10, 24[1-37] Winter 1883-84

24 [1]

Daß es schwer ist, den Griechen nahe zu kommen, daß man sich ihnen sogar ferner fühlt, wenn man sie lange betrachtet hat: dies ist der Satz und der ganz persönliche Seufzer, mit dem ich meine Betrachtung über die Griechen als Menschenkenner anheben will. Man kann eine gute Weile im entgegengesetzten Glauben mit ihnen leben

und wir lernen, daß unser Befremden noch lehrreicher ist als unser Gefühl der Vertraulichkeit

vielleicht würde ein Grieche in der Art, mit der wir zur Entdeckung des Menschen in die Tiefe gegraben haben, eine Unfrömmigkeit gegen die Natur, einen Mangel an Scham empfinden. Umgekehrt sind wir befremdet—; zu hören “wenn das Wissen da ist, muß das Handeln folgen” und daß Tugend Glückseligkeit sein soll, das klingt uns so fremd und unglaubwürdig, daß wir hinsehen, ob es nicht nur zum Spaaß gesagt sei. Es ist als ob sie dem Intellekte noch eine Haut gegeben hätten.

24 [2]

philosophische Nachwirkung des Alterthums

— “Zweck”

— Gott und Mensch (der Standpunkt vor Copernicus)

— Lust als Motiv

— die Logik, die Überschätzung des Bewußtseins.

— die Seele

es giebt so wenig “Ding an sich” als es “absolute Erkenntniß” geben kann.

An Stelle der Grundwahrheiten stelle ich Grundwahrscheinlichkeiten—vorläufig angenommene Richtschnuren, nach denen gelebt und gedacht wird

diese Richtschnuren nicht willkürlich, sondern entsprechend einem Durchschnitt einer Gewöhnung.

Die Gewöhnung ist die Folge einer Auswahl, welche meine verschiedenen Affekte getroffen haben, welche sich alle dabei wohlbefinden und erhalten wollten.

24 [3]

die Schaffende Kraft zu betrachten wie viel sie aufopfert vom Organismus (oft zerstörend)

wie sie, Schwanger machend, einen anderen Organismus verwandelt und in größte Gefahr bringt.

Die Grade der schaffenden Kraft

1) der Schauspieler, eine Figur aus sich machend, z.B. la Faustin
2) der Dichter
der Bildner
der Maler
3) der Lehrer—Empedocles
4) der Eroberer
5) der Gesetzgeber (Philosoph)

überall ist erst der Typus noch zu finden, außer auf den niedrigsten Stufen: es ist noch nicht die Leidens- und Freudensgeschichte nachgewiesen. Die falschen Stellungen z. B. der Philosoph, sich außerhalb stellend—aber das ist nur ein zeitweiliger Zustand und nöthig für das Schwangersein.

24 [4]

Die ewige Wiederkunft.
Ein Buch der Prophezeiung.

1. Darstellung der Lehre und ihrer theoretischen Voraussetzungen und Folgen.
2. Beweis der Lehre.
3. Muthmaaßliche Folgen davon, daß sie geglaubt wird (sie bringt Alles zum Aufbrechen)
a) Mittel, sie zu ertragen
b) Mittel, sie zu beseitigen
4. Ihr Platz in der Geschichte, als eine Mitte.
Zeit der höchsten Gefahr.
Gründung einer Oligarchie über den Völkern und ihren Interessen: Erziehung zu einer allmenschlichen Politik.
Gegenstück des Jesuitismus
.

24 [5]

Zur Entstehung der Logik

ursprüngliches Chaos der Vorstellungen

die Vorstellungen, die sich mit einander vertrugen, blieben übrig die größte Zahl gieng zu Grunde—und geht zu Grunde.

Schaffen—als Auswählen und Fertig-Machen des Gewählten. (Bei jedem Willens-akte ist dies das Wesentliche

24 [6]

In Bezug auf deutsche Cultur habe ich das Gefühl des Niedergangs immer gehabt.

das hat mich oft unbillig gegen das ganze Phänomen der europäischen Cultur gemacht, daß ich eine niedergehende Art kennen lernte.

