 Formeln für die Wiederkunft (ist die Drohung).

4 [25]

Die Geburt der Übermenschen.

4 [26]

Die Guten als die nothwendigen Pharisäer.



Auch hier giebt es einen Gegensatz wie zwischen Religiösen und Gläubigen.



Die das Gute Schaffenden haben ihren Gegensatz in den Bewahrenden des Guten.



Der Punkt, wo einer den Muth bekommt, sein Böses als sein Gutes zu empfinden z. B. der Christ seine “Feigheit.”

4 [27]

Die Guten fast werthlos jetzt.

Auf die Bösen mit religiösem Willen kommt es an! Und immer war es so!

4 [28]

Ich muß ein Engel sein, wenn ich leben will: ihr habt nicht so harte Bedingungen.

4 [29]

Daß eure Aufklärung auch zugleich eine Morgenröthe sei.



Irrthum im Verbrechen.



nicht die angenehmen Gefühle nennt man gut—sondern die vollen mächtigen Zustände



Heiß machte sie, was sie einst verehrten.



eure Noth sollt ihr wieder und neu bestimmen: das was schon ist heiße euch Nothwendigkeit.

4 [30]

Wer am Fuße der höchsten Alpen wohnt, sieht ihren Gipfel nicht: verzeiht

4 [31]

Man wird auch für seine Tugenden bestraft.

4 [32]

Liebesmahle heißen sie’s, wenn man seinen Erlöser aus Liebe auffrißt.



Blut und Gründe-scheuen gründet Kirchen.

4 [33]

Aber was redest du nicht von den Gläubigen des rechten Glaubens? Was bedeutet dein Schweigen?— Zarathustra lächelte und sagte nur das Wort “Ehre den Besiegten!”

4 [34]

Wenn das Mitleid nicht eine harte Schale zu durchbrechen hat — —

Mitleid setze ich voraus: es ist eine Gehirn- und Nervenkrankheit, grausam zu sein.



Schweigen kann man nur, wenn man Pfeil und Bogen hat: sonst schwätzt und—zankt man.



Ich möchte der Welt ihren herzbrechenden Charakter nehmen

4 [35]

Nicht der Finger Gottes ist es, der dir die Kehle eindrückt. Einst, so sagt man, trat Gott an die Sterbenden: da wurde ihm wehe und gräßlich.

4 [36]

Wenig Gewissen des Geistes hat der Schauspieler: er glaubt an das, womit er am stärksten glauben macht.



Schaffende sind nur die Schätzenden und die Erfinder der neuen Werthe: um sie allein dreht sich die Welt. Wer den neuen Werthen Glauben macht, der heißt dem Volke aber “Schaffender” —

4 [37]

Wer die niedrigen Eigenschaften eines Menschen sieht, hat gewöhnlich auch eine anreizende Kraft für dieselben und bringt sie zur Entladung.



Als Schaffender läufst du von dir selber weg—du hörst auf, dein Zeitgenosse zu sein.



Der Ekel vor dem Schmutze kann so groß sein, daß er uns hindert, uns zu reinigen.



Die Thoren wollen es besser als gut haben.

4 [38]

Was muß ich thun, damit ich selig werde? Sei selig und thue, was du thun mußt.



Man gewinnt etwas lieb: und kaum liebt man es von Grund aus, so spricht der Tyrann, das höhere Selbst zu uns: “gerade das gieb mir zum Opfer!”—und wir geben’s ihm.



Ich rathe nicht zur Arbeit, sondern zum Kampfe—ich rathe nicht zum Frieden, sondern zum Siege. Eure Arbeit sei ein Kampf, euer Frieden sei ein Sieg.



Ich weckte euch aus eurem Schlaf, denn ein Alp drückte euch. Und nun sagt ihr: “was sollen wir nun thun! Alles ist Nacht.”— ihr Undankbaren!



Alles am Weibe ist Räthsel—alles am Weibe hat Eine Lösung: Schwangerschaft.



Willst du das Leben leicht haben, so bleibe immer bei der Heerde. Vergiß dich über der Heerde! Liebe den Hirten und ehre das Gebiß seines Hundes!



Verstehst du zu bellen und zu beißen, nun—so sei der Hund der Heerde: so machst du dir das Leben leicht.



Ich kenne alles Gute und alles Böse: ich kenne auch das was jenseits des Guten und des Bösen ist.



Gut und Böse sind die Vorurtheile Gottes—sagte die Schlange. Aber auch die Schlange war ein Vorurtheil Gottes.



Die Kirche ist der Stein am Grabe eines Gottmenschen: sie will, daß er nicht wieder auferstehe.



Ich liebe mich wie meinen Gott: wer könnte mich einer Sünde zeihen? Ich kenne nur Sünden an meinem Gotte: wer aber kennt meinen Gott? —

4 [39]

Mittag und Ewigkeit.
Also sprach
Zarathustra
.

4 [40]

Was erhält mich am Leben? Die Schwangerschaft: und jedesmal wenn das Werk geboren war, hing das Leben an einem dünnen Fädchen.



Ich habe mich versteckt. Ich will meinen Ekel ihnen verschweigen, diesen Kleinen. Das ist mir am schwersten geworden: aber sie sind unschuldig, wie Gras und Kraut.



Man ist immer nur für das eigene Kind schwanger.



Ihr sagt “das ist dunkel.” Ich stellte euch eine Wolke vor die Sonne. Aber seht wie die Ränder der Wolke glühen und licht werden!



Seht nicht in die Sonne! Der Mond ist noch zu hell für euer nächtliches Auge!



Ihr sollt den Frieden lieben als ein Mittel zu einem neuen Kriege!



Im Kriege schweigt die Rache; im Kriege stirbt das Persön.

4 [41]

Lüge und Verstellung—das Mittel aller Erziehung.



Was sollte ich auf eine furchtbare Weise Spaaß machen?



“Du hast mich überwunden” Sieh zu, daß ich dir eine Schwinge und kein Hemmschuh sei!

4 [42]

Es gab einmal einen alten rechtschaffenen Gott; der hatte Hand und Fuß, und auch ein Herz: und viel Zorn und Liebe war in seinen Eingeweiden.

Und siehe, die Liebe spielte ihm einen Streich und er verliebte sich in die Menschen: so daß diese Liebe ihm zur Hölle wurde.

Was that dieser alte rechtschaffne Gott? Er überredete ein menschliches Weib, daß es ihm einen Sohn gebäre: und dieser Sohn Gottes rieth den Menschen nichts als dies: “liebt Gott! wie

Ich ihn liebe! Was gehen uns Söhne Gottes die Guten und Gerechten an!”

Und einem Eifersüchtigen gleich verfolgte der alte rechtschaffene Gott die Menschen mit seiner Liebe.

Glaubt ihr, daß es ihm gelang? Auf die Dauer überredete er gerade die, welche von den Menschen er nicht mochte, die Guten und Gerechten.

“Kirche” nannten sie sich und Auserwählte: und schwätzten viel von ihrer Liebe zu Gott—die Liebes-Armen!

Da brach dem alten rechtschaffenen Gott das Herz: und es gieng ihm wie seinem Sohne: er starb am Kreuze des Mitleidens.

Wahrlich diese Guten, und Gerechten sind verderblich der Lust am Leben, und nicht nur alten rechtschaffenen Göttern.

“Dreierlei soll stets bei uns sein—so sagten sie immer—die Wahrheit, das Geld und die Tugend: also lieben wir Gott.”

“Auserwählte sind wir, und auf der Erde die Überirdischsten.”

4 [43]

Was wir am liebsten thun, von dem möchten wir, daß es als das gälte, was uns am schwersten werde: und vor uns selber.



Unsere Opfer beweisen nur, wie wenig werth uns jedes Ding ist, wenn wir etwas lieben.



Die moralischen Zustände und Strebungen sind nur Mittel der Erkenntniß, die unmoralischen auch.



Das Vergnügen im Erkennen ist ein äußerst intensives Glauben. Bringt man es nicht dazu, so giebt es ein Erkennen-Wollen nach Reizen, z. B. als Begierde nach Sicherheit oder Neuigkeit oder Begierde nach Begehrenswerthem, was zu entdecken wäre.



Da die Erkennenden allein von der Erkenntniß redeten, so ist viel Verlogenheit dabei—sie hatten ein Interesse daran, es als den werthvollsten Zustand erscheinen zu lassen.



Liebhaber der Erkenntniß! Und du hast noch nicht einmal einen Menschen getödtet, um dies Gefühl kennen zu lernen!



Die vollkommene Erkenntniß der Nothwendigkeit würde alles “Soll” aufheben—aber auch die Nothwendigkeit der “Solls” begreifen, als Consequenz der Unkenntniß.

4 [44]

Glücklich wie ein Elephant wenn er versucht sich auf den Kopf zu stellen.



Du hast nicht den Muth, dich zu verbrennen und zu Grunde zu gehen: und so wirst du niemals ein Neues. Das, was uns heute Flügel Farbe Kleid und Kraft ist, soll morgen nur Asche sein.



Die Ehe mag für solche recht sein, welche weder der Liebe noch der Freundschaft fähig sind—für die Allermeisten also—und vielleicht auch für die ganz Seltenen, welche Beider zugleich fähig sind.

4 [45]

Eine andere Tugend giebt es, eine lohnsüchtige und sie will gut bezahlt sein, hier oder in einem Nicht-Hier und nennt dies “Gerechtigkeit.”

Oh ihr Freunde der schenkenden Tugend, laßt uns Hohn tanzen aller lohnsüchtigen Tugend.

Aber das lerntet ihr noch nicht von mir: wie man Hohn tanzt.

4 [46]

Das, was uns Wärme oder Licht oder Schall oder Wurf der Gestirne ist—anderen Sinnen als menschlichen mag etwas Anderes sein: aber niemals wird es Güte oder Weisheit oder Liebe sein.



Nächstenliebe. Wenn der Nutzen das Räderwerk ist.

4 [47]

um euch herum ist der entartende Sinn, und “Alles ist ohne Noth”

4 [48]

Gemeinschaft (nicht Heerde)
seine Überwindungen
Tafel
schwer

Daß meine Thiere mir ohne willig Geleit.

4 [49]

Die Auslegungen 1) Irrthum der ersten Ursache, ein Gott als Gegensatz gedacht (

Verfehlt ist dein Leben: du bist wie ein Höfling.



wo eure Armut und Nüchternheit zum Himmel schrie



daß ein Blitz euch mit seiner Zunge lecke!



sie schossen einen Pfeil glühender Liebe in das All.



Nicht das Nicht-Wissen des Menschen ist das Erbärmliche: das Erbärmliche ist der Mensch!



Wissenschaft nur als eine Askese.



Ausnützung des Zufälligen—Vieldeutigkeit als Bedingung vieler Arten Leben—folglich Indifferenz zum Wesen



Wie ist es möglich, daß ihr engen Seelen mitdenkt?

4 [50]

Erhitzt euch nicht! Sie nehmen euch das Geld weg! und es giebt wichtigere Dinge, die auch den Ärmeren zugänglich sind. Jesus als Opfer ohne Geld!

4 [51]

Ascetismus des Geistes als Vorbereitung zum Schaffen. Absichtliche Verarmung der schaffenden Triebe.

4 [52]

Es giebt Prediger: die lehren das Leiden. Sie dienen euch, ob sie gleich euch hassen.



Ich rede nicht zu Euch wie zu dem Volke. Für jene ist das Höchste, sich zu verachten und zu vernichten: das zweithöchste sich unter einander zu verachten und zu vernichten.

4 [53]

Auf jede Wirkung folgt eine Wirkung—dieser Glaube an die Causalität hat seinen Sitz im stärksten der Instinkte, in dem der Rache.



Man verwechsele nicht: Schauspieler gehen am Ungelobtsein, ächte Menschen am Ungeliebtsein zu Grunde.



Der Gegensatz des Schauspielers ist nicht der ehrliche Mensch sondern der heimliche selbstverlogene Mensch.

(gerade unter ihnen sind die meisten Schauspieler)

4 [54]

“Es giebt Helden im Bösen, wie im Guten”—im Munde eines La Rochefoucauld ist dies eine vollkommene Naivität.



Sehen und doch nicht glauben ist die Cardinal-Tugend des Erkennenden.



In dem Bestreben, sich selber nicht zu erkennen sind die gewöhnlichen Menschen sehr fein und listig.



In D ehrt man das Wollen weit mehr als das Können: es ist die rechte Gegend für die Unvollkommenen und Prätensiösen.

4 [55]

Der Anblick des naiven Menschen ist eine Wollust, wofern er von Natur aus böse ist und Geist hat.



Die schlauen Menschen sind gewöhnlich einfache und nicht complicirte Menschen.



Labyrinth.

Ein labyrinthischer Mensch sucht niemals die Wahrheit, sondern immer nur seine Ariadne—was er uns auch sagen möge.

4 [56]

Daß ein M uns bequem fällt, rechnen wir gerne seiner und unserer Moralität zu Gute.



Die Skepsis an allen moralischen Werthen ist ein Symptom davon, daß eine neue moralische Werthtafel im Entstehen ist.



Es ist ein Fortschritt des intellektuellen Geschmacks, wenn man sich auch seines Bösen nicht mehr schämt.



Keine Phrase bereit haben, um seine Philosophie zu bestechen —



Verachtung dessen, was ich thue, und Verachtung dessen, was ich bin.



Die Kirche ist nichts als eine von Grund aus verlogene Art des Stes.



Das männliche Thier ist grausam gegen das, was es liebt—nicht aus Bosheit, sondern weil es in der Liebe zu heftig sich selber fühlt und gar nicht mehr Gefühl für das Gefühl des Anderen übrig hat.

4 [57]

Wer arm an Liebe ist, ist geizig selbst mit seiner Höflichkeit.



In Sachen der Ehre sind die Frauen grob und schwerfällig.



Will man einen Freund haben, so muß man auch für ihn Krieg führen wollen d. h. man muß Feind sein können.



Sie hatten heute den guten Willen freundlich zu sein: aber wie armselig waren sie dabei, wie wenig Erfindung!



Ich unterscheide unter den philosophischen Menschen zwei Gattungen: die einen sinnen immer über ihre Vertheidigung nach, die anderen über einen Angriff auf ihre Feinde.



Der Held ist heiter—das mißfällt den Tragödien-Dichtern.



Bei höhnischen Menschen quillt das Gefühl selten heraus, aber immer sehr laut.



Es ist erstaunlich, zu welcher Thorheit selbst die Sinnlichkeit durch die Liebe verleitet werden kann, wie die Sinnlichkeit allen guten Geschmack verliert, und das Häßliche schön heißt, sobald ihr die Liebe zuredet.

4 [58]

Die sogenannten Liebenswürdigen wissen uns auf die kleine Münze der Liebe herauszugeben.



Alle welche noch nicht verlernt haben ihre Erlebnisse zu verdauen, haben auch die Faulheit des Verdauenden nicht verlernt: sie indigniren damit, in dieser Zeit der Hast und des Gedrängs.



Für das Weib giebt es einen einzigen Ehrenpunkt; daß es glauben muß mehr zu lieben als es geliebt wird. Jenseits dieses Punktes beginnt sofort die Prostitution.



Die Grausamkeit gegen den, welchen sie nicht liebt.



Wille zum Selbst, Selbstsucht ist eine feine und spät entwickelte Spezialität des Willens zur Lust: insofern jener Wille zur Lust ein Selbst ist.



“Du” ist älter als “ich” und auch im Ich noch fortlebend.

“Ich”—das ist eine Hülfs-Hypothese zum Zweck der Denkbarkeit der Welt—ganz wie Stoff und Atom.

4 [59]

Sobald die Klugheit sagt: “thue das nicht, es wird dir übel ausgelegt”—habe ich ihr immer entgegengehandelt.



Ein schlechter Ruf



Das utile ist immer nur Mittel, sein Zweck ist jedenfalls das dulce. Die Utilitarier sind dumm.



Sie lieben mich nicht: ist dies ein Grund, sie nicht zu segnen?



Siehe! Jetzt eben ward die Welt vollkommen.

4 [60]

sit tibi terra levis: will man einem in Deutschland wohl, so wünscht man ihm, daß er die Erde recht schwer finden möge.

4 [61]

Grundform,

Es wäre nicht auszuhalten: deshalb sind folgende Erleichterungen des Lebens nöthig.

Weg mit Gut und Böse!

Möglichste Zufriedenheit mit sich!

Tragische Menschen zurück!

Schonung der starken Affekte!

Die Erlösung des vielfachen Menschen.

Nicht anders handeln, sondern anders von sich denken!

Die Eitelkeit des Erhabenen!

gegen die Grausamkeit des Heroischen.

alle diese Verbesserungen des Lebens sind nutzlos, weil die Werthschätzungen nicht verändert sind z. B. Gesundheit.

gegen die “Allzuschnellen.”

4 [62]

Die kleinen Diebe, die kleinen Verleumder, die kleinen Hämischen und Ehrabschneider sollte man vernichten—nicht die Mörder

gegen Mücken und Flöhe soll man kein Mitleid haben.

Verächtliche und furchtbare Menschen.

Man soll den Wald schonen, man soll die Bösen schonen.

4 [63]

Giebt es Eigenthum für den Erkennenden? Wahrlich, ich vergaß es—oder verlernte ich’s?

4 [64]

Unsere bösen Affekte haben auch ein Gewissen und ärgern sich, wenn sie sich haben überwinden lassen.



Das Gewissen ist ein Bauchredner, wenn es spricht, glauben wir nicht mehr, daß seine Stimme aus uns komme.



Die Religion will die Menschen fröhlich machen und an Stelle des “du sollst” ein “ich muß” setzen: sie will von der Menschen-Unmöglichkeit in der Moral befreien.



Jetzt bin ich gerecht—bedeutet in vielen Fällen “jetzt bin ich gerächt.”



Seine Neigungen und Abneigungen als seine Pflicht auslegen ist die große Unreinlichkeit der “Guten.”



Dem unglücklich Liebenden redet sein Stolz zu, die Geliebte verdiene es gar nicht, von ihm geliebt zu werden. Aber ein höherer Stolz sagt ihm: “Niemand verdient geliebt zu werden.— Du liebst sie nur nicht genug!”

4 [65]

Nicht durch Gegenliebe hört das Unglück des unglücklich Liebenden auf, sondern durch Mehr-Liebe.



Wenn wir einen Menschen los sein wollen, so brauchen wir uns nur vor ihm zu verkleinern—das wirkt sofort auf seine Eitelkeit und er läuft davon.



So lange du auch noch angefeindet wirst, bist du noch nicht über deine Zeit hinaus—sie darf dich gar nicht sehen können, so hoch und ferne sollst du ihr sein.

4 [66]

Zarathustra giebt immer mehr je weniger er angenommen wird.

“Geizig war ich—ihr hattet Recht, mich zu verschmähen!”

Reihenfolge der Themata zu machen nach ihrer Menschenfreundlichkeit.

er wird verbannt.

4 [67]

Seinen Affekt besiegen heißt in den meisten Fällen, ihn zeitweilig hemmen und aufstauen: also die Gefahr größer machen.