Kant greisen- und chinesenhafte Musik ist Ausklingen,

Die Deutschen kommen immer spät hinterdrein: sie tragen etwas in die Tiefe, z.B.

Abhängigkeit vom Ausland (sehr polyphon!): z.B. Kant

—Rousseau—Sensualisten Hume—Swedenborg

Schopenhauer—Inder und Romantik, Voltaire.

Wagner—französischer Cultus des Grässlichen und der grossen Oper, Paris und Flucht in Urzustände. (die Schwester-ehe

Gesetz der Nachzügler (Provinz nach Paris, Deutschland nach Frankreich,

wie so gerade Deutsche das Griechische entdeckten

je stärker man einen Trieb entwickelt, um so anziehender wird es, sich einmal in seinen Gegensatz zu stürzen.

Stil des Verfalls bei Wagner: die einzelne Wendung wird souverän, die Unterordnung und Einordnung wird zufällig. Bourget p 25.

24 [7]

die beiden größten (von Deutschen gefundenen) philosophischen Gesichtspunkte

der des Werdens, der Entwicklung

der nach dem Werthe des Daseins (aber die erbärmliche Form des deutschen Pessimismus erst zu überwinden!

von mir in entscheidender Weise zusammengebracht

alles wird und kehrt ewig wieder

entschlüpfen ist nicht möglich!

Gesetzt, wir könnten den Werth beurtheilen, was folgt daraus?

der Gedanke der W als auswählendes Princip, im Dienste der Kraft (und Barbarei!!)

Reife der Menschheit für diesen Gedanken.

Aufklärung darüber, daß es kein Ding an sich und

Die
großen
Negationen
.
 1)
2)
3)
keine Erkenntniß an sich giebt!
kein Gut und Böse an sich!
kein Ziel und keine Herkunft!

Das Wesen des Organischen ist der unverfänglichste Begriff.

Die Zwecke als Begleit-Erscheinung der Bedürfnisse. Auch die Philosophien: unser Bedürfniß ist jetzt die Welt zu entmoralisiren: sonst könnte man nicht mehr leben. Die absolute “Unfreiheit des W” erregt, moralisch gedeutet, Widerwillen.

24 [8]

Nach der Seite des Machtgefühls unterscheiden sich die Menschen in

A) Erbärmliche: solche, denen die kleinsten Befriedigungen schon genügen. Die Eiteln, auch die “Guten.”
B) die Unbefriedigten, die von außen her die Befriedigung wollen
C) Die sich selber machtvoll Glaubenden
D) usw.

24 [9]

Psychologie des Irrthums

Wenn wir etwas thun, so entsteht ein Kraftgefühl, oft schon vor dem Thun, bei der Vorstellung des zu Thuenden (wie beim Anblick eines Feindes, eines Hemmnisses, dem wir uns gewachsen glauben): immer begleitend. Wir meinen instinktiv, dies Kraftgefühl sei Ursache der Handlung, es sei “die Kraft.” Unser Glaube an Kausalität ist der Glaube an Kraft und deren Wirkung; eine Übertragung unsres Erlebnisses; wobei wir Kraft und Kraftgefühl identificiren.— Nirgends aber bewegt die Kraft die Dinge, die empfundene Kraft “setzt nicht die Muskeln in Bewegung.” “Wir haben von einem solchen Prozeß keine Vorstellung, keine Erfahrung.”— “Wir erfahren ebensowenig, wie die Kraft als Bewegendes, die Nothwendigkeit einer Bewegung.” Die Kraft soll das Zwingende sein! “Wir erfahren nur, daß eins auf das andere folgt—weder Zwang erfahren wir, noch Willkür, daß eins auf das andere folgt.” Die Kausalität wird erst durch die Hineindenkung des Zwangs in den Folgevorgang geschaffen. Ein gewisses “Begreifen” entsteht dadurch d. h. wir haben uns den Vorgang angemenschlicht, “bekannter” gemacht: das Bekannte ist das Gewohnheitsbekannte des mit Kraftgefühl verbundenen menschlichen Erzwingens.

24 [10]

“Nothwendigkeit kann freilich auch bedeuten “jedesmal wenn A eintritt, wird B folgen. Grad von Wahrscheinlichkeit (Gewißheit), womit der Eintritt der Folge erwartet werden darf. Diese Gewißheit beruht auf der Erfahrung: immer ist B auf A gefolgt, niemals auf A ein non-B. Begriffliche Unterstützung dadurch, daß Folgevorgänge, die mit AB gleichartig sind, zur Herstellung der Gewißheit der Folge von A und B herbeigezogen werden.”

“Die Kraftempfindung kann auch nicht aus Bewegung hervorgehen. Empfindung überhaupt kann nicht aus Bewegung hervorgehen.

Auch dafür spricht nur eine scheinbare Erfahrung: in einer Substanz (Gehirn) wird durch übertragene Bewegung (Reize) Empfindung erzeugt. Aber erzeugt? Wäre denn bewiesen, daß die Empfindung dort noch gar nicht existirt? so daß ihr Auftreten als Schöpfungsakt der eingetretenen Bewegung aufgefaßt werden müßte? Der empfindungslose Zustand dieser Substanz ist nur eine Hypothese! keine Erfahrung! — Empfindung also Eigenschaft der Substanz: es giebt empfindende Substanzen.”

“Erfahren wir von gewissen Substanzen, daß sie Empfindung nicht haben? Nein, wir erfahren nur nicht, daß sie welche haben. Es ist unmöglich, die Empfindung aus der nicht empfindenden Substanz abzuleiten.”— Oh der Übereilung!

24 [11]

“Ich will gehen”: aber 1) ich muß gehen, und das Wollen ist nur ein Nebenbei, welches durchaus keine Bewegung hervorbringt, ein Bild vorher. 2) Dies Bild ist unglaublich roh und unbestimmt im Vergleich zu dem, was geschieht, es ist begrifflich und ganz allgemein, so daß unzählige Wirklichkeiten sich darunter decken. Also kann es nicht Ursache des Geschehens sein.— Zwecke zu eliminiren.

24 [12]

Wenn der Offizier befiehlt “präsentirt’s Gewehr,” thun es die Soldaten. Er befiehlt, sie wollen es nun. In Wirklichkeit ist das, was sie nun thun, bei Jedem etwas Verschiedenes: aber für grobe Organe sieht es gleich aus. Wer nach Zwecken handelt, findet sie oft erfüllt: d. h. er sieht grob und kennt das wirkliche Geschehen gar nicht. Daß die Welt des Geschehens unserem unvollkommenen Bilde vom Geschehen entspricht, mit ihm sich deckt, ist der Glaube der Zwecklehrer. Je weniger Wissen, um so leichter erhält sich der Glaube.

24 [13]

“Es mußte in der Ausbildung des Denkens der Punkt eintreten, wo es zum Bewußtsein kam, daß das, was man als Eigenschaften der Dinge bezeichnete, Empfindungen des empfindenden Subjekts seien: damit hörten die Eigenschaften auf, dem Dinge anzugehören. Es blieb “das Ding an sich” übrig. Die Unterscheidung zwischen Dinge an sich und des Dings für uns basirte auf der älteren naiven Wahrnehmung, die dem Dinge Energie beilegte: aber die Analyse ergab, daß auch die Kraft hineingedichtet worden ist, und ebenso—die Substanz. “Das Ding afficirt ein Subjekt?” Wurzel der Substanzvorstellung in der Sprache, nicht im Außer-uns-seienden! Das Ding an sich ist gar kein Problem!

Das Seiende wird als Empfindung zu denken sein, welcher nichts Empfindungsloses mehr zu Grunde liegt.