Die Meisten, welche einen Verunglückten aus der Gefahr retten, trieb nicht das Mitleid, sondern der Muth und die Gefahr.



Die Tollkühnheit hat mehr große Thaten gethan als die Nächstenliebe.



Erst macht der Mensch sich die Welt denkbar—wir sind noch dabei—: und wenn er sie einmal verstanden hat, und er fühlt daß sie nunmehr sein Werk ist—ach, und nun muß er sein Werk lieben, wie jeder Schöpfer!



Der Mann ist, so lange es Männer giebt, auf Krieg und Jagd eingeübt: deshalb liebt er jetzt die Erkenntniß als die umfänglichste Gelegenheit für Krieg und Jagd. Was ein Weib an der Erkenntniß überhaupt lieben könnte, müßte etwas Anderes

4 [68]

Aus seiner Erbitterung gegen einen Menschen macht man sich die moralische Empörung zurecht—und bewundert sich dann: und aus dem Müdewerden seines Hasses die Vergebung—und bewundert sich noch einmal.



Man hat zum Verkehre mit Menschen die Lüge nicht mehr nöthig, wenn man genug der Wahrheiten hat: mit ihnen kann man sie betrügen und verführen, wohin man nur will.

4 [69]

Der höchste Muth des Erkennenden zeigt sich nicht da, wo er Staunen und Schrecken erregt—sondern da, wo von den Nicht-Erkennenden er als oberflächlich, niedrig, feige, gleichgültig empfunden werden muß.



Der Erkennende muß es auch verstehen, sich seinen eigenen Siegeskranz aufzusetzen: er kann nicht warten, weil es ihn zu neuen Verwandlungen drängt.

4 [70]

Die Leidenschaft zweier Personen für einander—das sind unter allen Umständen zwei Leidenschaften, und mit verschiedenen Curven Höhepunkten Schnelligkeiten: ihre Linien können sich kreuzen, nicht mehr.



Man sagt Lust und denkt an die Lüste, man sagt Sinn und denkt an die Sinnlichkeit, man sagt Leib und denkt an den Unterleib—und so hat man drei gute Dinge um ihre Ehre gebracht.



Die bürgerlichen und die ritterlichen Tugenden verstehen einander nicht und verleumden sich.



Auch unser Lernen und unser Fleiß sind Sache der Begabung.



Daß Jedermann lesen lernen darf und liest, das ruinirt auf die Dauer nicht nur die Schriftsteller sondern sogar die Geister überhaupt.

4 [71]

Er that mir Unrecht—das ist schlimm. Aber daß er vor mir gar noch sein Unrecht abbitten will, das ist zum Aus-der Haut-fahren!



Es gehört ein sehr guter Charakter dazu, die unangenehmen Folgen einer kleinen Thorheit nicht seinem Charakter zur Last zu legen.



Um die unangenehmen Folgen der eignen Thorheit wirklich seiner Thorheit und nicht seinem Charakter zur Last zu legen: dazu gehört mehr Charakter als die Meisten haben.



Sind wir auch nur einen Schritt über das Mittelmaaß menschl Güte hinaus, so werden unsere Handlungen getadelt.



Ihr sagt “das gefällt mir” und meint mich zu loben!— Oh ihr Narren wie ihr mir damit gefallt!



Der wissenschaftliche Mensch hat Ein Loos mit dem Seildreher: er spinnt seinen Faden länger, geht aber dabei selber—rückwärts.

4 [72]

Das Leben ist schwer zu tragen: dazu hat man Vormittags den Trotz und Nachmittags die Ergebung nöthig



Ich bin zerstreut: mein Appetit kommt erst nach der Mahlzeit.



An einer Theorie ist ihre Widerlegbarkeit wahrlich nicht der geringste Reiz.



Den constitutionellen Königen gab man die Tugend—sie können nicht mehr “Unrecht thun”—aber man nahm ihnen dafür die Macht. Seitdem wollen sie nichts als Krieg—warum doch?



Wenn man das Glück hat obskur zu bleiben, so soll man sich auch die Freiheit nehmen, die das Dunkel giebt und namentl “gut munkeln.”

4 [73]

Ich hasse die Biedermänner viel mehr als die Sünder!



Liebe ich die Musik? Ich weiß es nicht—auch hasse ich sie zu oft. Doch liebt mich die Musik—und sobald mich jemand verläßt, springt sie herzu und will geliebt sein.



Wie spät zum Leuchten kommen?



Bald seinen Nacken munter zu stemmen, wie als ob das ganze Gewicht der Welt auf uns gelegt werden sollte—und bald zu zittern wie eine Rosenknospe, der ein Tröpfchen Thau schon zu schwer wiegt. Meine Brüder und Schwestern, thut mir doch nicht so zärtlich! wir sind allesammt hübsche lastbare Esel und Eselinnen, und durchaus keine Rosenknospen welche zittern.

4 [74]

Damit es des Hemmschuhs bedürfe, bedarf es vorerst des Rades.



Ich habe etwas zu lange in der Nähe des Todes gelebt um mich noch vor dem Leben zu fürchten.



Solche M nenne ich “Summen”

4 [75]

Schauspieler nenne ich sie (die Mittheilenden)



Der Übermensch hat aus Überfülle des Lebens jene Erscheinungen der Opiumraucher und den Wahnsinn und den dionysischen Tanz: er leidet nicht an den Nachwehen.

Zu Vielem führt die Krankheit jetzt, was an sich nicht Symptom der Krankheit ist: zur Vision.



Nicht eure Sünde—eure Nüchternheit schreit zum Himmel.



Befreit uns von der Sünde und gebt uns den Übermuth wieder!



Der bleiche Verbrecher im Kerker und Prometheus dagegen!

Entartung!



“Wir wollen ein Wesen erschaffen” wir wollen alle dran Theil haben, es lieben, wir wollen schwanger sein alle—und uns ehren und achten deshalb.

Wir müssen ein Ziel haben, um dessentwillen wir uns alle einander liebhaben! Alle sonstigen Ziele sind vernichtenswerth!

4 [76]

Einen Philos verstanden haben und von ihm überzeugt sein.



Heute verwandle ich alles in Gold, gieb mir, was du willst—Schicksal!



Laßt euch nicht täuschen! Die thätigsten Völker sind jetzt die müdesten! Sie haben nicht mehr Kraft genug zur Faulheit!



Das einzige Glück liegt im Schaffen: ihr Alle sollt mitschaffen und in jeder Handlung noch dies Glück haben!



Ihr sollt Chaos in euch bewahren: die Kommenden wollen sich daraus formen!



Erlösung vom ewigen Flusse.

4 [77]

Man thut seine Thaten oft als ein Opiat gegen seine Vergangenheit.



Sein Liebstes thun, ohne es mit großen Worten zu nennen—kann Heroismus sein. Scham vor den erhabenen Gebärden.



“Ich folge”—nicht “ich will.”



“Ich konnte nichts entbehren als ich den Übermenschen schuf. Alles euer Böses und Falsches, eure Lüge und eure Unwissenheit—alles ist in seinem Samen.”



(Gegen die reine Pflanzenkost) Wollen wir denn Lämmerseelen und schwärmerische Jungfräulein Schaffen? Löwen wollen wir und Ungeheuer an Kraft und Liebe.



Der Mensch sei ein Anlaß zu etwas, das nicht Mensch mehr ist.



Nicht uns entweltlichen—sondern die Welt überwältigen und uns in ihr.



Ich will aus der Zeugung—und aus dem Tode ein Fest machen.

4 [78]

Wir müssen so gut grausam als mitleidig sein: hüten wir uns kleiner zu werden als die Natur!



Ich lehre sowohl das Mitleiden als die Grausamkeit: ich lehre aber auch daß zu beiden Geist gehört, und Ziel.



Wir müssen die Erde für den Übermenschen bereit machen und Thier und Pflanzen

Ich impfe euch mit dem Wahnsinn



Für die Kleinen ist da was ihr zu viel an Liebe habt.



Ihr seht sie auf der Bühne, aber ihr müßt sie im Leben sehen und nicht etwa da gering achten.



Eure besten Dinge taugen nichts, ohne ein Schauspiel.



Die moralischen Menschen haben ihre Selbstgefälligkeit beim Gewissensbiß.

4 [79]

Ihr führt Krieg? Ihr fürchtet euch vor einem Nachbarn? So nehmt doch die Grenzsteine weg—so habt ihr keinen Nachbarn mehr.

4 [80]

Mit der Todtenfeier zu beginnen.

Ich sehe etwas Furchtbares voraus. Chaos am nächsten, Alles Fluß.

1.Nichts, was an sich werth hat—nichts, was befiehlt “du sollst.”
2.Es ist nicht auszuhalten—wir müssen das Schaffen dem Anblick dieser Vernichtung entgegenstellen.
3.Diesen wandelnden Zielen müssen wir Ein Ziel entgegenstellen—es schaffen.
4.Als Stoff haben wir Alles Einverleibte, darin sind wir nicht frei. Diesen Stoff fassen, begreifen (durch Wissenschaft).
5.Den Übermenschen schaffen, nachdem wir die ganze Natur auf uns hin gedacht, denkbar gemacht haben.
6.Wir können nur etwas uns ganz Verwandtes lieben: wir lieben am besten ein erdachtes Wesen. Gegen ein Werk und ein Kind braucht die Liebe nicht befohlen zu werden. Vortheil des Übermenschen.

4 [81]

Ich will das Leben nicht wieder. Wie habe ich’s ertragen? Schaffend. Was macht mich den Anblick aushalten? der Blick auf den Übermenschen, der das Leben bejaht. Ich habe versucht, es selber zu bejahen—Ach!

4 [82]

An’s Leben zu denken soll die Sache der Erholung sein: sonst nur an Aufgaben.



Mémoires:

Primum vivere begriff ich, und was gehört alles zum vivere!

erkennen um zu leben—früher: um das Leben zu verneinen.

4 [83]

Die Auflösung der Moral führt in der praktischen Consequenz zum atomistischen Individuum und dann noch zur Zerteilung des Individuums in Mehrheiten—absoluter Fluß.

Deshalb ist jetzt mehr als je ein Ziel nöthig und Liebe, eine neue Liebe.

4 [84]

Die Gefahr der Umkehr zur Thierheit ist da. Wir schaffen allen Gestorbenen nachträglich Recht und geben ihrem Leben einen Sinn, wenn wir den Übermenschen aus diesem Stoffe formen und der ganzen Vergangenheit ein Ziel geben.



Wenn ich nicht die Menschen liebte, wie hielte ich Zarathustra aus?



Ehrt mir die Schauspieler und sucht die besten nicht auf der Bühne!



Peitsche.

4 [85]

Als Zarathustra dies gesagt hatte, winkte ihm ein Mütterchen und sprach: “Nun will ich gerne sterben, denn mein Mund hat Zarathustra nichts mehr zu lehren.”



Fürchtet euch nicht vor dem Fluß der Dinge: dieser Fluß kehrt in sich selber zurück: er flieht sich selber nicht nur zweimal.

Alles “es war” wird wieder ein “es ist.” Allem Zukünftigen beißt das Vergangene in den Schwanz.



Wo das “Soll” nicht mehr gefühlt wird, —



Entstehung der Liebe—Liebe als Folge der Moral.

4 [86]

Ich habe alle diese wilden Hunde noch bei, aber in meinem Keller. Ich will sie nicht einmal bellen hören.



Winkte ihm ein Mütterchen und sagte: Nun sterbe ich ruhig ich habe Zarathustra erlebt.

4 [87]

Es kommt Niemand zu mir. Und ich selber—ich gieng zu allen und ich kam zu Niemand.

4 [88]

Am Tage vor dem letzten Tage sandte Zarathustra die Jünger heim, die ihm Geleit gegeben hatten und sprach also zu ihnen:

Die Stätte, der Zarathustra gelacht hatte, muß



Jedes Ding hat 2 Gesichter: eins des Vergehens, eins des Werdens.



Je mehr Individuum, um so weiter soll die Heerde, zu der es gehört.



Der bon goût der Erkenntniß reicht in die höchste Stufe der Moralität.



Wenn ihr einen Begriff von der Qual der Verantwortlichkeit der höheren Menschen hättet!

4 [89]

Von der Moral der höheren Menschen.

Alles, was sonst Moral ist, ist hier Liebe geworden.



Aber nun beginnt ein neues “Du sollst”—die Erkenntniß des Freigeistes—die Frage nach den höchsten Zielen.

4 [90]

So wie wir die Moral nicht mehr nöthig haben, so—auch nicht mehr die Religion. Das “ich liebe Gott”—die einzige alte Form des Religiösen—ist in die Liebe eines Ideals umgesetzt—ist schöpferisch geworden—lauter Gott-Menschen.

Moral ist nöthig: wonach werden wir handeln, da wir doch handeln müssen? Und was wir gehandelt haben, müssen wir schätzen—wonach?

Irrthum in der Genesis nachweisen ist kein Argument gegen die Moral. Moral ist eine Lebensbedingung. “Du sollst”



Von der Heiligung der Leidenschaften.



Er gehorcht, so viel er kann.



Ich habe auf der schmalsten Stufe des Lebens gelebt.

Solche Leiden wie die meinigen sind die Leiden des Vergrabenen.



Jede höhere Handlung ist ein mannichfacher Bruch des Sittengesetzes.



Lehren auch den Nutzen und Vernunft? Dazu sind wir lange nicht vernünftig genug.

4 [91]

Der Reihe nach alle Leidenschaften gelten lassen, aber heiligen.



Ich wollte wissen, nun treffen mich mein Loos (Vivisection) und mein Schmerz über den stummen Blick des Hundes.



Seid menschlich gegen die Schaffenden, es fehlt ihnen an Nächstenliebe.



Der Tiefe.— Du vergiebst heute, was man an dir that. Aber du hast es noch gar nicht erlebt: nach einem halben Jahre wirst du es nie mehr vergeben und vergessen.

4 [92]

Erst wenn der Geist in die Moral fährt, geht der Teufel los.



Die M haben sich die Moral erst genommen, auch wir können uns eine Moral geben!



“Was ist das Schwerste?”

Dies Alles habe ich gethan, sprach Zarathustra, und gebe es heute billig—um eines Mädchens Lächeln.

Und hast du den Menschen nichts mehr zu sagen?

Nein, sagte Zarathustra, der Becher ist leer. Und als er das gesagt hat, gieng er seines Weges und allein. Seine Jünger aber weinten.



Hütet euch dem Einsiedler wehe zu thun. Der Einsiedler ist wie ein tiefer Brunnen: leicht ist es, einen Stein hinein zu werfen, aber wie willst du ihn wieder herausbringen? Der Einsiedler vergiebt niemals.



einen Pfeil der Verachtung mehr in seinen Köcher stecken.



rupfen

4 [93]

Gebt euch nicht zu erkennen! Und müßt ihr es, nun so erzürnt, aber beschämt nicht!



Habe ich euch zu rathen, wie man sich gegen Einbrecher und Halsabschneider wehrt? ich rede zu solchen, welche ihrer Tugenden müde sind und sich gern einmal bestehlen und verleumden lassen, um ihrer Tugend ein Fest zu machen. —

4 [94]

Vergeßt mir dies nicht! Ich hieß die M den Übermenschen Schaffen, ich lehrte Mittag und Ewigkeit und die Erlösung vom Flusse, und meine Lehre ist: das Für Alle ist älter und eher gut geworden als das “für mich”; ihr müßt das “für mich” erst noch heiligen.

Ihr sollt eure Sinne nicht tödten sondern heiligen—unschuldig machen.



Da sagte alles Volk: wir sollen den Vernichter der Moral vernichten —



Man muß auch als Thier vollkommen sein, will man als Mensch vollkommen werden.



Ihr werdet immer nur die Moral haben, die zu eurer Kraft paßt.



Der Übermensch, der Einsam-Wandler, der Scheue,

4 [95]

ein Jünger—das ist weder ein Kind noch ein Werk,” hier schwieg Zarathustra und sah verwandelt vor sich hin und mit einem harten Blicke. Seine Jünger aber traten auf ihn zu und fr ihn: “hast du uns nichts mehr anzuvertrauen—daß wir es mit uns heimbringen?”

Zarathustra gieng fürbaß bis er zu seiner Höhle und Gebirge kam: da fand er auch seinen Adler und seine Schlange. Als aber die Höhle und die Thiere begrüßt hatte, wurde er auf Ein Mal sehr alt.

Damals sagte man sich unter dem Volke: es ist nicht das Schlimmste Zarathustra in die Hände zu fallen, aber nachts von ihm zu träumen.

Er besann sich lange und sprach kein Wort, während seine Thiere vor ihm warteten und der Vormittag durch das Gebirge gieng. Plötzlich veränderten sich seine Augen. Es war um die Stunde des Mittags, da fühlte er mit der Hand um sich und sagte:

4 [96]

Das Unrecht soll der auf sich nehmen, der dazu f

Gefahren des Einsamen.

Pinie



Das Alles that ich und trage es auf mir—Lächeln eines Kindes

4 [97]

Hier wehet der Geist eines Helden—geh still vorbei. Er litt zu viel; er ist immer noch Willens, gerade dafür leiden zu machen.

4 [98]

Möge er selber seiner Seele gnädig sein.

4 [99]

Ich verlange alle Thaten der Aufopferung, der Güte, der heiligen Selbstsucht von euch und zu alledem sollt ihr sagen: “macht nichts Großes daraus! Es ist allein mein Geschmack!” Und ich verlange noch mehr, daß ihr der Erkenntniß nachgeht, weil ich weiß daß sie wider euren Geschmack ist, daß ihr sagt: “wir müssen wohl so sein,” aber dies unser Muß soll kein Gesetz sein und den Anderen nicht zum Schatten und Ärgerniß werden.

4 [100]

Meine Brüder, ich weiß keinen Trost für das Weib als ihr zu sagen: “auch du kannst den Übermenschen gebären.”



Was habt ihr mit den Wölfen und Katzen gemein? welche immer nur nehmen und nicht geben und lieber noch stehlen als daß sie nehmen?

Ihr seid die immer Schenkenden.

4 [101]

Alle eure Schwächen und Laster folgen euch noch in eurer Erkenntniß! Ein Buch ist schwer zu lesen: aber wer die Augen hat

4 [102]

Schlecht behandelt werden ist euer Loos: eure Rache wird nicht gefürchtet. Dafür versinkt ihr nicht ganz in der Zeit.

4 [103]

Mitleid in Hinsicht auf den Übermenschen (Jünger—Cap).



(Cap) könnte ich den Übermenschen sehen! er sieht mich nicht, er sieht seine Vision.



(Cap) Das Gute—kein Gott gab es euch, und führt euch nicht in ein besseres Jenseits; es läßt sich nicht begründen; und ist eitler Irrthum. Also nur: “ich will!”



Die Liebe zu dem gegenwärtigen Menschen zu schildern (zum Genie)—wie es quält! wenn man es in die Ferne rückt und dann das Zerrbild sieht! (Cap)

4 [104]

Ihr sagt, ihr glaubt an Zarathustra. Aber was geht das Zarathustra an? Ihr seid meine Brüder: ich liebe euch nicht zu sehr: ein Bruder das ist weder ein Kind noch ein Werk.



Ich liebe die freien Geister wenn sie auch freie Herzen sind. Mir ist der Kopf wie das Eingeweide des Herzens. Was ein Herz annimmt, das muß der Kopf verdauen und zu Gedanken machen.



Lieber noch zürnt als daß ihr beschämt!

Und wenn euch geflucht wird, so gefällt es mir nicht, daß ihr dann segnen wollt: besser ist es ein wenig mitzufluchen. Hol mich der Teufel!



Ich empfehle allen Märtyrern zu überlegen, ob nicht die Rachsucht sie zum Äußersten trieb.

4 [105]

eure Dichter Bücher Schauspieler sollen euch den Mangel an Visionen unfühlbar machen—sie machen euch noch ärmer! Es sind nicht meine Visionen! Und die Dichter sollen lügen!

Ich will mit der Kunst nichts zu thun haben—außer der, die einen fröhlich macht! Aus Lust und Überlust! Die Lüge in der Kunst ist das Böse aus Übermuth!

Ich will euer Schreien nicht hören! Ja jetzt seid ihr “wahr”!

Umwerfen!

4 [106]

Das ist ein Gegengrund, und ich bin dir dankbar. Nun aber widerlege mir noch den Gegengrund, Freund!



Es entzückt mich dich zu sehen, sprach Zarathustra, und doch bist du es, der mich entzückt, sondern du bist mir ein

Dies ist die Stunde des Sommers, eine Stunde und nicht mehr. Du bist mir ein Hochgebirge: fest wie Eis, viel Sturm und Gewölk ...

4 [107]

Ich will mit ihnen nicht hassen und nicht lieben: ich kann ihren Schrei und ihr Glück nicht hören.

4 [108]

NB. Mit der höchsten Leidenschaft auszuführen: thöricht ist der Liebende (getäuscht) und er vermag seine Liebe nicht mitzutheilen.

Lieblos ist der Erkennende und unmittheilsam.

Lieblos und thöricht ist der Schauspieler.

4 [109]

sie verstehen mich nicht—aber schauerlich ist’s, sie laufen zum beliebten Orte.



an die Gerichte sich zu wenden ist schon ein Zeichen von Verachtung.

4 [110]

Man ist stolz anzubeten, wenn man nicht Götze sein kann.



wenn die Brunst das W anfällt und sie die Bilder von M —

Seht jenes blasse Weib; ich möchte ihr noch lieber in die Hände, obwohl sie mordlustige Hände hat, als in ihre Träume gerathen.



Wem begegnet Zarathustra zuerst? Er freut sich, sie wieder zu ertragen.



(Cap) Ich gieng in die Einsamkeit, weil ich den Menschen lieben wollte, aber immer hassen mußte. Endlich liebte ich den Übermenschen—seitdem ertrage ich die Menschen. Ich will ihnen eine neue Hoffnung bringen! Und eine neue Furcht—sagte Zarathustra.

4 [111]

Es gab eine Zeit, wo mich ein Ekel vor mir selber anfiel: Sommer 1876. Die Gefahr des Irrsinns, das schlechte wissenschaftliche Gewissen über die Einmischung der Metaphysik, das Gefühl der Übertreibung, das Lächerliche im “Richterthum”—also die Vernunft herstellen, und in der größten Nüchternheit, ohne metaphysische Voraussetzungen zu leben versuchen. “Freigeist”—über mich weg!

4 [112]

als ich jung war

Dies Alles gebe ich heute willig dahin—um das Lächeln eines Kindes. Man muß auch seine Jugend überwinden, wenn man wieder Kind sein will.



Bin ich’s in Wahrheit, den ihr verehrt? Und wenn ich’s bin—hütet euch daß euch nicht eine Bildsäule erschlage.

4 [113]

Jetzt erscheint der Mörder als krank: so sehr sind die moralischen Urtheile einverleibt.



ergreifende Dinge sammeln.

4 [114]

An mitleidigen Menschen ist die Härte eine Tugend.

4 [115]

Blut ist ein schlechter Zeuge für eine Wahrheit: Blut vergiftet eine Lehre, so daß sie Haß wird.

4 [116]

Als ich jung war, hatte ich einen Hang, mir wehe zu thun: man nannte es meinen Hang zum Erhabenen.



Sich von Gras und Eicheln der Erkenntniß nähren.



Der Mensch soll die Mitte zwischen der Pflanze und dem Gespenste sein.



Ich liebe alle diese schweren Tropfen, wie sie einzeln aus der dunklen Wolke niederfallen, die den Blitz in sich birgt: dieser Blitz heißt der Übermensch.

4 [117]

Das Kind in uns soll auch den Löwen in uns überwältigen—sprach Zarathustra.



Ich gebe nicht Almosen—dazu bin ich nicht arm genug—sagt Zarathustra.



Ich bin eine Stütze und ein Geländer am Strom—fasse mich wer mich fassen kann! Eine Krücke bin ich nicht



sich erniedrigen und seinem Hochmuth wehethun: seine Thorheit beichten lassen, um seiner Weisheit zu spotten.



Ich verbiete euch an diese metaphysischen Dinge zu glauben: Mißtrauen ziemt sich da, und Einsicht, woher ehemals die Werthschätzung dieser Fragen kam. Durchaus menschlich muß unsere Denkweise sein!

4 [118]

Moldenhauer
Mainländer

4 [119]

aber so du mir zuhören willst, so nimm von dem Meinen hinweg, was alles zu dir gehört.

4 [120]

Der Einsiedler mit verbissenen Zähnen—er hob mit Unlust die Zähne auseinander.



Wie ist es möglich sich mitzutheilen? Wie kann man gehört werden? Wann komme ich aus der Höhle in’s Freie? Ich bin der Versteckteste aller Versteckten.

4 [121]

Seht weg! Erhebt euch in höheres Licht! Kein Mitleidiger liebt den Übermenschen!

4 [122]

Hier saß ich wartend —
Jenseits von gut und böse, bald des Lichts
Genießend bald des Schattens: ganz nur Spiel
Ganz Meer, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel.

4 [123]

Ach unser Gutes!—wir ehren unsere Vorfahren.

4 [124]

Aus Ihren Themen klingt immer etwas heraus wie Verzweiflung. H K

4 [125]

Cap: von der Abweisung des Martyriums.

4 [126]

Der Mensch eine Atomgruppe vollständig in seinen Bewegungen abhängig von allen Kräfte-Vertheilungen und -Veränderungen des Alls—und andererseits wie jedes Atom unberechenbar, ein An-und-für-sich.



Bewußt werden wir uns nur als eines Haufens von Affekten: und selbst die Sinneswahrnehmungen und Gedanken gehören unter diese Offenbarungen der Affekte.

4 [127]

Die tragischeste aller Geschichten mit einer himmlischen Lösung.

Zarathustra schrittweise größer werdend—seine Lehre schrittweise entfaltend mit diesem Größerwerden.

Die “Wiederkehr” wie eine Abendsonne über der letzten Katastrophe aufleuchtend.

4 [128]

hülflos, ohne Geist sich aus ihren Sünden zu helfen—die Lage steht “fest” für sie



Wenn man sehr leidet, so wird man bescheiden genug, um eitel zu sein.



“Ich weiß keinen Grund dagegen”—aber dies “ich weiß nicht” ist leider kein Grund dafür! Ich weiß so Vieles nicht —

4 [129]

Man lobt, wenn man lobt, immer sich selber: man tadelt, wenn man tadelt, immer das Andere.



Ich liege nieder eingehüllt durch eine dicke Melancholie—mein Leben hängt an kleinen Zufällen.



(Cap) Haltet euch die Seele frisch kühl (gegen das Mitleid)



Mitleid, wenn es stark ist, eine Höllen-Empfindung.



Mord aus höchster Liebe zu den Menschen.

4 [130]

Wie gut du heilst, Heiland. Das waren ihre Worte. Denn das Weib liebte Zarathustra.

4 [131]

Wir dichten da nicht: wir rechnen. Aber damit wir rechnen können, hatten wir zuerst gedichtet.



Ich erlebe nichts mehr: ich bin auch über Erlebnisse erhaben.



Ihr Kalten und Nüchternen, ihr kennt die Entzückungen der Kälte nicht!



Ich löse dich von der Kette: stirb!— und man sah das Weib lächeln indem es starb.



Als Zarathustra diese Worte des Weibes gehört hatte, verhüllte er sein Haupt und stützte sich.



Ist nicht dies Mitleiden eine Hölle? Ist nicht diese Inbrunst eine Flamme?



sagten die Richter mit Einer Stimme: dieser Mensch ist des Wahnsinns: er gehe, wohin ihm beliebt: und daß er nicht bleibe. Da beschloß Zarathustra bei sich die Heimkehr zur Höhle und zu seinen Thieren.

4 [132]

“Wiederkunft” gelehrt—“ich vergaß das Elend.” Sein Mitleiden nimmt zu. Er sieht, daß die Lehre nicht zu ertragen ist.

Höhepunkt: der heilige Mord. Er erfindet die Lehre vom Übermenschen.

Heimkehr: Einkehr beim Einsiedler “was lehrst du nicht die Härte? Und den Haß gegen das Kleine?”

Zarathustra: das lehre du! Ich bin das nicht mehr! So war ich, als ich zu den Menschen kam. Ich bin zu arm dazu geworden,—ich gab Alles fort, auch meine Härte.— So denken die Einsiedler: Ich beschwöre dich bei der zuckenden Lippe und der Furche der Qual auf der Stirn, bei dem Lächeln der Sterbenden—er weint. (So lebe Gott) Gott ist todt: und es ist an der Zeit, daß der Übermensch lebt.

4 [133]

Den Begriff der Gerechtigkeit erheben umbilden—oder beweisen, daß das menschliche Handeln nothwendig ungerecht ist.



man kann sich außerhalb einer bestimmten Werthschätzung stellen, aber nicht außerhalb aller Werthschätzung.



die Moral abschätzen—wonach?

4 [133]

Den Begriff der Gerechtigkeit erheben umbilden—oder beweisen, daß das menschliche Handeln nothwendig ungerecht ist.



man kann sich außerhalb einer bestimmten Werthschätzung stellen, aber nicht außerhalb aller Werthschätzung.



die Moral abschätzen—wonach?

4 [134]

Es ist schon möglich, sich selber auszuhalten: aber wie hält man seinen Nächsten aus? er leidet zu viel.



ich wußte nicht, wie arm sie sind—ich wußte nicht, daß Nehmen schöner ist als Geben.—



Ist nicht Mitleid die Hölle Gottes? Und starb er vielleicht an dieser Inbrunst?

4 [135]

Bei der Blutrache: Grundgefühl wie alle die den Staat repräsentiren: Ehrfurcht vor einem tiefen Leiden eines Geschlechtes und Concession an dies Gefühl.



wenn wir das Schädliche mit Grauen oder Ekel verbinden, entsteht das Gefühl bös, schlecht.



Es giebt immer Menschen, welche die gefährlichen Posten lieben: und ohne hier die Beweggründe für diese Liebe zu untersuchen, oder gar ohne Weiteres zu loben—der Freigeist — —

4 [136]

Mit der Moral über uns ist das Leben gar nicht auszuhalten—wenn man kein Pharisäer ist und einen freien Blick hat—deshalb habe ich sie vernichtet.



Ein Haufen Affekte, ein primum mobile, aber in seiner Bewegung verschoben und zerdrückt durch alles, was sich bewegt.



um mich zu bejahen, vernichtete ich die Moral: ich zeigte, daß überall es den Schöpfer gab und Tyrannen zugleich. Aber das Zugleich ist nicht nöthig, weil die Heerde

4 [137]

Alle Ziele sind vernichtet. Die Menschen müssen sich eins geben. Es war ein Irrthum, daß sie eins hätten: sie haben sie sich Alle gegeben. Aber die Voraussetzungen für alle früheren Ziele sind vernichtet.

Die Wissenschaft zeigt den Fluß, aber nicht das Ziel: sie giebt aber Voraussetzungen, denen das neue Ziel entsprechen muß.

4 [138]

Jeder Mensch ist eine schöpferische Ursache des Geschehens, ein primum mobile mit einer originalen Bewegung.

4 [139]

Als Gott sich selber begriff, schuf er sich selber und seinen Gegensatz.

Wie habt ihr den Weg vom Wurm zum Menschen gemacht! und Vieles in euch ist noch Wurm und ein Gedächtniß eures Weges.

4 [140]

Eisumschläge.— Mein Ekel an den Menschen war zu groß geworden. Ebenso der Gegen-Ekel an der moralischen Arroganz meines Idealismus. Ich näherte mich dem Verachteten, ich suchte in mir alles das, was ich verachtete: ich wollte meine Gluth dämpfen. Ich nahm die Partei gegen alle die Ankläger der Menschheit—ich entriß ihnen und mir das Recht zu hohen Worten.

Der kritische Trieb wollte das Leben

Heroismus, darin, von der geringsten Kost zu leben: Wüste.

Heroismus, sich den intellektuellen Trieb selber zu erniedrigen, als Affekt auszudenken.

Ich verunglimpfte die Affekte um nachher zu sagen: ich hatte einen Affekt, nichts mehr!

Das Leben unter der Moral gar nicht auszuhalten. (Bedeutung Wagners schon früher)

4 [141]

W der übrig bleiben wird als ein M der im Ungeschmack der Anmaaßung am weitesten gegangen ist.

4 [142]

Ich leugne moralische Triebe, aber alle Affekte und Triebe sind durch unsere Werthschätzungen gefärbt; in uns concurriren ganz verschiedene Schätzungen. Consequenz: die Vielheit der Moralen zu begreifen.

Ein beständiges Loben und Tadeln.

unsere Affekte moralisch redend

unsere Gemeingefühle moralisch redend

unsere intellektuellen Freuden

unsere Krankheiten treten als moralisches Phänomen auf

alles am Menschen ein Verbrechen, was uns gefällt oder mißfällt

aller Nutzen

Landschaft

Bett

eine Art von Krankheit moralis

andere moralische Affekte im Vordergrund bei schlechten Tagen

4 [143]

Alles was wir nicht so empfinden, geht uns wenig an. Wir vergessen es fortwährend.



Das Loben und Tadeln unserer Affekte, das Wertabschätzen also, nenne ich “Moral.”



Mit der Erklärung der Töne ist noch nicht die Musik erklärt—oder gar widerlegt.



Es giebt Zeiten empörender Gleichgültigkeit gegen ein Menschenleben. Der Gegensatz dazu ist die Blutrache.



Erleichtern: so hält man sich selber erst aus—und wird aus Mitleiden wahnsinnig.

4 [144]

Mit festen Schultern steht er gestemmt gegen das Nichts: und wo Raum ist, da ist Sein.

4 [145]

Ganz Meer, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel

Ein Kind, ein Spielzeug

Und plötzlich werden Eins zu Zwei

Und Zarathustra gieng an mir vorbei.

4 [146]

ich gehe als Richter und Henker an mir zu Grunde.

4 [147]

“Gut zu etwas,” “schlimm für etwas”: ursprünglich sind alle moralischen Urtheile Urtheile über Mittel zu Zwecken. Aber man vergaß allmählich die Zwecke, und “gut” “schlecht” blieb übrig—als ob es an sich etwas Gutes geben könnte. Man lobte und tadelte immer in Hinsicht auf einen Zweck: endlich aber leugnete man den Zweck, um ganz voll loben und tadeln zu können, als nämlich Gefühle wie Verehrung Liebe oder Ekel sofort bei diesen Mitteln empfunden wurden.

Der Affekt also ist es, der das “Gute an sich” geschaffen hat und “das Böse an sich.”



Wie es nun auch stehen möge mit diesen einverleibten “moralischen Gefühlen”—aus der Geschichte der moralischen Gefühle ergiebt sich, daß keine Gütertafel, kein letzter Zweck stehen geblieben ist—alles ist widerlegt. Wir haben eine ungeheure Kraft moralischer Gefühle

In uns, aber keinen Zweck für Alle. Unter sich sind sie im Widerspruch—sie stammen aus verschiedenen Gütertafeln,

Es giebt eine ungeheure moralische Kraft, aber es giebt kein Ziel mehr, in dem alle Kraft verwendet werden könnte.

4 [148]

Was können Alle? Loben und tadeln. Dies ist der Wahnsinn des Menschen, des wahnsinnigen Thiers.



Ich sage daß der Flaum zum Apfel gehört, ich sage daß die Lüge zum Leben gehört.



Man thut viel Unrecht—und nicht nur wenn man wehe thut sondern durch Loben Wohlthat Mitleid—man vergilt nicht, wo es nöthig wäre!

4 [149]

Es giebt nur Eine Vernunft. Und es giebt nur Ein Gemüth? Eine vollkommen menschliche Ausdeutung des Weltprozesses muß zugleich—oder: für jede Phase des menschlichen Gemüths ist eine tröstliche Ausdeutung des Weltverlaufs möglich gewesen.

4 [150]

Es ist fürchterlich, zu sehen, wie ungerecht die Dinge sind. Aber da ist der Trost, daß wir die Schöpfer der Gerechtigkeit sind und daß wir an uns selber leiden.

4 [151]

Moralität—der Inbegriff aller uns einverleibten Werthschätzungen: was soll aus dieser ungeheuren Summe von Kraft werden? Nur insofern interessirt mich die Frage, wie diese Schätzungen entstanden sind.

4 [152]

Was wißt ihr davon, wie ein Wahnsinniger die Vernunft liebt?

4 [153]

(Cap) Rede an die Geistigsten.
(Cap) das verhüllte Leben.

4 [154]

Sie haben nie den Augenblick erlebt, der ihnen sagt “wir sind erbärmlich”



dieser alte Gottmensch konnte nicht lachen.



Ein Ebräer Namens Jesus war bisher der beste Liebende.

4 [155]

Nicht diesen M den ich bisher verehrte verwarf ich: sondern das, um dessentwillen ich ihn bisher verehrte.

4 [156]

Schluß des Abschnittes. Und auch dieses Leiden der Wahrhaftigkeit wählte ich mir.

4 [157]

Du hast ihre Ideale gesehen—nun zerbrich sie selber und sei hart! Mitleid.

4 [158]

Form: dieser M ist auf dem Kasten angekommen, der keinen Boden und keine Wände hat.

4 [159]

Wie! Ihr wollt diese dürftigen Menschen verewigen? In Ketten aneinander schließen? Laßt sie doch zu Grunde gehen! Socialisten was sind uns Reiche und Arme!

4 [160]

Wenn dies ohne Zeit in die Welt blickt, wird alles Krumme gerade



Wenn du blau siehst was nützt es dir dich selber zu überreden und zu sagen: es ist grau!



verachten

4 [161]

Es ist schwer, über das Weib etwas Falsches zu sagen: bei den Weibern ist kein Ding unmöglich—antwortete Zarathustra.