In der Bewegung ist kein neuer Inhalt der Empfindung gegeben. Das Seiende kann nicht inhaltlich Bewegung sein: also Form des Seins.

NB. Die Erklärung des Geschehens kann versucht werden einmal: durch Vorstellung von Bildern des Geschehens, die ihm voranlaufen (Zwecke) zweitens: durch Vorstellung von Bildern, die ihm nachlaufen (die mathematisch-physikalische Erklärung.

Beide soll man nicht durch einander werfen. Also: die physische Erklärung, welche die Verbildlichung der Welt ist aus Empfindung und Denken kann nicht selber wieder das Empfinden und Denken ableiten und entstehen machen: vielmehr muß die Physik auch die empfindende Welt consequent als ohne Empfindung und Zwecke construiren—bis hinauf zum höchsten Menschen. Und die teleologische ist nur eine Geschichte der Zwecke und nie physikalisch!

24 [14]

Eine Vielheit von Kräften, verbunden durch einen gemeinsamen Ernährungs-Vorgang, heißen wir “Leben.” Zu diesem Ernährungs-Vorgang, als Mittel seiner Ermöglichung, gehört alles sogenannte Fühlen, Vorstellen, Denken, d. h. 1) ein Widerstreben gegen alle anderen Kräfte 2) ein Zurechtmachen derselben nach Gestalten und Rhythmen 3) ein Abschätzen in Bezug auf Einverleibung oder Abscheidung.

1. Der Mensch ist ein formenbildendes Geschöpf.

Der Mensch glaubt an “Sein” und an Dinge, weil er ein formen- und rhythmenbildendes Geschöpf ist.

Die Gestalten und Formen, die wir sehen und in denen wir die Dinge zu haben glauben, sind alle nicht vorhanden. Wir vereinfachen uns und verbinden irgend welche “Eindrücke” durch Figuren, die wir schaffen.

Wer sein Auge zumacht, entdeckt, daß ein formenbildender Trieb fortwährend sich übt, und daß Unzähliges da versucht wird, dem keine Wirklichkeit entspricht.

2. Der Mensch ist ein rhythmen-bildendes Geschöpf. Er legt alles Geschehen in diese Rhythmen hinein, es ist eine Art, sich der “Eindrücke” zu bemächtigen.

3. Der Mensch ist eine widerstrebende Kraft: in Hinsicht auf alle anderen Kräfte

Sein Mittel, sich zu ernähren und die Dinge sich anzueignen, ist, sie in “Formen” und Rhythmen zu bringen: das Begreifen zuerst nur Schaffen der “Dinge.” Erkenntniß ein Mittel der Ernährung.

24 [15]

Die Wissenschaft fragt nicht, was uns zu diesem Wollen trieb: sie leugnet vielmehr, daß gewollt worden ist, und meint, daß etwas ganz Anderes geschehen sei—kurz daß der Glaube an Wille und Zwecke eine Illusion sei. Sie fragt nicht nach den Motiven der Handlung, als ob diese uns vor der Handlung im Bewußtsein gewesen wären: sondern sie zerlegt erst die Handlung in eine mechanische Gruppe von Erscheinungen und sucht die Vorgeschichte dieser mechanischen Bewegung—aber nicht im Fühlen Empfinden Denken. Daher kann sie nie die Erklärung nehmen: die Empfindung ist ja eben ihr Material, das erklärt werden soll.— Ihr Problem ist eben: die Welt zu erklären ohne zu Empfindungen als Ursachen zu greifen: denn das hieße ja: als Ursachen der Empfindungen die Empfindungen ansehen. Ihre Aufgabe ist schlechterdings nicht gelöst.

Also: entweder kein Wille—die Hypothese der Wissenschaft—oder freier Wille. Letztere Annahme das herrschende Gefühl, von dem wir uns nicht losmachen können, auch wenn die Hypothese bewiesen wäre.