4 [162]

Der letzte Mensch—er hüstelt und genießt sein Glück.

4 [163]

Der Mensch bestimmt stehen zu bleiben, als der Überaffe, Bild des letzten Menschen, der der ewige ist.

4 [164]

Es giebt genug: die wissen nichts Besseres auf Erden als mit einem Weibe zusammen zu liegen.

4 [165]

Der M ist eine Sache, die überwunden werden soll: was hast du dazu gethan? Was gehen mich eure guten bösen M an?

4 [166]

Was nützt es den Geist frei zu machen, wenn er dann keine Flügel hat, um davonzufliegen?

4 [167]

Letztes Gespräch mit dem Einsiedler.

— ich lobe dich daß du nicht mein Schüler wurdest.

Einsiedler. Ich verachte die Menschen zu sehr, ich liebe sie zu sehr—ich halte sie nicht aus—ich muß mich zu sehr in Beidem verstellen.

Ich bringe ihnen eine neue Liebe und eine neue Verachtung—den Übermenschen und den letzten Menschen.

Ich verstehe dich nicht—das was du ihnen bringst, sie nehmen es nicht an. Laß sie erst betteln um ein Almosen!

Zarathustra:

Aber sie brauchen nur Almosen, sie sind nicht reich genug, um deine Schätze brauchen zu können.

Ich mache Lieder und singe sie, ich lache und weine, wenn ich meine Lieder mache.

Diesen Mann habe ich nichts mehr zu lehren.

4 [168]

Diese wollen Würfel spielen und jene wollen rechnen und zählen und jene wieder wollen immer Wellen und Tänze der Wellen sehen—sie nennen’s Wissenschaft und schwitzen dabei.

Aber es sind Kinder die ihr Spiel wollen. Und wahrlich, es ist eine schöne Kinderei, und etwas Lachen würde dem Spiele nicht Schaden

4 [169]

Zweck des Ascetismus: seinen Durst voll werden lassen, das eigene Schaffen muß sich stauen.

4 [170]

Es giebt viel an der Welt zu rechnen: aber die Welt auszurechnen—das ist lästig.

4 [171]

Der Gegensatz des Übermenschen ist der letzte Mensch: ich schuf ihn zugleich mit jenem.



Alles Übermenschliche erscheint am Menschen als Krankheit und Wahnsinn.



Man muß schon ein Meer sein, um einen schmutzigen Strom in sich aufzunehmen ohne schmutzig zu werden.

4 [172]

Als ich den Zweck dachte, dachte ich auch den Zufall.

Es muß möglich sein die Welt nach Zwecken und die Welt durch Zufall zu erklären: ebenso als Denken, ebenso als Wollen, ebenso als Bewegung, ebenso als Ruhe: ebenso als Gott und ebenso als Teufel. Denn das Alles ist das Ich.

Es sind nicht unsere Perspektiven, in denen wir die Dinge sehen; aber es sind Perspektiven eines Wesens nach unserer Art, eines größeren: in dessen Bilder wir hineinblicken.

4 [173]

Um das zu lernen, beschloß ich die zu hassen die ich liebte, das zu tadeln was ich bisher lobte und zu sehen, was an den Bösen erst Gutes und an den Guten Böses sei. Gerechtigkeit nannte ich’s.

Endlich fand ich das Schwerste: nicht zu lieben und nicht zu hassen, nicht zu loben und nicht zu tade und zu sagen: es giebt nichts Gutes und nichts Böses.

Als ich das gefunden hatte, gieng ich in die Wüste.

4 [174]

Die Welt steht fertig da, eine goldene Schale des Guten—aber der schaffende Geist will auch das Geschaffene noch schaffen—der erfand die Zeit, und nun rollt die Welt auseinander und rollt wieder in großen Ringen in sich zusammen—als ein Werden des Guten durch das Böse.

4 [175]

Ihr seid mir zu grob: ihr könnt nicht an kleinen Erlebnissen zu Grunde gehen.

4 [176]

“Und doch redet Alles anders zu mir als zu euch.”



An dem Punkte wo eure Redlichkeit aufhört, hinzusehen, sieht euer Auge nicht mehr hin.

4 [177]

Geschichte = Entwicklung der Zwecke in der Zeit: so daß immer höhere aus den niedrigen wachsen. Zu erklären, warum immer höhere Formen des Lebens entstehen müssen. Darüber sind ja die Teleologen und die Darwinisten eins, daß es geschieht. Aber das Ganze ist eine Hypothese, auf Grund der Wertschätzungen—und zwar neuerer Werthschätzungen. Das Umgekehrte, daß Alles bis zu uns herab Verfall ist, ist ebenso beweisbar. Der Mensch und gerade der Weiseste als die höchste Verirrung der Natur und Selbstwiderspruch (das leidendste Wesen): bis hieher sinkt die Natur. Das Organische als Entartung.

4 [178]

In meinem Horste und Forste. Zarathustra 4.

4 [179]

Werthe ansetzen das heißt ebenso Unwerthe ansetzen. Um die Glückseligkeit der Werthschätzungen zu haben—muß man alles Böse mitnehmen und alle Unlust der Verachtung.



Dieser sagt: alle Welt ist Gedanke—Wille—Krieg—Liebe—Haß: meine B ich sage euch: alles dies einzeln ist falsch, alles dies zusammen ist wahr.

4 [180]

Die Menschheit muß ihr Ziel über sich hinaus legen—aber nicht in eine falsche X-Welt, sondern in ihre eigene Fortsetzung.



Die Frage: wie etwas wird hat für mich immer dann Sinn wegen der Frage, was werden soll.

4 [181]

Was der Affe für uns ist, der Gegenstand einer schmerzlichen Scham das sollen wir für den Übermenschen sein.

4 [182]

Wie müßte man zu Euch reden, damit ihr verstündet! Man müßte euch krank machen!

4 [183]

Sobald der Wille auftritt hat das Gefühl den Eindruck der Befreiung. Das nennt man Freiheit des Willens. Das Gefühl ist nämlich leidend gedrückt—und sobald der Wille auftritt pausirt es und leidet nicht

4 [184]

Kaum seid ihr geboren, so fangt ihr auch schon an zu sterben.

4 [185]

Mitleid und Liebe Gegensatz der Moral. Darin keine Gerechtigkeit! Kein Gehorsam, keine Pflicht! Keine Wahrheitsliebe und Redlichkeit! Dazu Verlassen des eigenen Wegs—Charakter der Leidenschaft—und ihre Unvernunft.

4 [186]

Habe ich nicht einen neuen Geruch und eine neue Farbe erfunden?— Also sprach Zarathustra.



Das Meer trug dich:

Wer von euch hat die umfänglichste Seele

Seiltänzer auf die niedrigste Stufe setzen.

4 [187]

Und wohin ich auch steige, überallhin folgt mir mein Hund, der heißt “Ich.”

4 [188]

Das Ich erst in der Heerde. Gegensatz dazu: im Übermenschen ist das Du vieler Iche von Jahrtausenden zu Eins geworden. (also die Individuen sind jetzt zu Eins geworden

4 [189]

Das Ich enthält auch eine Mehrzahl von Wesen (wie in der Heerde) kein Widerspruch. Ebenso als Mehrheit von Kräften. Mitunter pausirend—unsichtbar, wie der Strom der Elektricität.

Strebt sich zu verdichten, ist am stärksten als Diamant, am schöpferischsten? Wirklich? Als Volk noch mehr?

4 [190]

Sie gehen zu den Kohlenbrennern und reden ihnen von der ewigen Qual.

4 [191]

Rede mit einem Könige (Cap).

4 [192]

Die Geschichte der großen Augenblicke—dahin gehört auch die Lehre vor den Kohlenbrennern.

4 [193]

Und wenn ihr das Kleine nicht zertreten könnt, wenn ihr nicht Fliegenwedel sein wollt: so geht in die

4 [194]

unser Auge sieht Falsch, es verkürzt und zieht zusammen: ist das ein Grund, das Sehen zu verwerfen und zu sagen: es ist nichts werth?

4 [195]

Aber glaubt ihr daß Zarathustra fand, was er suchte? Glaubt ihr daß ein Blinder gerade Wege geht?— Und so geschah es, daß Zarathustra diesmal nicht untergieng.

4 [196]

Die Krankheit ist ein plumper Versuch zum Zwecke der Gesundheit. Kürzt diesen Versuch ab!

4 [197]

das Machtgefühl, Wetteifer aller Ich’s, den Gedanken zu finden der über der Menschheit stehen bleibt, als ihr Stern—das Ich ein primum mobile.

4 [198]

Ziel: auf einen Augenblick den Übermenschen zu erreichen. Dafür leide ich alles! Jene Dreiheit!

Das ruhigste äußere Leben, weil sich so viel ereignet!

4 [199]

Ist es nicht gleichgültig, daß möglichst Viele M möglichst lange leben?

Ist das Glück dieser Vielen nicht eine verächtliche Sache und keine Rechtfertigung des Daseins?

Der Sinn deines Lebens sei, das Dasein zu rechtfertigen—und dazu mußt du nicht nur des Teufels Anwalt, sondern sogar der Fürsprecher Gottes vor dem Teufel sein.

4 [200]

Er liebte die Menschen weil Gott sie liebt. Er wollte sie erlösen, um Gott zu erlösen.

Liebe zu den Menschen war das Kreuz, an welches er geschlagen wurde; er wollte Gott aus seiner Hölle erlösen: welche ist die Liebe Gottes zu den Menschen.

4 [201]

Denn die Menschen hören schwer: und wer klug ist, zerschlägt ihnen die Ohren, daß sie anfangen mit den Augen zu hören.



lachten sie nicht mehr sondern sahen Zarathustra an.



und überall Oberfläche,

4 [202]

Rede an den Felsen—ich liebe es, daß er nicht spricht. Seine Schweigsamkeit ist würdig (Alles moralisch)

4 [203]

Das Ich weiß nichts von sich in der Pflanze: es zerspaltet sich bei der Zeugung; es ist in Vielen eins (Heerde) es erlischt hier—was liegt daran? Der Zufall des Ichs (bei verschiedenen Wesen) gleichgültig.

4 [204]

(das verhüllte Leben)
ein bleicher Jüngling
Manchen wirst du nie entdecken
Pinie



(der letzte Mensch: eine Art Chinese)



So oft ihn sein Geist trieb, gieng Zarathustra auf einen Berg und schrieb unterwegs seine Sprüche auf. Und einmal, als er mit sich allein war, rühmte er sich und sprach

Ihr sollt sein wie Bäume die über dem Meere hängen und sich biegen von



Allein geht er; denn seine Gestalten umringen ihn, die er nur sieht. Und trifft er seines Gleichen, so umarmen sich ihre Geister, und mit 4 Augen sehen sie dieselben Gestalten.



das Gerechte ist, daß ich alledem ein Recht zu Schaffen suchte, was mir im Grunde zuwider war



ein Baum: die Blätter losmachen und ihnen eine kleine Bewegung geben und ebenso die Wurzel und die Zweige u.s.w.



Der Einsiedler sah ihn lange an

Zarathustra, sagte der Einsiedler, du bist arm geworden—und wenn ich ein Almosen von dir wollte, würdest du mir es wohl geben?

4 [205]

Bei aller Moral handelt es sich, höhere Zustände des Leibes zu erfinden oder zu suchen, wo bisher getrennte Fähigkeiten zusammen möglich sind.

4 [206]

Horcht nicht darauf, was gut und böse ist—geht den Weg zu eurem Guten, und schafft euer Böses und Gutes. Es giebt 1000 noch nicht begangene Wege!

4 [207]

Im Menschen hausen viele Geister wie Thiere des Meeres—die kämpfen mit einander um den Geist “Ich”: sie lieben es, sie wollen, daß es sich ihnen auf den Rücken setze, sie hassen sich einander um dieser Liebe willen.



— das Ich, das bewegliche Kätzchen mit dem silbernen Thieresfrohsinn.



Wann litt je ein Ertrinkender an Durst!



und wieder quiekt das Kätzchen Ich und wieder ist Einer glücklich und wieder sind alle neidisch.



Ein schöner Trost für solche, die jung genug dazu sind, sagte das alte Weibchen.



Bin ich gemacht, Bußprediger zu sein? Bin ich gemacht zu rasseln gleich einem Priester und einer Pauke?

4 [208]

Ich lehre euch den Übermenschen: die große Verachtung müßt ihr euch selber lehren.

4 [209]

(Cap) Die Bruderschaft der Rechtfertiger.

4 [210]

Sie haben im Guten und Bösen nicht die Scham des Geistes: und loben und tadeln als ob

und im Geiste haben sie nicht die Scham des Guten und Bösen:

Sie werfen die Bilder um und sagen: es giebt nichts Hohes und Anbetungswürdiges—weil sie selber kein Bild und keinen Gott schaffen können.

Hört doch die Verachtung aus ihrer Wuth gegen die Bilder—die große Verachtung gen sich selber!



Ich liebe die verschwenderischen Seelen: sie geben nicht zurück und wollen keinen Dank denn sie schenken immer.



da gehn sie für sich fort

4 [211]

Ich erkläre auch eure Tugenden aus dem Zukünftigen.

Nicht eure Tugenden verwerfe ich, sondern eure Tugendhaften.



Der Freund als der beste Verächter und Feind.

Wie wenige sind würdig!

Das Gewissen des Freundes sein. Jede Erniedrigung bemerken. Gewissen nicht nur moralisch zu nehmen: auch Geschmack, auch als Verbleiben in seinen Grenzen.

Der Freund als Dämon und Engel. Sie haben für einander das Schloß zur Kette. In ihrer Nähe fällt eine Kette ab. Sie erheben sich einander. Und als ein Ich von Zweien nähern sie sich dem Übermenschen und jauchzen über den Besitz des Freundes, weil er ihnen den zweiten Flügel giebt, ohne den der eine nichts nützt.

4 [212]

Es ist kühl, die Wiese liegt im Schatten, die Sonne gieng.

Ist es nicht ungereimt zu leben? Müßten wir nicht mehr Vernunft haben, um aus dem Leben eine Vernunft zu machen?

Meine Brüder, verzeiht der Seele Zarathustras daß es Abend ist.

4 [213]

Das Erfinden von Zuständen

Es ist an der Zeit, daß der Mensch sich ein Ziel stecke. Noch ist er zum höchsten Ziele reich und wild genug. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos und Anprall der Gestirne in euch, um einen Sternentanz gebären zu können.



Einst aber wird der Mensch zu arm geworden sein, einst wird er selbst zur Wuth der Verachtung nicht genug Rad und Schwung sein.

4 [214]

Unsere Verachtung des M trieb uns hinter die Sterne. Religion, Metaphysik, als Symptom einer Begierde, den Übermenschen zu schaffen.

4 [215]

Schwanger geht die Menschheit, wunderlich sind die Schwangern!

4 [216]

(Cap) Beweise dich mir! Welches ist deine Pflicht?

4 [217]

1.Die Hervorhebung von Zuständen und das Streben nach ihnen. Bedeutung für den Leib.
2.Diejenige Auffassung des Ich von sich selber entsteht, bei der der Heerden-Typus erhalten bleibt.
3.Übelbefinden und das Böse.
 Das Ausbrechen ganzer moralischer Strömungen als Correcturen des Leibes.
 Was bedeutet Ascetismus?
 Buddhismus und Mönchthum als Herstellung gesunder Leiber (gegen die vernichtenden und schwächenden Affekte).
 Moral als eine Gleichnißsprache über eine unbekannte Region der leiblichen Zustände.— Hier noch ganz von Wille und Zweck die Rede und von gar nichts Anderem.
  
1.Die Anpassung der leiblichen Begierden an einander.
2.Die Anpassung des Leibes an ein Klima bringt Moralen zum Ausdruck.
3.Der Leib der herrschenden Kaste bringt eine Moral.
4.Der Leib für die nöthige Arbeit und Vielheit der Arbeit.
5.Die Erhaltung des Typus bringt eine Moral hervor. Das Zu-Grunde-Gehende des Typus und die Unmoralität.
also scheinbar ohne chemische Mittel den Leib verändern— —in Wahrheit handelt es sich bei der Moral (darum,) die chemische Beschaffenheit des Leibes zu verändern.
Ungeheurer Umweg. In wiefern es möglich ist, direkter zu gehen?
“Gesundheits-Begriff und Ideal abhängig vom Ziele des Menschen”—? aber das Ziel selber ist ein Ausdruck einer bestimmten Beschaffenheit des Leibes und deren Bedingungen.
Der Leib und die Moral.

4 [218]

Und er wußte seine Tugend nicht zu überwinden.

Der Löwe in ihm zerriß das Kind in ihm: und endlich fraß der Löwe sich selber.

Grausam war dieser Held und wild

Seht, ich lehre euch die Liebe zum Übermenschen.

lud er auf sich und zerbrach unter der Last.

4 [219]

Leidenschaften = Zustände unserer Organe und deren Rückwirkung auf das Gehirn—mit einem Suchen nach Auslösung.

4 [220]

Man nannte ihn einen Weisen, aber er war es nicht.

4 [221]

Die Stellung der Religion zur Natur war ehemals die umgekehrte: die Religion entsprach der populären Auffassung der Natur.

Jetzt ist die populäre Auffassung die materialistische. Folglich muß das von der Religion, was jetzt da ist, so zum Volke reden: materialistisch.

4 [222]

rechtwinklig am Leibe, mit starkem Nacken

den Bändiger des Löwen durch den Löwen umbringen

4 [223]

Ihr sollt nicht viele Tugenden haben wollen—ihr seid nicht reich genug dazu. Eine Tugend ist schon viel Tugend: damit sie lebe, müßt ihr schon zu Grunde gehen.

4 [224]

Ich lebe, damit ich erkenne: ich will erkennen, damit der Übermensch lebe.

Wir experimentiren für ihn!

4 [225]

Der durchgängig schöpferische Charakter alles Geschehens

Die Freiheit des Willens ist viel besser bewiesen als Ursache und Wirkung (eigentlich ist Ursache Wirkung nur eine populäre Folgerung)

4 [226]

Wir sind zu geduldig gegen schlechte Luft: und du selber bist Anderen schlechte Luft.



Drei oder 2.



Wer uns nicht fruchtbar macht

4 [227]

Ein Aufsuchen desjenigen an der Wahrheit was mir wehethut, und Alles opfern, eine ungeheure Spannung

nichts im Kopfe als eine persönliche Moral: und mir ein Recht dazu zu Schaffen ist der Sinn aller meiner historischen Fragen über Moral. (Es ist nämlich schrecklich schwer, dies Recht sich zu schaffen!)

4 [228]

Ich liebe die Menschen welche ihre Tugend zu Grunde richtet.

seht, ich zeige euch die Brücke zum Übermenschen!

welche ihre Seele verschwenden, die nicht danken und nie zurückgeben, weil sie immer schenken.

4 [229]

Der die Zukünftigen rechtfertigt und die Vergangenen erlöst.



Und wer mitleidig ist, soll aus seinem Mitleiden sich Pflicht und Verhängniß Schaffen, und wer treu ist, dem soll Treue seine Pflicht und sein Verhängniß werden—und du kannst nicht Geist genug für deine Tugend haben.



Dein Leben sei ein Versuch—dein Mißlingen und Gelingen sei ein Beweis: aber sorge dafür, daß man wisse, was du versucht und bewiesen hast.



sie sagten: laßt uns der Welt absterben, sie suchten ihr Heil hinter den Sternen—sie fanden das Wort nicht vom Übermenschen. Sie verleumdeten ihre Gesundheit,

Vieles macht mir Ekel an euren Guten und wahrlich nicht ihr Böses.

Ich wollte, sie hätten einen Wahnsinn, an dem sie zu Grunde giengen, wie der bleiche Verbrecher an seinem Wahnsinn,

Ich wollte, ihr Wahnsinn hieße Mitleid oder Treue oder Gerechtigkeit.

Aber sie haben ihre Tugend, um lange zu leben,

damals war der Zweifel, das Suchen nach Gerechtigkeit, das Mitleid mit dem Freunde

4 [230]

Und sein Gelehrter soll ein Büßer des Geistes sein.



Und seine Rede mißfiel Allen, doch Einem gefiel sie.



Umgang.



Der Gelehrte.



Ruf zum Alleinstehen und Sich-lossagen!

4 [231]

Das Recht zu meinen eigenen Werthen—woher nahm ich das? Aus den Rechten aller alten Werthe und den Grenzen dieser Werthe.

4 [232]

Sinn der Ehe: ein Kind, das einen höheren Typus darstellt als die Eltern.



NB. sie müssen dich verachten, wenn du über sie hinweg gehst—sie verstehen nicht das Über-Sich.



Du sehnst dich nach Liebe—aber nein, du mußt Verachtung tragen lernen.



An’s Geld hängt ihr euer Herz und verliert für euch selber euer Herz. Eisenbahn und Staat ist der Nutzen Vieler und das Verhängniß.



Denen, die nicht zu den Vielen gehören.

Ihr verliert eure Vorsicht, eure Luchsaugen und eure Bärentatzen.

4 [233]

Die Worte des Werthes sind Fahnen dort aufgepflanzt, wo eine neue Seligkeit erfunden wurde—ein neues Gefühl.

4 [234]

Zuweilen will ich von dir: daß du klug seist von Grund aus und daß du stolz seist von Grund aus: dann wird dein Stolz immer deiner Klugheit zur Seite gehen. Du wirst die Pfade der Thorheit gehen: aber ich beschwöre auch deine Thorheit, daß sie den Stolz zu ihrem Geleit immer nehme. Willst du aber thöricht sein

Rathe ich euch die Nächstenliebe? Lieber noch rathe ich Nächstenfurcht und Fernstenliebe.



Ich entdeckte ein neues Land im Menschen

wo die Seele überwallt



ihr zeigt mir den Pinsel und den Farbentof und sagt: wir haben das Bild widerlegt.



Die Gesellschaft verdirbt.



die träumende Zukunft



Ihr flieht euch selber: und immer gerathet ihr aus dem Regen der Selbstverachtung unter die Traufe der Nächstenliebe.



Auch noch die Katzen und die Wölfe sollen mir Vorbild sein: sie halten ihr Selbst fester.



(Fliegenwedel) gegen den täglichen kleinen Ärger.

4 [235]

Ein Gott, der sich schlecht beweist, ist so gut als ein Gott, der sich gar nicht beweist.



Das ist ein Gott, der sich gar nicht oder schlecht beweist.



Wenn 100 beieinander stehen, verliert ein Jeder seinen Verstand und bekommt einen anderen.



Oh diese armseligen Freundschaften! Soviel sie ihren Freunden leisten, soviel verspreche ich noch meinen Feinden zu leisten—und will nicht ärmer geworden sein.

4 [236]

Und wie ein Kind mit dem kleinen Fuße eine Scherbe vor sich hin treibt, so thöricht stößt uns das Leben vorwärts.

4 [237]

Ja, mit Schwerem beladen, eilte ich in meine Wüste: da aber fand ich erst mein Allerschwerstes.

seiner eigenen Tugend Schmied und Ambos, seines eigenen Werthes Richter und Prüfstein zu sein.

Vieles Schwere giebt es und als ich jung war, forschte ich viel nach dem Schwersten.

Ja, ich lief in die Wüste—und erst dort in der einsamsten Wüste, fand ich mein Allerschwerstes.

Dieses Schwerste—das wurde das Liebste mir, einem Gotte gleich lehrte ich mein Schwerstes ehren.

seufzte tief und sprach nicht mehr.

4 [238]

Und wenn einer euch ein großes Unrecht thut, so sorgt nur dafür, daß ihr dem, der es that, auch ein kleines thut, so ist es menschlich.

4 [239]

Und du glaubst, daß die Gerechtigkeit dir schon nachhinken werde?

4 [240]

Es ist mehr Vernunft in deinem Leibe als in deiner Vernunft. Und auch das, was du deine Weisheit nennst,—wer weiß wozu dein Leib gerade diese Weisheit nöthig hat.

4 [241]

Ich erkannte, daß Hirten und Heerdenzüchter diese Tafeln schufen: also gründeten sie Leben und Dauer ihrer Heerden.

4 [242]

Ja, alle diese Last trug ich! Ich kniete nieder und lud alle diese Last auf mich, einem Kameele gleich beugte ich das Haupt und eilte fort in die Wüste.

Wo sind die Wahrheiten welche leiden machen? rief ich.

Der erste war der Drache und sprach: “Unwerth ist aller Dinge Werth,” “Widerspruch ist im Herzen aller Werthe”

Da erkannte ich den Ursprung von Gut und Böse: und daß das Ziel der Menschheit fehle.

Mir das Recht zu geben, die Dinge mit neuen Namen und Werthen zu nennen, war das Schwerste.

Alle Pflanzen neidete ich—ich neidete auch alle Gespenster.

Mit den höheren Werthen die Gütertafeln zerbrechen

die eigenen Tafeln stellte ich neben die anderen—welcher Muth und Schrecken war das!

4 [243]

ihr seid die Verächter des Leibes

4 [243a]

Nenne ich sie die schwarze Lüge? Wahrlich, nichts Verlogeneres giebt es auf Erden als diese Thierwerdung Gottes.

4 [244]

Ich sah mir das Auge dieser Größten an und kroch in ihre Seele. Ach!!!— Schilderung der Genies und Heiligen. Bei der Frage ob es schon gegeben habe!— Gab es welche, so wußte die Erde nichts darum.

4 [245]

Am meisten verehrt werden die Prediger des langsamen Todes.

4 [246]

(Cap) Was wurde Zarathustra am schwersten? Sich von der alten Moral zu lösen.

4 [247]

Cap. Wollt ihr Lohn? Es ist mir das Maaß eurer Tugend, was ihr als Lohn wollt!

4 [248]

Eine neue Farbe gab ich Erde—den Schleier einer neuen Hoffnung breitete ich um die Erde.

4 [249]

Blut gründet Kirchen: was hat Blut mit Wahrheit zu schaffen!

Und wollt ihr Recht vor mir haben, so beweist mir mit Gründen und nicht mit Blute.

4 [250]

(Cap) Die Kleinen. Geht fort in die Einsamkeit, ihr könnt den kleinen Tropfenfall nicht aushalten.

4 [251]

und plötzlich schlägt es die Augen auf, die Augen des Kindes und der Blüthe. Was ist geschehen? Die Hand eines Schaffenden berührte es. Die Sonne eines Schaffenden errieth den verborgenen Gott.

4 [252]

Zur Erde hernieder und in ihre Hütten führte ich die Verflogenen: in der Höhe lehrte ich tief sein.

4 [253]

Sagt, wo sind sie hin, diese lieben Weisen? Fallen ihnen nicht die Augen zu?— Hier und da giebt es noch Solche um dich: die predigen mit sanfter Stimme vom Guten und Bösen.

Selig sind diese Schläfrigen.

4 [254]

Gab es schon Übermenschen? Werth unserer Cultur.

4 [255]

sie spinnen am Rande des Irdischen und ihre feinen Augen werden blind in dieser Dämmerung.

4 [256]

Tausend Arten zu leben erfinden—nicht mehr bloß für Heerden!

4 [257]

Kost und Küche verräth sie—das ist das Gemeine! Wir müssen lernen, das Gemeine zu adeln.

4 [258]

sich sehnen und fragen und nur Tränen vergießen u.s.w.— Gegen die Religiösen.

es ist nicht mehr redlich. Zum Glauben reicht es nicht!

Folglich: Entsagung nach dieser Seite!

4 [259]

Euren herrschenden Gedanken will ich hören und nicht nur daß ihr einem Irrsinn entronnen seid.

Seid ihr solche, die einem Irrsinn entrinnen dürfen? Oder warft ihr euren letzten Werth fort, als ihr eure Dienstbarkeit wegwarft ...

Frei, wovon?—was schert es noch Zarathustra, wenn euer Auge scheel blickt bei der Frage: frei wozu?

Euren herrschenden Gedanken will ich hören, daß er euch vor mir freispreche!—oder ich werde euch meine Gedanken wie Geißeln um eure Ohren schlagen.

4 [260]

Eine Sonne, um die sich die Schlange der Erkenntniß ringelt.

4 [261]

“das Irdische”—ihr müßt lernen, es anders empfinden.

Die falschen Werthmaaße beseitigen, die aus einer unbekannten Welt genommen sind

Der Mensch steht hoch viell gelingt plötzlich ein höheres Wesen!

4 [262]

(Cap) Die angebliche Liebe Gottes und “alles für unser Bestes”

4 [263]

Das Gute es will sich durch das Alte erhalten

4 [264]

Sie möchten gerne entlaufen: sie können aber zu anderen Sternen keine Wege finden, so glauben sie, es gäbe unterirdische Wege—ganz andere Arten und gleichsam Schleichwege.— Die seltenen Zustände wurden als überirdisch empfunden. Wonne und Krampf zusammen.

Ihr seid mir an Liebe nicht reich genug, für die Liebe zum All!



Unsere Gefühle—das ist die ganze menschliche Vergangenheit bis zu dir und mir: die geschaffenen Werthe.

Unsere höheren Gefühle—wir müßten sie ausrotten, wenn wir nicht ein neues Ziel ihnen geben!



Ohne diese trübe Wolke am Himmel hättest du auch die trübe Erkenntniß nicht!

4 [265]

Meine Richtung der Kunst: nicht dort weiter dichten, wo die Grenzen sind! sondern die Zukunft des Menschen! Viele Bilder müssen da sein, nach denen gelebt werden kann!

4 [266]

Gegen die Hinterweltler.



Dein Leben ein Versuch und Denkmal deines Versuchs.



Künstler wirkten dazu, daß das Leben nicht verbessert wurde. Der Künstler selber meistens das Opfer seiner Werke.



Büßer des Geistes

der Schaffende

4 [267]

Es ist ein Opfer darin, diese Hinter-Welt aufzugeben. Männlichkeit!

Das Irdische genügt uns nicht—folglich das Himmlische—Fehlschluß.



Die Natur verbietet, euch dies Eindringen!



Im Anfang eine runzlige Knolle, und eine böse Wurzel mit mehreren Giften getröpfelt—jedes Gefühl.

4 [268]

ein Schaffender ist, der neue Werthe schafft. Aber der Künstler nicht!

4 [269]

die Zusammenkunft der Einzelnen (Fest)

4 [270]

Einen Bogen habe ich, Götter! Welch ein Bogen—gegen Götter selbst ein guter Bogen!

4 [271]

Die große Probe: bist du bereit, das Leben zu rechtfertigen? Oder das Sterben für dich?

Auf der niedrigsten Stufe es noch aushalten.

Manchem führte Krankheit diesen zweiten Weg.

Entsagung.

Die große Mitte.— Die Entscheidung über Leben- und Sterben-wollen.

4 [272]

Staat und Kirche und alles, was sich auf Lügen gründet, dient den Predigern des Todes.

4 [273]

Ihr meint, im Dunklen müsse die Lösung eures Räthsels sein! Aber seht das Schicksal eines Wurmes an. In eurem Ziele und eurer Hoffnung liegt die Lösung: euer Wille ists!



Kein Gott mischte je sich ein! Aber ihr unterwarft euch zu viel dem Herkömmlichen, auch der Natur.



Aber der Wissende sieht, wie jede Liebe und Sonne sich den häßlichen Unkräutern neigte.

4 [274]

In den kleinsten Sand steckte mancher Vogel Strauß seinen Kopf.

4 [275]

Wenn du von einer niederen Tugend zu einer höheren schreitest

Eure Würde will ich euch erst geben: ihr sollt die Büßer des Geistes sein!



Ruinen soll man nicht zerstören: Gras und Rosen und winzige Kräuter und was sie immer schmückt von Lebendigem, das Alles zerstört auch das Todte.



Dieses Ich ist noch am besten bewiesen, dieses Ich, das sich selber widerspricht.

Wahrlich die Welt ist gut verborgen vor den M. Der Bauch des Seins wird nie zu den M reden!



Wozu sagte ich euch das? So wurde der Lügner zum Wegweiser des Übermenschen

Scheidung

4 [276]

Der Entschluß. Unzählige Opfer muß es geben. Ein Versuch.

4 [277]

Das süßeste Weib ist noch bitter von Geschmack.

4 [278]

Wenn der Nutzen Vieler unser Nutzen ist, so sollen wir’s nicht Tugend nennen, wenn wir Vielen nutzen. Zur Nächstenliebe.

4 [279]

Entschlagt euch doch dieser falschen Sternguckerei!

Der Bauch des Seins wird nie zu euch reden.

4 [280]

3 Verwandl
Schlaf und Tugend
1001 Ziel
die Verächter des Leibes.
Hinterwelt.
die eigne Tugend.
Vom bleichen Verbrecher
der Baum am Berge
Lesen und Schreiben.
Prediger des Todes.
Der neue Götze.
Einsamkeit Z 1.
Freund.
Soldaten.
Nächstenliebe.
Keuschheit.
Weg des Schaffenden.
Weiber.
Natterbiß.
Ehe.
Tod.
von der heiligen Selbstsucht.

10, 4[1-280] November 1882 - Februar 1883

4 [1]

We stand before the greatest excitement—and behind it the backlash! the longing into nothingness!— And we want neither to perish in this excitement nor in this longing—we friends of life.

4 [2]

I have, of all Europeans who live and have lived, the most comprehensive soul: Plato Voltaire it depends on conditions that do not entirely rest with me, but with the “essence of things”—I could become the Buddha of Europe: which would certainly be a counterpart to the Indian one.

4 [3]

All first encounters require luck and some good omen from the birds.

4 [4]

There is a false saying: “who does not redeem himself, how can he redeem others?” If I have the key to your chains, why must your lock and mine be the same?

In war you are holy when you murder and burn.



They call it “One-Form” what they wear: uniformity is what they cover with it.



You should sleep again—and dream better.



This cruelty sits in my entrails. See, I am evil.



You say: it is the cause that sanctifies the war? It is the war that sanctifies the cause!



Herds are nothing good, not even when they follow you.



The shepherd is a gilded tool of the herd.

4 [5]

Reason is still the exception even in the wisest: chaos and necessity and the whirl of the stars—that is the rule.



One must make a festival out of death and be a little spiteful toward life: a woman who wants to leave us, us!



As for heroes, I do not think so highly of them: still, it is the most acceptable form of existence, namely when one has no other choice.

4 [6]

We both have something for ourselves: you the affects, I the reasons.

From my own poison I make balm for my ailments.

I milk your udders, beloved melancholy!



There were many god-men on earth: and every god-man created his god.

There is no worse enmity on earth than between god-men and their gods.



Brothers, I have unveiled myself: I am not ashamed to show myself naked.

Shame is the fiend that joined man when he lusted beyond the animals.



It is up to people to believe in Zarathustra: what does that matter to Zarathustra?

4 [7]

Demigod.
Hero.
Man.
Child.
Am I not a comrade of the fellow-animals.

4 [8]

I come to help you—and you complain that I do not want to weep with you.

4 [9]

I have long known this: people of the kind like my M and S must be my natural enemies—there is nothing to be done about it: the reason lies in the nature of all things. It spoils the air for me to be among such M, and I need much self-overcoming.

4 [10]

To the men. This is the teaching of holiness.
To the women. Beyond good and evil.
To the children. Noon and eternity.
Zarathustra among animals. The seven solitudes.

4 [11]

I would have perished from each and every one of my affects. I have always set one against the other.

4 [12]

There should be no person for whom I feel disgust or hatred.

4 [13]

“As Brahma one lives alone; as a god one lives in twos; as a village one lives in threes; where there are more, it is noise and tumult.”



Do not speak like a human to animals, you say,

My strongest trait is self-overcoming. But I also need it the most—I am always on the brink.



I speak and the child plays: can one be more serious than we both are now?

4 [14]

I am not great enough not to have these feelings: but I am great enough not to be ashamed of them.

4 [15]

No one lives who might praise me.



For man “I will” for woman “I must”



I belong to the race of the quick-tempered, the voluptuous, the vengeful, and the faith-furious—almost forgot it myself.

4 [16]

The morality has been driven to its peak by free-spiritedness and overcome.

I speak to men, said Zarathustra—bid the women depart.

4 [17]

Thus spoke the fool: to bring the old sacrifices to a new spirit, to transform the old soul through a new body.



Blood does not found; blood does not redeem. I do not like those love marks,

4 [18]

The best man is evil, the best woman is bad.



Love was for the shepherd and the herd, which now created utility as good and holy:

Love was for the child and the race: this love was anger against the wrongdoers of the love of all, and guilt was wrong against the love of all.



From love they created good and evil: and not from wisdom, for love is older than wisdom.



Useful was once what the love of all commanded: and whose love was the most powerful, the herd made him the shepherd.



Small was still the love for the neighbor, despised the self: and above all was the herd.

4 [19]

I honor all M I despise only the Pharisees.

4 [20]

One morning, Zarathustra climbed a mountain: when he was alone with himself, he praised himself thus: you, my book,

Humanity has no goal: it can also give itself a goal—not for the end, not to preserve the species, but to abolish it.



And all the people shall say: holy is this criminal.



The creator (the one who recognizes), the communicator (the artist), the simplifier (the lover).



Bear my virtue! (as an overwhelming power).



State and society are not necessary for some, but these must endure them and withdraw as best they can.



Frugality of one who cannot love.

4 [21]

A sinister and inglorious goal.

4 [22]

(One day Zarathustra praised himself and spoke thus)



Three qualities they must unite: to be true, to want and be able to communicate, and to be complicit (toward unity)



the disciples of holy selfishness
or one of the three
or only be able to be a means of the three.



he shall say: I am evil, I preserve the power of evil.



Each shall make their being serve the purpose of the plan.



There has been no purpose thus far: come, let us take one for ourselves.



Speaking in favor of: the vain, the cruel, etc.



The highest pleasure: that which we must, also that which we want. Thus to take oneself into the great Plan.

4 [23]

All creation is communication.

The knowing, the creating, the loving are one.