Der populäre Glaube an Ursache und Wirkung ist auf die Voraussetzung gebaut, daß der freie Wille Ursache ist von jeder Wirkung: erst hierher haben wir das Gefühl der Causalität. Also darin liegt auch das Gefühl, daß jede Ursache nicht Wirkung ist, sondern immer erst Ursache—wenn der Wille die Ursache ist. “Unsere Willensakte sind nicht nothwendig”—das liegt im Begriff “Wille.” Nothwendig ist die Wirkung nach der Ursache—so fühlen wir.— Es ist eine Hypothese, daß auch unser Wollen in jedem Falle ein Müssen sei. Aber Wollen: = Zweck-Wollen. Zweck enthält eine Werthschätzung. Woher stammen die Werthschätzungen? Ist eine feste Norm von “angenehm und schmerzhaft” die Grundlage?

Aber in unzähligen Fällen machen wir erst eine Sache schmerzhaft dadurch daß wir unsere Werthschätzung hineinlegen.

Umfang der moralischen Werthschätzungen: sie sind fast in jedem Sinneseindruck mitspielend. Die Welt ist uns gefärbt dadurch.

Wir haben die Zwecke und die Werthe hineingelegt: wir haben eine ungeheure latente Kraftmasse dadurch in uns: aber in der Vergleichung der Werthe ergiebt sich, daß Entgegengesetztes werthvoll galt, daß viele Gütertafeln existirten.

also nichts “an sich” werthvoll

bei der Analyse der einzelnen Gütertafeln ergab sich ihre Aufstellung als die Aufstellung von Existenzbedingungen beschränkter Gruppen (und oft irrthümlichen): zur Erhaltung.

bei der Betrachtung der jetzigen Menschen ergab sich, daß wir sehr verschiedene Werthurtheile handhaben, und daß keine schöpferische Kraft mehr darin ist—die Grundlage: “die Bedingung der Existenz” fehlt dem moralischen Urtheile jetzt. Es ist viel überflüssiger, es ist lange nicht so schmerzhaft.— Es wird willkürlich. Chaos.

Wer schafft das Ziel, das über der Menschheit stehen bleibt und auch über dem Einzelnen? Ehemals wollte man mit der Moral erhalten. Aber Niemand will jetzt mehr erhalten, es ist nichts dran zu erhalten. Also eine versuchende Moral, sich ein Ziel geben.

Art-Erhaltende

24 [16]

Über die Herkunft unsrer
Werthschätzungen
.

Wir können uns unsern Leib räumlich auseinanderlegen, und dann erhalten wir ganz dieselbe Vorstellung davon wie vom Sternensysteme, und der Unterschied von organisch und unorganisch fällt nicht mehr in die Augen

Hymnus auf die Werth-Schätzung.

Ehemals erklärte man die Sternbewegungen als Wirkungen zweckbewußter Wesen: man braucht dies nicht mehr, und auch in Betreff des leiblichen Bewegens und sich-Veränderns glaubt man lange nicht mehr mit dem zweckesetzenden Bewußtsein auszukommen. Die allergrößte Menge der Bewegungen hat gar nichts mit Bewußtsein zu thun: auch nicht mit Empfindung. Die Empfindungen und Gedanken sind etwas äußerst Geringes und Seltenes im Verhältniß zu dem zahllosen Geschehn in jedem Augenblick. Umgekehrt nehmen wir wahr, daß eine Zweckmäßigkeit im Kleinsten Geschehn herrscht, der unser bestes Wissen nicht gewachsen ist, eine Vorsorglichkeit, eine Auswahl, ein Zusammenbringen, Wieder-Gut-Machen usw. Kurz, wir finden eine Thätigkeit vor, die einem ungeheuer viel höheren und überschauenden Intellekte zuzuschreiben wäre als der uns bewußte ist. Wir lernen von allem Bewußten geringer denken: wir verlernen uns für unser Selbst verantwortlich zu machen, da wir als bewußte, zwecksetzende Wesen nur der kleinste Theil davon sind. Von den zahlreichen Einwirkungen in jedem Augenblick z. B. Luft Elektrizität empfinden wir fast nichts: es könnte genug Kräfte geben, welche, obschon sie uns nie zur Empfindung kommen, uns fortwährend beeinflussen. Lust und Schmerz sind ganz seltene und spärliche Erscheinungen gegenüber den zahllosen Reizen, die eine Zelle, ein Organ auf eine andere Zelle, ein anderes Organ ausübt.