4 [24]

1000 formulas for the return (is the threat).

4 [25]

The birth of the Übermenschen.

4 [26]

The good as the necessary Pharisees.



Here too there is an opposition as between religious and believers.



Those who create the good have their opposite in those who preserve the good.



The point at which one gets the courage to feel his evil as his good, e.g., the Christian his “cowardice.”

4 [27]

The good are almost worthless now.

It's the evil with religious will that matters! And it has always been so!

4 [28]

I must be an angel if I want to live: you do not have such harsh conditions.

4 [29]

That your enlightenment may also be a dawn.



Error in crime.



not the pleasant feelings are called good—but the full powerful states



Heat made them what they once revered.



your distress you shall redefine and renew: what already exists shall be called necessity.

4 [30]

Who lives at the foot of the highest Alps does not see their peak: forgive

4 [31]

One is also punished for one's virtues.

4 [32]

Love feasts they call it, when one devours one's savior out of love.



Blood and reasons-shunning found churches.

4 [33]

But why do you not speak of the believers of the true faith? What does your silence mean?— Zarathustra smiled and said only the word “Honor the vanquished!”

4 [34]

If compassion does not have a hard shell to break through — —

I assume compassion: it is a brain and nerve disease to be cruel.



One can only be silent if one has bow and arrow: otherwise one chit-chats and—quarrels.



I would like to take away the world's heartbreaking character

4 [35]

It is not the finger of God that presses your throat. Once, so they say, God approached the dying: then he became sorrowful and terrible.

4 [36]

Little conscience of the spirit has the actor: he believes in that with which he most strongly makes believe.



Only the valuers and the inventors of new values are creators: around them alone the world revolves. He who makes the new values believed, however, is called by the people “Creator” —

4 [37]

Whoever sees the low qualities of a person usually also has an enticing power over them and brings them to discharge.



As a creator, you run away from yourself—you cease to be your contemporary.



Disgust at filth can be so great that it prevents us from cleaning ourselves.



Fools want it better than good.

4 [38]

What must I do to be saved? Be saved and do what you must do.



One grows to love something: and scarcely does one love it from the ground up, when the tyrant, the higher self, says to us: “give me precisely this as a sacrifice!”—and we give it to him.



I do not advise work, but struggle—I do not advise peace, but victory. Let your work be a struggle, let your peace be a victory.



I awakened you from your sleep, for a nightmare oppressed you. And now you say: “what shall we do now! Everything is night.”—you ungrateful ones!



Everything about woman is a riddle—everything about woman has one solution: pregnancy.



If you want life to be easy, stay always with the herd.Forget yourself over the herd! Love the shepherd and honor the bite of his dog!



Do you know how to bark and bite, now—so be the dog of the herd: thus you make life easy for yourself.



I know all that is good and all that is evil: I also know what lies beyond good and evil.



Good and evil are the prejudices of God—said the serpent. But the serpent too was a prejudice of God.



The church is the stone on the grave of a god-man: it wants him not to rise again.



I love myself as my God: who could accuse me of sin? I know only sins against my God: but who knows my God? —

4 [39]

Noon and Eternity.
Thus Spoke
Zarathustra
.

4 [40]

What keeps me alive? Pregnancy: and every time the work was born, life hung by a thin thread.



I have hidden myself. I want to conceal my disgust from them, these little ones. This has become the hardest for me: but they are innocent, like grass and weeds.



One is always only pregnant with one's own child.



You say "that is dark." I placed a cloud before the sun for you. But see how the edges of the cloud glow and become light!



Do not look into the sun! The moon is still too bright for your nocturnal eyes!



You should love peace as a means to a new war!



In war, revenge is silent; in war, the personal dies.

4 [41]

Lie and pretense—the means of all education.



What terrible fun should I have?



“You have overcome me” See to it that I am a wing and not a hindrance to you!

4 [42]

Once there was an old righteous god; he had hands and feet, and also a heart: and much wrath and love were in his entrails.

And behold, love played a trick on him and he fell in love with humans: so that this love became hell to him.

What did this old righteous god do? He persuaded a human woman to bear him a son: and this son of God advised humans nothing but this: "love God! as

I love him! What do the good and the just matter to us sons of God!"

And like a jealous one, the old righteous god pursued humans with his love.

Do you believe that he succeeded?

In the long run, he persuaded precisely those whom he did not like among men, the good and the just.

“Church” they called themselves and the Chosen: and chattered much of their love for God—the love-poor!

Then the heart of the old upright God broke: and it went with him as with his son: he died on the cross of pity.

Truly, these good and just are ruinous to the joy of life, and not only to old upright gods.

“Three things shall always be with us—so they always said—truth, money, and virtue: thus we love God.”

“Chosen are we, and on earth the most unearthly.”

4 [43]

What we most love to do, we would like to be considered as what is most difficult for us: and before ourselves.



Our sacrifices only prove how little value we place on everything when we love something.



Moral conditions and aspirations are only means of knowledge, the immoral ones as well.



The pleasure in knowing is an extremely intense belief. If one does not achieve it, there is a desire to know based on stimuli, e.g.as a desire for security or novelty or a desire for the desirable, which would be to discover.



Since those who recognize spoke only of recognition, there is much hypocrisy involved—they had an interest in making it appear as the most valuable state.



Lovers of recognition! And you have not even killed a person to know this feeling!



The perfect recognition of necessity would abolish all "should"—but also to comprehend the necessity of the "shoulds," as a consequence of ignorance.

4 [44]

Happy as an elephant when it tries to stand on its head.



You lack the courage to burn and perish: and thus you will never become something new. That which gives us wings, color, clothing, and strength today should be nothing but ashes tomorrow.



Marriage may be right for those who are capable of neither love nor friendship—for the vast majority, therefore—and perhaps also for the very rare few who are capable of both at once.

4 [45]

There is another virtue, a reward-seeking one, and it wants to be well paid, here or in a Not-Here, and calls this "justice."

Oh you friends of the giving virtue, let us dance scorn for all reward-seeking virtue.

But you have not yet learned this from me: how to dance scorn.

4 [46]

That which is warmth or light or sound or the motion of the stars to us—may be something else to senses other than human: but it will never be goodness or wisdom or love.



Love of neighbor. If utility is the mechanism.

4 [47]

around you is the degenerating sense, and “All is without Necessity”

4 [48]

Community (not herd)
his overcomings
Table
heavy

That my animals follow me without willing escort.

4 [49]

The interpretations 1) Error of the first cause, a god conceived as an opposite (

Misguided is your life: you are like a courtier.



where your poverty and sobriety cried out to heaven



that a lightning bolt might lick you with its tongue!



they shot an arrow of glowing love into the universe.



It is not the ignorance of man that is wretched: man himself is wretched!



Science only as an ascetic practice.



Exploitation of the accidental—ambiguity as a condition for many forms of life—hence indifference to essence



How is it possible that you narrow souls think along?

4 [50]

Don't get heated! They're taking your money away! and there are more important things that are also accessible to the poor. Jesus as sacrifice without money!

4 [51]

Asceticism of the spirit as preparation for creation. Deliberate impoverishment of the creative drives.

4 [52]

There are preachers: they teach suffering. They serve you, even though they hate you.



I do not speak to you as I do to the people. For them, the highest is to despise and destroy themselves: the second highest is to despise and destroy each other.

4 [53]

Every effect is followed by an effect—this belief in causality has its seat in the strongest of instincts, in that of revenge.



Do not confuse: actors perish from lack of praise, genuine people from lack of love.



The opposite of the actor is not the honest person but the secretive self-deceiving person.

(it is among them that most actors are found)

4 [54]

“There are heroes in evil, as in good”—in the mouth of a La Rochefoucauld, this is a perfect naivety.



To see and yet not believe is the cardinal virtue of the knower.



In the endeavor not to recognize themselves, ordinary people are very subtle and cunning.



In G, one honors the will far more than the ability: it is the right place for the imperfect and the pretentious.

4 [55]

The sight of the naive person is a delight, provided he is naturally evil and has spirit.



Clever people are usually simple and uncomplicated people.



Labyrinth.

A labyrinthine person never seeks the truth, but always only his Ariadne—whatever he may tell us.

4 [56]

That an M suits us comfortably, we gladly credit to its and our morality.



Skepticism toward all moral values is a symptom that a new moral value table is emerging.



It is a progress of intellectual taste when one no longer feels ashamed of one's evil.



Having no phrase ready to bribe one's philosophy—



Contempt for what I do, and contempt for what I am.



The church is nothing but a fundamentally dishonest kind of Stes.



The male animal is cruel to what it loves—not out of malice, but because in love it feels itself too intensely and has no feeling left for the feeling of the other.

4 [57]

Who is poor in love is stingy even with their politeness.



In matters of honor, women are coarse and clumsy.



If one wants to have a friend, one must also be willing to wage war for them, i.e., one must be able to be an enemy.



Today they had the goodwill to be kind: but how pitiful they were, how little invention!



I distinguish among philosophical people two kinds: some always ponder their defense, others an attack on their enemies.



The hero is cheerful—this displeases the tragedians.



In mocking people, feeling rarely bubbles out, but always very loudly.



It is astonishing to what folly even sensuality can be led by love, how sensuality loses all good taste, and calls the ugly beautiful as soon as love whispers to it.

4 [58]

The so-called amiable ones know how to give us the small change of love.



All those who have not yet unlearned how to digest their experiences have also not unlearned the laziness of the digesting: they indignate thereby, in this time of haste and crowding.



For the woman there is only one point of honor; that she must believe she loves more than she is loved. Beyond this point begins immediately the prostitution.



The cruelty against the one whom she does not love.



Will to self, selfishness is a fine and late-developed specialty of the will to pleasure: insofar as that will to pleasure is a self.



“You” is older than “I” and also continues to live in the I still.

“I”—that is an auxiliary hypothesis for the purpose of the thinkability of the world—just like matter and atom.

4 [59]

Whenever wisdom says: “do not do this, it will be misinterpreted against you”—I have always acted contrary to it.



A bad reputation



The utile is always only a means, its purpose is in any case the dulce. The Utilitarians are stupid.



They do not love me: is this a reason not to bless them?



Behold! Just now the world became perfect.

4 [60]

sit tibi terra levis: if one wishes someone well in Germany, one hopes that they may find the earth very heavy.

4 [61]

Basic form,

It would be unbearable: therefore the following reliefs of life are necessary.

Away with good and evil!

Maximum contentment with oneself!

Tragic people back!

Spare the strong affects!

The redemption of the multifaceted person.

Do not act differently, but think differently of oneself!

The vanity of the sublime!

against the cruelty of the heroic.

all these improvements of life are useless, because the valuations have not changed, e.g., health.

against the “all-too-quick.”

4 [62]

The little thieves, the little slanderers, the little spiteful and defamers should be destroyed—not the murderers

one should have no pity for mosquitoes and fleas.

Contemptible and terrible people.

One should spare the forest, one should spare the wicked.

4 [63]

Is there property for the one who knows? Truly, I forgot it—or did I unlearn it?

4 [64]

Our evil affects also have a conscience and are annoyed when they have been overcome.



The conscience is a ventriloquist; when it speaks, we no longer believe that its voice comes from within us.



Religion wants to make people cheerful and replace the “you shall” with an “I must”: it wants to free them from the human impossibility in morality.



Now I am just—means in many cases “now I am avenged.”



Interpreting one’s inclinations and aversions as one’s duty is the great impurity of the “Good.”



The unhappy lover’s pride tells him that the beloved does not deserve to be loved by him. But a higher pride says to him: “No one deserves to be loved.— You simply do not love her enough!”

4 [65]

It is not through requited love that the unhappily loving person's unhappiness ceases, but through more love.



If we want to be rid of a person, we need only belittle ourselves before them—this immediately affects their vanity and they run away.



As long as you are still being opposed, you have not yet surpassed your time—it should not even be able to see you, so high and distant should you be to it.

4 [66]

Zarathustra gives more and more the less he is accepted.

“I was stingy—you were right to scorn me!”

Order of the themes according to their humanity.

he is banished.

4 [67]

To overcome one's affect usually means to temporarily suppress and accumulate it: thus increasing the danger.



Most of those who rescue an unfortunate person from danger were driven not by pity, but by courage and the danger itself.



Recklessness has accomplished more great deeds than neighborly love.



First, man makes the world conceivable—we are still in the process—: and once he has understood it, and feels that it is now his work—ah, and now he must love his work, as every creator does!



Man has been trained for war and hunting as long as there have been men: therefore, he now loves knowledge as the most comprehensive opportunity for war and hunting. What a woman could possibly love about knowledge at all would have to be something else

4 [68]

From his bitterness against a person, one makes moral indignation—and then admires oneself: and from the weariness of his hatred, forgiveness—and admires oneself once more.



One no longer needs lies for dealing with people when one has enough truths: with them, one can deceive and seduce them wherever one wishes.

4 [69]

The highest courage of the one who knows does not show itself where it arouses astonishment and terror—but where it must be perceived by the non-knowing as superficial, low, cowardly, indifferent.



The one who knows must also understand how to place his own victor's wreath upon himself: he cannot wait, because it urges him toward new transformations.

4 [70]

The passion of two people for each other—these are, under all circumstances, two passions, with different curves, peaks, and speeds: their lines can cross, nothing more.



One says pleasure and thinks of lusts, one says sense and thinks of sensuality, one says body and thinks of the lower body—and thus three good things have been robbed of their honor.



The bourgeois and the chivalrous virtues do not understand each other and slander one another.



Even our learning and our diligence are matters of talent.



That everyone may learn to read and does read, in the long run ruins not only the writers but even the minds in general.

4 [71]

He does me wrong—that is bad. But that he even wants to atone for his wrong before me, that is enough to drive one out of one's skin!



It takes a very good character not to blame the unpleasant consequences of a small folly on one's character.



To truly blame the unpleasant consequences of one's own folly on one's folly and not on one's character: that requires more character than most people have.



If we are even one step beyond the average of human goodness, our actions are criticized.



You say “I like that” and think you are praising me!— Oh, you fools, how you please me with that!



The scientific man shares a fate with the rope-maker: he spins his thread longer, but in doing so—goes backward himself.

4 [72]

Life is hard to bear: for that one needs defiance in the morning and resignation in the afternoon



I am absent-minded: my appetite only comes after the meal.



The refutability of a theory is truly not its least charm.



Constitutional kings were given virtue—they can no longer “do wrong”—but in return they were stripped of power. Since then, they want nothing but war—why is that?



If one is fortunate enough to remain obscure, one should also take the freedom that darkness provides and, in particular, “gossip well.”

4 [73]

I hate the Biedermänner much more than the sinners!



Do I love music? I don’t know—I also hate it too often. But music loves me—and as soon as someone leaves me, it jumps forward and wants to be loved.



How late to start shining?



Soon to cheerfully lift their necks, as if the whole weight of the world should be placed upon us—and soon to tremble like a rosebud, for which a single drop of dew is already too heavy. My brothers and sisters, don’t be so tender with me! We are all pretty sturdy donkeys and she-donkeys, and by no means rosebuds that tremble.

4 [74]

For the brake to be needed, the wheel must first be needed.



I have lived too long near death to still fear life.



I call such M "Sums"

4 [75]

Actors I call them (the Communicators)



The Overman, from an overflow of life, has those phenomena of the opium-smokers and madness and the Dionysian dance: he does not suffer from the after-effects.

Disease now leads to many things which in themselves are not symptoms of disease: to vision.



Not your sin—your sobriety cries to heaven.



Deliver us from sin and give us back our arrogance!



The pale criminal in the dungeon and Prometheus in contrast!

Degeneration!



“We want to create a being” we all want to take part in it, love it, we all want to be pregnant—and honor and respect ourselves because of it.

We must have a goal for the sake of which we all love one another! All other goals are worth destroying!

4 [76]

To have understood a philosopher and to be convinced by him.



Today I turn everything into gold, give me what you want—Fate!



Do not be deceived! The most active peoples are now the weariest! They no longer have the strength for idleness!



The only happiness lies in creation: all of you shall create together and in every action still have this happiness!



You shall preserve chaos within you: those to come will want to shape themselves from it!



Redemption from the eternal flux.

4 [77]

One often does one's deeds as an opiate against one's past.



To do one's dearest without naming it with grand words—can be heroism. Shame before the sublime gestures.



“I follow”—not “I will.”



“I could not do without anything when I created the Overman. All your evil and falsehood, your lies and your ignorance—all is in his seed.”



(Against pure vegetarianism) Do we want to create lamb souls and rapturous maidens? We want lions and monsters in strength and love.



Man shall be an occasion for something that is no longer man.



Not to unworld ourselves—but to overwhelm the world and ourselves within it.



I want to make a festival out of procreation—and out of death.

4 [78]

We must be as cruel as we are compassionate: let us beware of becoming smaller than nature!



I teach both compassion and cruelty: but I also teach that both require spirit and purpose.



We must prepare the earth for the Overman and animal and plant

I inoculate you with madness



For the small ones, there is what you have too much love for.



You see them on the stage, but you must see them in life and not despise them there.



Your best things are worth nothing without a spectacle.



The moral people have their self-satisfaction in the pangs of conscience.

4 [79]

You are waging war? You are afraid of a neighbor? Then just remove the boundary stones—then you will have no neighbor anymore.

4 [80]

To begin with the funeral ceremony.

I foresee something terrible. Chaos next, everything in flux.

1.Nothing that has value in itself—nothing that commands “you shall.”
2.It is unbearable—we must oppose creation to the sight of this destruction.
3.To these shifting goals, we must oppose a goal—create it.
4.As material, we have everything incorporated; in this, we are not free. To grasp this material, to comprehend it (through science).
5.To create the Overman, after we have thought the whole of nature in relation to ourselves, made it thinkable.
6.We can only love something entirely akin to us: we love best an imagined being. Love for a work and a child does not need to be commanded. Advantage of the Overman.

4 [81]

I do not want life again. How did I endure it? By creating. What makes me bear the sight? The vision of the Overman, who affirms life. I have tried to affirm it myself—Alas!

4 [82]

Thinking about life should be a matter of recreation: otherwise only about tasks.



Mémoires:

Primum vivere I understood, and what all belongs to vivere!

recognize in order to live—earlier: in order to deny life.

4 [83]

The dissolution of morality leads in practical consequence to the atomistic individual and then to the fragmentation of the individual into multiplicities—absolute flux.

Therefore, now more than ever, a goal is necessary and love, a new love.

4 [84]

The danger of reverting to animal nature is present. We grant all the dead justice retroactively and give their lives meaning when we shape the Overman from this material and give the entire past a purpose.



If I did not love mankind, how could I endure Zarathustra?



Honor the actors for me and do not seek the best on the stage!



Whip.

4 [85]

When Zarathustra had said this, an old woman beckoned to him and said: “Now I am glad to die, for my mouth has nothing more to teach Zarathustra.”



Do not fear the river of things: this river returns into itself: it does not flee itself only twice.

All “it was” will become “it is” again. The past bites the tail of the future.



Where the “shall” is no longer felt, —



Origin of love—love as a consequence of morality.