Es ist die Phase der Bescheidenheit des Bewußtseins. Zuletzt verstehen wir das Bewußte ich selber nur als ein Werkzeug im Dienste jenes höheren überschauenden Intellekts: und da können wir fragen, ob nicht alles bewußte Wollen, alle bewußten Zwecke, alle Werthschätzungen vielleicht nur Mittel sind, mit denen etwas wesentlich Verschiedenes erreicht werden soll, als innerhalb des Bewußtseins es scheint. Wir meinen: es handele sich um unsre Lust und Unlust aber Lust und Unlust könnten Mittel sein, vermöge deren wir etwas zu leisten hätten, was außerhalb unseres Bewußtseins liegt Es ist zu zeigen, wie sehr alles Bewußte auf der Oberfläche bleibt: wie Handlung und Bild der Handlung verschieden ist, wie wenig man von dem weiß, was einer Handlung vorhergeht: wie phantastisch unsere Gefühle “Freiheit des Willens” “Ursache und Wirkung” sind: wie Gedanken nur Bilder, wie Worte nur Zeichen von Gedanken sind: die Unergründlichkeit jeder Handlung: die Oberflächlichkeit alles Lobens und Tadelns: wie wesentlich Erfindung und Einbildung ist, worin wir bewußt leben, wie wir in allen unseren Worten von Erfindungen reden (Affekte auch), und wie die Verbindung der Mheit auf einem Überleiten und Fortdichten dieser Erfindungen beruht: während im Grunde die wirkliche Verbindung (durch Zeugung) ihren unbekannten Weg geht. Verändert wirklich dieser Glaube an die gemeinsamen Erfindungen die Menschen? Oder ist das ganze Ideen- und Werthschätzungswesen nur ein Ausdruck selber von unerkannten Veränderungen? Giebt es denn Willen, Zwecke, Gedanken, Werthe wirklich? Ist vielleicht das ganze bewußte Leben nur ein Spiegelbild? Und auch wenn die Werthschätzung einen Menschen zu bestimmen scheint, geschieht im Grunde etwas ganz Anderes? Kurz: gesetzt, es gelänge, das Zweckmäßige im Wirken der, Natur zu erklären ohne die Annahme eines zweckesetzenden Ich’s: könnte zuletzt vielleicht auch unser Zweckesetzen unser Wollen usw. nur eine Zeichensprache sein für etwas Wesentlich-Anderes—nämlich Nicht-Wollendes und Unbewußtes? Nur der feinste Anschein jener natürlichen Zweckmäßigkeit des Organischen, aber nichts Verschiedenes davon?

Und kurz gesagt: es handelt sich vielleicht bei der ganzen Entwicklung des Geistes um den Leib: es ist die fühlbar werdende Geschichte davon, daß ein höherer Leib sich bildet. Das Organische steigt noch auf höhere Stufen. Unsere Gier nach Erkenntniß der Natur ist ein Mittel, wodurch der Leib sich vervollkommnen will. Oder vielmehr: es werden hunderttausende von Experimenten gemacht, die Ernährung, Wohnart, Lebensweise des Leibes zu verändern: das Bewußtsein und die Werthschätzungen in ihm, alle Arten von Lust und Unlust sind Anzeichen dieser Veränderungen und Experimente. Zuletzt handelt es sich gar nicht um den Menschen: er soll überwunden werden.