4 [86]

I still have all these wild dogs, but in my cellar. I don't even want to hear them bark.



A little old woman waved to him and said: Now I can die in peace, I have experienced Zarathustra.

4 [87]

No one comes to me. And I myself—I went to everyone and I came to no one.

4 [88]

On the day before the last day, Zarathustra sent the disciples home who had accompanied him and spoke thus to them:

The place where Zarathustra had laughed, must



Every thing has 2 faces: one of passing away, one of becoming.



The more individual, the farther the herd to which it belongs.



The bon goût of knowledge reaches into the highest level of morality.



If you had a concept of the torment of responsibility of the higher men!

4 [89]

On the Morality of Higher Men.

All that was formerly morality has here become love.



But now begins a new “Thou shalt”—the knowledge of the free spirit—the question of the highest goals.

4 [90]

Just as we no longer need morality, so—we also no longer need religion. The “I love God”—the only old form of the religious—has been transformed into the love of an ideal—has become creative—pure God-men.

Morality is necessary: how will we act, since we must act? And what we have done, we must value—by what standard?

Proving error in Genesis is no argument against morality. Morality is a condition of life.

“You shall”



On the sanctification of passions.



He obeys, as much as he can.



I have lived on the narrowest step of life.

Such sufferings as mine are the sufferings of the Buried.



Every higher action is a manifold breach of the moral law.



Do teachings also serve utility and reason? We are far from reasonable enough for that.

4 [91]

Let all passions have their turn, but holy.



I wanted to know, now my fate (Vivisection) and my pain over the mute gaze of the dog strike me.



Be human to the creators, they lack charity.



To the Depth.— You forgive today what was done to you. But you have not yet experienced it: after half a year you will never forgive and forget it.

4 [92]

Only when the spirit enters morality does the devil break loose.



The M took morality for themselves first, we too can give ourselves a morality!



“What is the hardest thing?”

All this I have done, said Zarathustra, and today I give it away cheaply—for a girl’s smile.

And do you have nothing more to say to mankind?

No, said Zarathustra, the cup is empty. And when he had said this, he went his way alone. But his disciples wept.



Beware of harming the hermit. The hermit is like a deep well: it is easy to throw a stone into it, but how will you get it out again? The hermit never forgives.



put another arrow of contempt into his quiver.



pluck

4 [93]

Do not reveal yourselves! And if you must, then do so in anger, but not in shame!



Should I advise you on how to defend yourselves against burglars and cutthroats? I speak to those who are weary of their virtues and would gladly let themselves be robbed and slandered once, to make a feast of their virtue. —

4 [94]

Do not forget this! I commanded M to create the Overman, I taught noon and eternity and redemption from the flux, and my teaching is: the "for all" has become older and better than the "for me"; you must first sanctify the "for me".

You should not kill your senses but sanctify them—make them innocent.



Then all the people said: we must destroy the destroyer of morality —



One must also be perfect as an animal if one wants to become perfect as a human.



You will always only have the morality that matches your strength.



The Overman, the solitary wanderer, the shy one,

4 [95]

a disciple—that is neither a child nor a work,” here Zarathustra fell silent and looked transformed before him and with a hard gaze. His disciples, however, approached him and asked him: “do you have nothing more to entrust to us—that we may take it home with us?”

Zarathustra went on until he came to his cave and mountains: there he also found his eagle and his serpent. But when he had greeted the cave and the animals, he suddenly became very old.

At that time, people said among themselves: it is not the worst to fall into Zarathustra’s hands, but to dream of him at night.

He pondered for a long time and spoke no word, while his animals waited before him and the forenoon passed through the mountains. Suddenly, his eyes changed. It was around the hour of noon when he felt around him with his hand and said:

4 [96]

The injustice should be borne by the one who is capable of it

Dangers of the solitary.

Pine



I did all this and bear it upon me—smile of a child

4 [97]

Here blows the spirit of a hero—pass by quietly. He suffered too much; he is still willing to make others suffer for it.

4 [98]

May he himself be merciful to his soul.

4 [99]

I demand all deeds of sacrifice, of kindness, of holy selfishness from you, and to all this you should say: “make nothing great of it! It is merely my taste!” And I demand even more, that you pursue knowledge, because I know that it is against your taste, that you say: “we must be so,” but this our must shall not be a law and shall not become a shadow and a nuisance to others.

4 [100]

My brothers, I know no comfort for the woman except to say to her: “you too can give birth to the Overman.”



What do you have in common with wolves and cats? who always only take and do not give and would rather still steal than take?

You are the ever Giving.

4 [101]

All your weaknesses and vices follow you even in your knowledge! A book is hard to read: but he who has the eyes

4 [102]

Being treated badly is your lot: your revenge is not feared. For that, you do not sink entirely into time.

4 [103]

Pity in regard to the Overman (Jünger—Cap).



(Cap) could I see the Overman! he does not see me, he sees his vision.



(Cap) The Good—no god gave it to you, and does not lead you to a better beyond; it cannot be justified; and is vain delusion. So only: “I will!”



To depict love for the present human (for the genius)—how it torments! when one pushes it into the distance and then sees the distorted image! (Cap)

4 [104]

You say you believe in Zarathustra. But what does that matter to Zarathustra? You are my brothers: I do not love you too much: a brother is neither a child nor a work.



I love free spirits if they also have free hearts. To me, the head is like the entrails of the heart. What a heart accepts, the head must digest and turn into thoughts.



Better to be angry than ashamed!

And when you are cursed, I do not like it when you then want to bless: it is better to curse a little along. Damn it!



I recommend all martyrs to consider whether vengeance did not drive them to the extreme.

4 [105]

your poets books actors are supposed to make the lack of visions imperceptible to you—they make you even poorer! These are not my visions! And the poets shall lie!

I want nothing to do with art—except that which makes one cheerful! Out of joy and overflowing joy! The lie in art is evil out of arrogance!

I do not want to hear your screaming! Yes, now you are “true”!

Overthrow!

4 [106]

This is a counterargument, and I am grateful to you. Now, however, refute this counterargument for me, friend!



It delights me to see you, said Zarathustra, and yet it is not you who delights me, but you are to me a

This is the hour of summer, an hour and no more. You are to me a high mountain: firm as ice, much storm and cloud...

4 [107]

I do not want to hate or love with them: I cannot hear their cry or their joy.

4 [108]

NB. To be carried out with the highest passion: foolish is the lover (deceived) and he cannot communicate his love.

Loveless is the one who knows and uncommunicative.

Loveless and foolish is the actor.

4 [109]

they don't understand me—but it's terrifying, they run to the popular place.



turning to the courts is already a sign of contempt.

4 [110]

One is proud to worship when one cannot be an idol.



when the heat attacks the W and they the images of M—

Look at that pale woman; I would rather fall into her hands, even though they are murderous hands, than into her dreams.



Whom does Zarathustra meet first? He is glad to endure them again.



(Cap) I went into solitude because I wanted to love the people, but always had to hate them. Finally, I loved the Overman—since then I endure the people. I want to bring them a new hope! And a new fear—said Zarathustra.

4 [111]

There was a time when I was overcome by a disgust with myself: summer of 1876. The danger of madness, the bad scientific conscience about the interference of metaphysics, the feeling of exaggeration, the ridiculousness in “judgment”—so to restore reason, and to try living in the greatest sobriety, without metaphysical presuppositions. “Free spirit”—over myself!

4 [112]

when I was young

All this I willingly give up today—for the smile of a child. One must also overcome one's youth if one wishes to be a child again.



Am I truly the one you revere? And if I am—beware lest a statue crush you.

4 [113]

Now the murderer appears as sick: so deeply are the moral judgments embodied.



collecting moving things.

4 [114]

In a compassionate person, hardness is a virtue.

4 [115]

Blood is a poor witness to a truth: blood poisons a doctrine, so that it becomes hatred.

4 [116]

When I was young, I had a tendency to hurt myself: it was called my tendency towards the sublime.



To nourish oneself on grass and acorns of knowledge.



Man should be the middle between the plant and the ghost.



I love all these heavy drops, as they fall individually from the dark cloud that carries the lightning within it: this lightning is called the Overman.

4 [117]

The child in us should also overcome the lion in us—said Zarathustra.



I do not give alms—I am not poor enough for that—says Zarathustra.



I am a support and a railing by the river—grasp me who can grasp me! I am not a crutch.



To humble oneself and hurt one's pride: to confess one's folly in order to mock one's wisdom.



I forbid you to believe in these metaphysical things: distrust is fitting there, and insight, where the former esteem of these questions came from. Our way of thinking must be thoroughly human!

4 [118]

Moldenhauer
Mainländer

4 [119]

but if you will listen to me, then take away from me all that belongs to you.

4 [120]

The hermit with clenched teeth—he parted his teeth with reluctance.



How is it possible to communicate? How can one be heard? When will I emerge from the cave into the open? I am the most hidden of all hidden ones.

4 [121]

Look away! Rise to higher light! No compassionate one loves the Overman!

4 [122]

Here I sat waiting —
Beyond good and evil, now enjoying the light
Now the shade: all play,
All sea, all noon, all time without aim.

4 [123]

Oh our good!—we honor our ancestors.

4 [124]

From your topics, there always seems to be a hint of despair. H K

4 [125]

Cap: on the rejection of martyrdom.

4 [126]

Man is a group of atoms completely dependent in his movements on all force distributions and changes of the universe—and on the other hand, like every atom, incalculable, a thing-in-itself.



We become conscious only as a heap of affects: and even sensory perceptions and thoughts belong among these manifestations of the affects.

4 [127]

The most tragic of all stories with a heavenly solution.

Zarathustra gradually growing larger—his teaching gradually unfolding with this growing larger.

The “eternal recurrence” like an evening sun shining over the final catastrophe.

4 [128]

helpless, without spirit to help themselves from their sins—the situation is "fixed" for them



When one suffers greatly, one becomes humble enough to be vain.



"I know no reason against it"—but this "I do not know" is unfortunately no reason for it! I do not know so much—

4 [129]

One praises, when one praises, always oneself: one criticizes, when one criticizes, always the other.



I lie down enveloped by a thick melancholy—my life depends on small coincidences.



(Cap) Keep your soul fresh cool (against pity)



Pity, when it is strong, a hellish sensation.



Murder out of the highest love for mankind.

4 [130]

How well you heal, Healer. Those were her words. For the woman loved Zarathustra.

4 [131]

We do not invent here: we calculate. But in order to calculate, we had first invented.



I experience nothing more: I am also above experiences.



You cold and sober ones, you do not know the raptures of coldness!



I release you from the chain: die!— and one saw the woman smile as she died.



When Zarathustra had heard these words of the woman, he veiled his head and leaned on his staff.



Is not this compassion a hell? Is not this fervor a flame?



said the judges with one voice: this man is mad: let him go where he pleases: and that he not remain. Then Zarathustra decided within himself to return to the cave and to his animals.

4 [132]

“Return” taught—“I forgot the misery.” His compassion grows. He sees that the teaching is unbearable.

Climax: the holy murder. He invents the doctrine of the Overman.

Homecoming: Retreat with the hermit “why don’t you teach hardness? And hatred for the small?”

Zarathustra: that is for you to teach! I am no longer that! That is how I was when I came to men. I have become too poor for it,—I gave away everything, even my hardness.— Thus the hermits think: I conjure you by the quivering lip and the furrow of torment on the brow, by the smile of the dying—he weeps.

(Thus God lives) God is dead: and it is time that the Overman lives.

4 [133]

The concept of justice elevate transform—or prove that human action is necessarily unjust.



one can place oneself outside a specific valuation, but not outside all valuation.



to assess morality—by what standard?

4 [133]

The concept of justice to transform—or to prove that human action is necessarily unjust.



one can place oneself outside a particular valuation, but not outside all valuation.



to assess morality—by what standard?

4 [134]

It is already possible to endure oneself: but how does one endure one's neighbor? he suffers too much.



I did not know how poor they are—I did not know that taking is more beautiful than giving.—



Is not pity the hell of God? And did he perhaps die of this ardor?

4 [135]

In blood feud: basic feeling like all those who represent the state: reverence for a deep suffering of a lineage and concession to this feeling.



when we associate the harmful with horror or disgust, the feeling of evil, bad arises.



There are always people who love the dangerous posts: and without examining the motives for this love here, or even praising it outright—the free spirit — —

4 [136]

With morality above us, life is simply unbearable—if one is not a Pharisee and has a free perspective—therefore I have destroyed it.



A heap of affects, a primum mobile, but in its movement displaced and crushed by everything that moves.



to affirm myself, I destroyed morality: I showed that everywhere there was the creator and tyrant at the same time. But the at the same time is not necessary, because the herd

4 [137]

All goals are destroyed. People must give themselves one. It was a mistake that they had one: they have all given themselves one. But the prerequisites for all previous goals are destroyed.

Science shows the flow, but not the goal: it does, however, provide prerequisites to which the new goal must correspond.

4 [138]

Every human being is a creative cause of events, a primum mobile with an original movement.

4 [139]

When God comprehended himself, he created himself and his opposite.

How did you make the way from worm to man! and much in you is still worm and a memory of your path.

4 [140]

Ice compresses.— My disgust with humanity had grown too great. So too the counter-disgust at the moral arrogance of my idealism. I drew closer to the despised, I sought within myself all that I despised: I wanted to dampen my fervor. I took the side against all those accusers of humanity—I wrested from them and myself the right to lofty words.

The critical drive wanted life

Heroism, therein, to live on the meagerest fare: desert.

Heroism, to degrade the intellectual drive itself, to conceive of it as an affect.

I disparaged the affects in order later to say: I had an affect, nothing more!

Life under morality simply unbearable. (Significance of Wagner already earlier)

4 [141]

W who will remain as an M who has gone the furthest in the bad taste of presumption.

4 [142]

I deny moral drives, but all affects and drives are colored by our value judgments; within us, entirely different valuations compete. Consequence: to comprehend the multiplicity of morals.

A constant praising and blaming.

our affects speaking morally

our common feelings speaking morally

our intellectual joys

our illnesses appear as moral phenomena

everything in man a crime, what pleases or displeases us

all utility

landscape

bed

a kind of illness moralis

other moral affects in the foreground on bad days

4 [143]

Everything we do not feel so strongly about concerns us little. We constantly forget it.



The praising and blaming of our affects, the valuing, I call “morality.”



Explaining tones does not yet explain music—or even refute it.



There are times of outrageous indifference toward a human life. The opposite of this is blood revenge.



To alleviate: that is how one first endures oneself—and becomes mad out of pity.

4 [144]

With firm shoulders he braces against the void: and where there is space, there is being.

4 [145]

All sea, all noon, all time without aim

A child, a toy

And suddenly One becomes Two

And Zarathustra went past me.

4 [146]

I go down as judge and executioner of myself to the ground.

4 [147]

“Good for something,” “bad for something”: originally all moral judgments are judgments about means to ends. But gradually the ends were forgotten, and “good” “bad” remained—as if there could be something good in itself. One always praised and blamed with regard to an end: but in the end, the end was denied in order to be able to fully praise and blame, namely when feelings like reverence, love, or disgust were immediately felt toward these means.

The affect is thus what has created “the good in itself” and “the evil in itself.”



However it may stand with these incorporated “moral feelings”—from the history of moral feelings it emerges that no table of values, no ultimate purpose has remained—everything is refuted. We have an enormous power of moral feelings

Within us, but no purpose for all. Among themselves they are in contradiction—they originate from different tables of values,

There is an enormous moral power, but there is no goal anymore in which all power could be employed.

4 [148]

What can everyone do? Praise and blame. This is the madness of man, the mad animal.



I say that the bloom belongs to the apple, I say that the lie belongs to life.



One does much wrong—not only when one causes pain but through praising, benefiting, pitying—one does not repay where it would be necessary!

4 [149]

There is only one reason. And is there only one heart? A perfectly human interpretation of the world process must at the same time—or: for every phase of the human heart, a comforting interpretation of the course of the world has been possible.

4 [150]

It is terrible to see how unjust things are. But there is the comfort that we are the creators of justice and that we suffer in ourselves.

4 [151]

Morality—the embodiment of all the value judgments incorporated in us: what is to become of this enormous sum of power? Only insofar as the question interests me, how these valuations came into being.

4 [152]

What do you know of how a madman loves reason?

4 [153]

(Cap) Address to the Most Intellectual.
(Cap) the veiled life.

4 [154]

You have never experienced the moment that tells them "we are wretched"



this old god-man could not laugh.



A Hebrew named Jesus was hitherto the best lover.

4 [155]

Not this M that I have hitherto revered did I reject: but that for the sake of which I have hitherto revered him.

4 [156]

End of the section. And I also chose this suffering of truthfulness.

4 [157]

You have seen their ideals—now shatter them yourself and be hard! Pity.

4 [158]

Form: this M has arrived on the box that has no bottom and no walls.

4 [159]

What! You want to immortalize these wretched people? Chain them together? Let them perish! Socialists—what do the rich and poor matter to us!

4 [160]

When this without time looks into the world, everything crooked becomes straight



If you see blue, what use is it to persuade yourself and say: it is gray!



despise

4 [161]

It is difficult to say anything false about woman: with women, nothing is impossible—answered Zarathustra.

4 [162]

The last man—he coughs and enjoys his happiness.

4 [163]

Man is determined to remain standing as the over-ape, image of the last man, who is the eternal one.

4 [164]

There are enough: those who know nothing better on earth than to lie with a woman.

4 [165]

The M is something that should be overcome: what have you done about it? What do your good and evil Ms matter to me?

4 [166]

What good is it to free the mind if it then has no wings to fly away?

4 [167]

Last conversation with the hermit.

— I praise you that you did not become my disciple.

Hermit. I despise people too much, I love them too much—I cannot bear them—I must pretend too much in both.

I bring them a new love and a new contempt—the Overman and the last man.

I do not understand you—what you bring them, they do not accept. Let them first beg for alms!

Zarathustra:

But they only need alms, they are not rich enough to need your treasures.

I make songs and sing them, I laugh and weep when I make my songs.

I have nothing more to teach this man.

4 [168]

These want to play dice and those want to calculate and count and those again always want to see waves and dances of waves—they call it science and sweat in the process.

But they are children who want their game. And truly, it is a beautiful childishness, and a little laughter would not harm the game

4 [169]

Purpose of asceticism: to let one's thirst be fully satisfied, one's own creation must accumulate.

4 [170]

There is much in the world to calculate: but to calculate the world—that is tedious.

4 [171]

The opposite of the Overman is the last man: I created him at the same time as the former.



Everything superhuman appears in man as sickness and madness.



One must already be a sea to absorb a dirty stream without becoming dirty.

4 [172]

When I thought the purpose, I also thought chance.

It must be possible to explain the world by purposes and the world by chance: equally as thinking, equally as willing, equally as movement, equally as rest: equally as God and equally as devil. For all of this is the I.

It is not our perspectives in which we see things; but they are perspectives of a being of our kind, a greater one: into whose images we gaze.

4 [173]

To learn this, I decided to hate those I loved, to criticize what I had previously praised, and to see what good there was in the wicked and what evil in the good. I called it justice.

Finally, I found the hardest thing: not to love and not to hate, not to praise and not to criticize, and to say: there is nothing good and nothing evil.

When I had found this, I went into the desert.

4 [174]

The world stands ready, a golden bowl of the good—but the creative spirit also wants to create the created—it invented time, and now the world rolls apart and rolls back together in great rings—as a becoming of the good through the evil.

4 [175]

You are too rough for me: you cannot be destroyed by small experiences.

4 [176]

“And yet everything speaks differently to me than to you.”



At the point where your honesty stops looking, your eye no longer sees.

4 [177]

History = development of purposes in time: so that ever higher ones grow from the lower. To explain why ever higher forms of life must arise. On this, the teleologists and the Darwinists agree, that it happens. But the whole thing is a hypothesis, based on valuations—and indeed newer valuations. The opposite, that everything down to us is decay, is equally provable. Man, and precisely the wisest, as the highest aberration of nature and self-contradiction (the most suffering being): down to here sinks nature. The organic as degeneration.

4 [178]

In my thicket and forest. Zarathustra 4.

4 [179]

To set values means to set disvalues as well. To have the bliss of valuations—one must take all evil and all the displeasure of contempt.



This one says: the whole world is thought—will—war—love—hatred: my B I tell you: each of these alone is false, all of these together is true.

4 [180]

Humanity must set its goal beyond itself—not into a false X-world, but into its own continuation.



The question of how something becomes has always made sense to me because of the question of what should become.

4 [181]

What the ape is for us, the object of a painful shame that is what we should be for the Overman.

4 [182]

How must one speak to you so that you understand! One would have to make you sick!

4 [183]

As soon as the will appears, the feeling has the impression of liberation. This is called freedom of the will. The feeling is namely sufferingly pressed—and as soon as the will appears, it pauses and does not suffer

4 [184]

Hardly are you born, so you start to die.

4 [185]

Pity and love opposite of morality. No justice in it! No obedience, no duty! No love of truth and honesty! Moreover, abandoning one's own path—character of passion—and its unreason.

4 [186]

Have I not invented a new scent and a new color?— Thus spoke Zarathustra.



The sea carried you:

Who among you has the most comprehensive soul

Tightrope walkers to the lowest step.

4 [187]

And wherever I climb, my dog follows me everywhere, his name is "I."

4 [188]

The I only in the herd. Contrast to this: in the Overman the You of many I's from millennia has become One. (so the individuals have now become One

4 [189]

The I also contains a plurality of beings (as in the herd) no contradiction. Likewise as a plurality of forces. Sometimes pausing—invisible, like the current of electricity.

Strives to condense, is strongest as diamond, most creative? Really? As a people even more?

4 [190]

They go to the charcoal burners and talk to them about eternal torment.

4 [191]

Speak with a King (Cap).

4 [192]

The history of the great moments—this also includes the teaching before the charcoal burners.

4 [193]

And if you cannot trample the little ones, if you do not want to be fly swatters: then go into the

4 [194]

our eye sees falsely, it shortens and compresses: is that a reason to discard seeing and say: it is worth nothing?

4 [195]

But do you believe that Zarathustra found what he sought? Do you believe that a blind man walks straight paths?— And so it happened that Zarathustra did not perish this time.

4 [196]

The illness is a clumsy attempt for the sake of health. Shorten this attempt!

4 [197]

the feeling of power, the rivalry of all egos, to find the thought that remains above humanity, as its star—the ego a primum mobile.

4 [198]

Goal: to reach the Overman for a moment. For that I suffer everything! That triad!

The quietest external life, because so much happens!

4 [199]

Is it not irrelevant that as many M as possible live as long as possible?

Is the happiness of these many not a contemptible thing and no justification for existence?

The meaning of your life is to justify existence—and for that you must be not only the devil's advocate, but even God's advocate before the devil.

4 [200]

He loved people because God loves them. He wanted to redeem them to redeem God.

Love for people was the cross to which he was nailed; he wanted to redeem God from His hell: which is God's love for people.

4 [201]

For people hear poorly: and he who is wise smashes their ears, so that they begin to hear with their eyes.



they no longer laughed but looked at Zarathustra.



and everywhere surface,

4 [202]

Speech to the rock—I love that it does not speak. Its silence is dignified (Everything moral)

4 [203]

The I knows nothing of itself in the plant: it splits itself in procreation; it is one in many (herd) it expires here—what does it matter? The accident of the I (in different beings) indifferent.

4 [204]

(the veiled life)
a pale youth
Some you will never discover
Pine



(the last man: a kind of Chinese)



As often as his spirit drove him, Zarathustra went to a mountain and wrote his sayings along the way. And once, when he was alone, he praised himself and spoke

You shall be like trees that hang over the sea and bend from



Alone he goes; for his figures surround him, which he alone sees.And when he meets his equal, their spirits embrace, and with 4 eyes they see the same shapes.



what is just is that I sought to create a right for everything that was fundamentally repugnant to me



a tree: detach the leaves and give them a slight movement, and likewise the root and the branches, etc.



The hermit looked at him for a long time

Zarathustra, said the hermit, you have become poor—and if I were to ask you for alms, would you give it to me?

4 [205]

In all morality, it is a matter of inventing or seeking higher states of the body, where previously separate abilities become possible together.

4 [206]

Do not listen to what is good and evil—go the way to your good, and create your evil and good. There are 1000 paths not yet taken!

4 [207]

Many spirits dwell within man, like animals of the sea—they struggle with one another for the spirit “I”: they love it, they want it to sit on their backs, they hate one another for the sake of this love.



— the I, the nimble kitten with the silver animal joy.



When did a drowning man ever suffer from thirst!



and again the kitten I squeaks and again one is happy and again all are envious.



A fine comfort for those who are young enough for it, said the old woman.



Am I made to be a penitent preacher? Am I made to rattle like a priest and a drum?

4 [208]

I teach you the Overman: you must learn great contempt for yourselves.

4 [209]

(Cap) The Brotherhood of the Justifiers.

4 [210]

They have no shame of the spirit in good and evil: and praise and blame as if

and in the spirit they have no shame of good and evil:

They overthrow the images and say: there is nothing high and worthy of worship—because they themselves can create no image and no god.

Listen to the contempt in their rage against the images—the great contempt for themselves!



I love the wasteful souls: they do not give back and want no thanks for they always give.



there they go away for themselves

4 [211]

I also explain your virtues from the future.

It is not your virtues that I reject, but your virtuous ones.



The friend as the best despiser and enemy.

How few are worthy!

The conscience of the friend. To notice every humiliation. Conscience not only to be taken morally: also taste, also as remaining within one's limits.

The friend as demon and angel. They have for each other the lock to the chain. In their proximity, a chain falls away. They elevate each other. And as a self of two, they approach the Overman and rejoice in the possession of the friend, because he gives them the second wing, without which the one is useless.

4 [212]

It is cool, the meadow lies in the shade, the sun has gone.

Is it not absurd to live? Should we not have more reason to make a reason out of life?

My brothers, forgive Zarathustra's soul that it is evening.

4 [213]

The invention of states

It is time for man to set himself a goal. He is still rich and wild enough for the highest goal. I tell you: you still have chaos and the collision of stars within you to give birth to a dance of stars.



But one day man will become too poor, one day he will not even have enough wheel and momentum for the fury of contempt.

4 [214]

Our contempt for M drove us beyond the stars. Religion, metaphysics, as a symptom of a desire to create the Übermensch.

4 [215]

Pregnant goes humanity, wondrous are the pregnant ones!

4 [216]

(Cap) Prove yourself to me! What is your duty?

4 [217]

1.The emphasis on states and the striving for them. Significance for the body.
2.That conception of the self by the self arises in which the herd type is preserved.
3.Malaise and evil.
 The outbreak of entire moral currents as corrections of the body.
 What does asceticism mean?
 Buddhism and monasticism as the production of healthy bodies (against the destructive and weakening affects).
 Morality as a figurative language about an unknown region of bodily states.— Here, still entirely speaking of will and purpose and of nothing else at all.
  
1.The adaptation of bodily desires to one another.
2.The adaptation of the body to a climate brings morals to expression.
3.The body of the ruling caste produces a morality.
4.The body for the necessary work and multiplicity of work.
5.The preservation of the type produces a morality. The going-to-ground of the type and immorality.
also apparently without chemical means to change the body— —in truth, morality is about (therefore,) changing the chemical composition of the body.
Enormous detour. To what extent is it possible to go more directly?
“Concept and ideal of health dependent on the goal of man”—? but the goal itself is an expression of a particular composition of the body and its conditions.
The body and morality.

4 [218]

And he did not know how to overcome his virtue.

The lion within him tore the child within him apart: and in the end, the lion devoured itself.

This hero was cruel and wild

Behold, I teach you the love of the Overman.

he took upon himself and broke under the burden.

4 [219]

Passions = states of our organs and their feedback on the brain—with a search for release.

4 [220]

He was called a wise man, but he was not.

4 [221]

The position of religion toward nature was once the opposite: religion corresponded to the popular conception of nature.

Now the popular conception is materialistic. Consequently, what religion has to say now must speak to the people thus: materialistically.

4 [222]

right-angled at the body, with a strong neck

have the tamer of the lion killed by the lion

4 [223]

You should not want to have many virtues—you are not rich enough for that. One virtue is already much virtue: for it to live, you must already perish.

4 [224]

I live so that I may know: I want to know so that the Overman may live.

We experiment for him!

4 [225]

The consistently creative character of all events

The freedom of the will is much better proven than cause and effect (actually, cause and effect is only a popular conclusion)

4 [226]

We are too patient with bad air: and you yourself are bad air to others.



Three or 2.



Who does not make us fruitful

4 [227]

A seeking out of that which in truth hurts me, and sacrificing everything, an enormous tension

nothing in the head but a personal morality: and creating a right for myself to do so is the meaning of all my historical questions about morality. (For it is terribly difficult to create this right for oneself!)

4 [228]

I love the people who base their virtue on the ground.

see, I show you the bridge to the Overman!

who waste their soul, who do not thank and never give back, because they always give.

4 [229]

He who justifies the future and redeems the past.



And he who is compassionate shall create duty and destiny from his compassion, and he who is faithful, for him faithfulness shall become his duty and his destiny—and you cannot have enough spirit for your virtue.



Let your life be an experiment—your failure and success shall be proof: but ensure that it be known what you have attempted and proven.



they said: let us die to the world, they sought their salvation beyond the stars—they did not find the word of the Overman. They slandered their health,

Much makes me sick about your Good, and truly not their evil.

I wish they had a madness by which they would perish, like the pale criminal by his madness,

I wish their madness were called compassion or loyalty or justice.

But they have their virtue to live long,

back then doubt was, the search for justice, compassion for the friend

4 [230]

And his scholar shall be a penitent of the spirit.



And his speech displeased all, but one liked it.



Intercourse.



The Scholar.



Call to stand alone and break away!

4 [231]

The right to my own values—where did I get it from? From the rights of all old values and the limits of these values.

4 [232]

Purpose of marriage: a child who represents a higher type than the parents.



NB. they must despise you when you rise above them—they do not understand the Over-Self.



You long for love—but no, you must learn to bear contempt.



You hang your heart on money and lose your heart for yourselves. Railways and the state is the benefit of many and the doom.



To those who do not belong to the many.

You lose your caution, your lynx eyes, and your bear paws.

4 [233]

The words of value are flags planted where a new bliss has been invented—a new feeling.

4 [234]

At times I want from you: that you be wise from the ground up and that you be proud from the ground up: then your pride will always walk beside your wisdom. You will tread the paths of folly: but I also conjure your folly to always take pride as its companion. But if you wish to be foolish

Do I advise you to love your neighbor? I would rather advise fear of your neighbor and love of the distant.



I discovered a new land in man

where the soul overflows



you show me the brush and the paint pot and say: we have refuted the picture.



Society is corrupting.



the dreaming future



You flee yourselves: and always you escape from the rain of self-contempt under the eaves of neighborly love.



Even the cats and the wolves shall be my example: they hold their self more firmly.



(Flyswatter) against the daily small annoyance.

4 [235]

A god who proves himself poorly is as good as a god who does not prove himself at all.



That is a god who proves himself not at all or poorly.



When 100 stand together, each one loses his mind and gets another.



Oh these wretched friendships! As much as they do for their friends, I promise to do as much for my enemies—and do not want to have become poorer.

4 [236]

And like a child with a small foot pushing a shard ahead, so foolishly life pushes us forward.

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Yes, heavily laden, I hurried into my desert: but there I first found my heaviest burden.

to be the smith and anvil of one's own virtue, the judge and touchstone of one's own worth.

There is much that is heavy, and when I was young, I sought much for the heaviest.

Yes, I ran into the desert—and only there, in the loneliest desert, did I find my heaviest burden.

This heaviest burden—it became the dearest to me, like a god I learned to honor my heaviest.

sighed deeply and spoke no more.

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And if someone does you a great wrong, just make sure that you do a small one to the one who did it, so it is human.

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And you believe that justice will already lag behind you?

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There is more reason in your body than in your reason. And also that which you call your wisdom—who knows for what your body just now needs this wisdom.

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I realized that shepherds and herdsmen created these tablets: thus they founded the life and duration of their herds.

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Yes, I bore all this burden! I knelt down and loaded all this burden upon myself, like a camel I bowed my head and hurried away into the desert.

Where are the truths that cause suffering? I cried.

The first was the dragon and spoke: “Unworthy is the worth of all things,” “Contradiction is in the heart of all values”

Then I recognized the origin of good and evil: and that the goal of humanity is missing.

To give myself the right to name things with new names and values was the hardest.

I envied all plants—I also envied all ghosts.

With the higher values to shatter the tables of goods

I placed my own tables next to the others—what courage and terror that was!

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you are the despisers of the body

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Shall I call it the black lie? Truly, nothing more mendacious exists on earth than this animalization of God.

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I looked into the eye of these greatest ones and crawled into their soul. Ah!!!— Description of the geniuses and saints. When the question whether they had already existed!— If there were any, the earth knew nothing about it.

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Most revered are the preachers of the slow death.

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(Cap) What was the hardest for Zarathustra? To free himself from the old morality.

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Cap. Do you want reward? It is the measure of your virtue, what you want as reward!

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A new color I gave to the earth—the veil of a new hope I spread around the earth.

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Blood founds churches: what has blood to do with truth!

And if you want justice before me, prove it to me with reasons and not with blood.

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(Cap) The Little Ones. Go away into solitude, you cannot endure the little dropfall.

4 [251]

and suddenly it opens its eyes, the eyes of the child and the flower. What has happened? The hand of a creator touched it. The sun of a creator guessed the hidden god.

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Down to the earth and into their huts I led the fugitives: in the heights I taught them to be deep.

4 [253]

Tell me, where have they gone, these dear wise men? Are their eyes not closing?— Here and there there are still such around you: they preach with a gentle voice of good and evil.

Blessed are these sleepy ones.

4 [254]

Have there already been supermen? Value of our culture.

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they spin on the edge of the earthly and their fine eyes become blind in this twilight.

4 [256]

A thousand ways to invent life—not just for herds anymore!

4 [257]

Diet and cuisine betray her—that is the common! We must learn to ennoble the common.

4 [258]

to long and ask and only shed tears etc.— Against the Religious.

it is no longer honest. For faith it is not enough!

Consequently: Renunciation on this side!

4 [259]

Your ruling thought I want to hear, and not just that you have escaped a madness.

Are you such as may escape a madness? Or did you cast away your last value when you cast away your servitude...

Free, from what?—what does it matter to Zarathustra if your eye squints at the question: free for what?

Your ruling thought I want to hear, that it may acquit you before me!—or I will lash my thoughts like whips around your ears.

4 [260]

A sun around which the serpent of knowledge coils.

4 [261]

“the earthly”—you must learn to feel it differently.

Eliminate the false measures of value taken from an unknown world

Man stands high perhaps suddenly a higher being succeeds!

4 [262]

(Cap) The alleged love of God and “everything for our best”

4 [263]

The Good wants to preserve itself through the Old

4 [264]

You would like to escape: but since you cannot find paths to other stars, you believe there are underground paths—entirely different kinds and, as it were, secret paths.— The rare states were perceived as supernatural. Bliss and cramp together.

You are not rich enough in love for me, for love of the universe!



Our feelings—this is the entire human past up to you and me: the created values.

Our higher feelings—we would have to eradicate them if we did not give them a new goal!



Without this gloomy cloud in the sky, you would not have the gloomy knowledge either!

4 [265]

My direction in art: not to continue composing where the boundaries are! but the future of humanity! Many images must exist that can be lived by!

4 [266]

Against the backworldsmen.



Your life an attempt and monument of your attempt.



Artists contributed to life not being improved. The artist himself usually the victim of his works.



Penitent of the spirit

the creator

4 [267]

It is a sacrifice to give up this underworld. Masculinity!

The earthly is not enough for us—hence the heavenly—fallacy.



Nature forbids you this intrusion!



In the beginning a wrinkled tuber, and an evil root dripped with several poisons—every feeling.

4 [268]

a creator is one who creates new values. But not the artist!

4 [269]

the gathering of individuals (celebration)

4 [270]

A bow I have, gods! What a bow—against gods themselves a good bow!

4 [271]

The great test: are you ready, to justify life? Or dying for yourself?

At the lowest level, it is still bearable.

For some, illness led to this second path.

Renunciation.

The great middle.— The decision about wanting to live and die.

4 [272]

State and Church and everything that is based on lies serves the preachers of death.

4 [273]

You think the solution to your riddle must be in the dark! But look at the fate of a worm. In your goal and your hope lies the solution: your will ist!



No god ever interfered! But you submitted too much to the conventional, even to nature.



But the knowing one sees how every love and sun inclined toward the ugly weeds.

4 [274]

In the smallest sand, many an ostrich stuck its head.

4 [275]

When you progress from a lower virtue to a higher one

Your dignity I will first give you: you shall be the penitents of the spirit!



Ruins should not be destroyed: grass and roses and tiny herbs and whatever else adorns them with living things, all that also destroys the dead.



This self is still best proven, this self that contradicts itself.

Truly the world is well hidden from the M. The belly of being will never speak to the M!



Why did I tell you this? Thus the liar became the guide to the Overman

Separation

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The decision. Countless sacrifices must be made. An attempt.

4 [277]

The sweetest woman is still bitter in taste.

4 [278]

If the benefit of many is our benefit, then we should not call it virtue when we benefit many. On Love for One's Neighbor.

4 [279]

Give up this false stargazing!

The belly of being will never speak to you.

4 [280]

3 Transformations
Sleep and Virtue
1001 Goals
the Despisers of the Body.
Afterworld.
one's own virtue.
Of the Pale Criminal
the tree on the mountain
Reading and Writing.
Preachers of Death.
The New Idol.
Solitude Z 1.
Friend.
Soldiers.
Love of Neighbor.
Chastity.
Path of the Creator.
Women.
Viper's Bite.
Marriage.
Death.
of the holy Selfishness.

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