24 [17]

Bei der Entstehung der Organismen denkt er sich zugegen: was ist bei diesem Vorgange mit Augen und Getast wahrzunehmen gewesen? Was ist in Zahlen zu bringen? Welche Regeln zeigen sich in den Bewegungen? Also: der Mensch will alles Geschehen sich als ein Geschehen für Auge und Getast zurechtlegen, folglich als Bewegungen: und will Formeln finden die ungeheure Masse dieser Erfahrungen zu vereinfachen. Reduktion alles Geschehens auf den Sinnenmenschen und Mathematiker.

Es handelt sich um ein Inventarium der menschlichen Erfahrungen: gesetzt, daß der Mensch, oder vielmehr das menschliche Auge und Begriffsvermögen, der ewige Zeuge aller Dinge gewesen sei.

24 [18]

Die Wissenschaft—das war bisher die Beseitigung der vollkommenen Verworrenheit der Dinge durch Hypothesen, welche alles “erklären”—also aus dem Widerwillen des Intellekts an dem Chaos.— Dieser selbe Widerwille ergreift mich bei Betrachtung meiner selber: die innere Welt möchte ich auch durch ein Schema mir bildlich vorstellen und über die intellektuelle Verworrenheit herauskommen. Die Moral war eine solche Vereinfachung: sie lehrte den Menschen als erkannt, als bekannt.— Nun haben wir die Moral vernichtet—wir selber sind uns wieder völlig dunkel geworden! Ich weiß, daß ich von mir nichts weiß. Die Physik ergiebt sich als eine Wohlthat für das Gemüth: die Wissenschaft (als der Weg zur Kenntniß) bekommt einen neuen Zauber nach der Beseitigung der Moral—und weil wir hier allein Consequenz finden, so müssen wir unser Leben darauf einrichten, sie uns zu erhalten. Dies ergiebt eine Art praktischen Nachdenkens über unsere Existenzbedingungen als Erkennende.

24 [19]

Moral der Wahrhaftigkeit in der Heerde. “Du sollst erkennbar sein, dein Inneres durch deutliche und constante Zeichen ausdrücken—sonst bist du gefährlich: und wenn du böse bist, ist die Fähigkeit dich zu verstellen, das Schlimmste für die Heerde. Wir verachten den Heimlichen Unerkennbaren.— Folglich mußt du dich selber für erkennbar halten, du darfst dir nicht verborgen sein, du darfst nicht an deinen Wechsel glauben.” Also: Die Forderung der Wahrhaftigkeit setzt die Erkennbarkeit und die Beharrlichkeit der Person voraus. Thatsächlich ist es Sache der Erziehung, das Heerden-Mitglied zu einem bestimmten Glauben über das Wesen des Menschen zu bringen: sie macht erst diesen Glauben und fordert dann darauf hin “Wahrhaftigkeit.”

24 [20]

Der Glaube an “Affekte.” Affekte sind eine Construktion des Intellekts, eine Erdichtung von Ursachen, die es nicht giebt. Alle körperlichen Gemeingefühle, die wir nicht verstehen, werden intellektuell ausgedeutet, d. h. ein Grund gesucht, um sich so oder so zu fühlen, in Personen, Erlebnissen usw. also etwas Nachtheiliges Gefährliches Fremdes wird gesetzt als wäre es die Ursache unserer Verstimmung: thatsächlich wird es zu der Verstimmung hinzugesucht, um der Denkbarkeit unseres Zustandes willen.— Häufige Blutzuströmungen zum Gehirn mit dem Gefühl des Erstickens werden als Zorn interpretirt: die Personen und Sachen, die uns zum Zorn reizen, sind Auslösungen für den physiologischen Zustand.— Nachträglich in langer Gewöhnung, sind gewisse Vorgänge und Gemeingefühle sich so regelmäßig verbunden, daß der Anblick gewisser Vorgänge jenen Zustand des Gemeingefühls hervorbringt und speziell irgend jene Blutstauung, Samenerregung usw. mit sich bringt: also durch die Nachbarschaft: “der Affekt wird erregt” sagen wir dann.

In “Lust” und “Unlust” stecken bereits Urtheile: die Reize werden unterschieden, ob sie dem Machtgefühl förderlich sind oder nicht.

24 [21]

Der Glaube an das Wollen. Es ist Wunder-Glaube, einen Gedanken als Ursache einer mechanischen Bewegung zu setzen. Die Consequenz der Wissenschaft verlangt, daß, nachdem wir die Welt in Bildchen uns denkbar gemacht haben, wir auch die Affekte Begehrungen Willen usw. uns denkbar machen d.h. sie leugnen und als Irrthümer des Intellekts behandeln.

24 [22]

Das Beschimpfende ist erst so in die Strafe gekommen, daß gewisse Bußen an verächtliche Menschen (Sklaven z. B.) geknüpft wurden. Die welche am meisten bestraft wurden, waren verächtliche Menschen, und schließlich lag im Strafen etwas Beschimpfendes. —

24 [23]

Wir finden als das Stärkste und fortwährend Geübte auf allen Stufen des Lebens das Denken, in jedem Percipiren und scheinbaren Erleiden auch noch! Offenbar wird es dadurch am mächtigsten und anspruchsvollsten und auf die Dauer tyrannisirt es alle anderen Kräfte. Es wird endlich “die Leidenschaft an sich.”

24 [24]

so wäre Selbstlosigkeit Förderung der Bosheit. Tugend wäre Thorheit und Selbstwidersprechen. Wer die Menschen besser machen wollte, könnte es nicht mit den Mitteln seiner Güte, sondern im Widerstreben gegen seine wohlwollenden Neigungen.

24 [25]

die höchste Billigkeit und Milde als Zustand der Schwächung (das neue Testament und die christliche Urgemeinde)

(als volle bêtise bei den Engländern Darwin, Wallace sich zeigend).

Eure Billigkeit, ihr höheren Naturen, treibt euch zum suffrage universel usw., eure “Menschlichkeit” zur Milde gegen Verbrechen und Dummheit. Auf die Dauer bringt ihr damit die Dummheit und die Unbedenklichen zum Siege.

(Behagen und Dummheit—Mitte) (z. B. Bismarck —

Äußerlich: Zeitalter ungeheurer Kriege, Umstürze, Explosionen

Innerlich: immer größere Schwäche der Menschen. Die Ereignisse als Excitantien. Der Pariser als das europäische Extrem.

Consequenz.

1) Die Barbaren,

zuerst natürlich unter der Form der bisherigen Cultur (z. B. Dühring)

2) Die souveränen Individuen (wo barbarische Kraft-Mengen und die Fessellosigkeit in Hinsicht auf alles Dagewesene sich kreuzen)

Zeitalter der größten Dummheit, Brutalität und Erbärmlichkeit der Massen und der höchsten Individuen.

24 [26]

Im Innersten: nicht wissen, wohinaus? Leere.

Versuch, mit Rausch darüber hinwegzukommen.

Rausch als Musik
Rausch als Grausamkeit im tragischen Genuß des Zugrundegehens des Edelsten.
Rausch als blinde Schwärmerei für einzelne Menschen (oder Zeiten) (als Haß usw.)

Versuch, besinnungslos zu arbeiten, als Werkzeug der Wissenschaft.

das Auge offen machen für die vielen kleinen Genüsse z. B. auch als Erkennender. Bescheidenheit gegen sich.

die Bescheidung über sich zu generalisiren, zu einem Pathos

die Mystik, der wollüstige Genuß der ewigen Leere.

die Kunst um ihrer selber willen “le fait,” das “reine Erkennen” als Narcosen des Ekels an sich selber.

irgendwelche beständige Arbeit, irgend ein kleiner dummer Fanatismus

das Durcheinander aller Mittel—Krankheit durch allgemeine Unmäßigkeit. (Die Ausschweifung tödtet das Vergnügen.)

1) Willensschwäche als Resultat.

2) extremer Stolz und die Demüthigung kleinlicher Schwäche im Contrast gefühlt.

24 [27]

Moral für Moralisten.

1 Wenig Wissen um unsere Wirkungen
falsche Voraussetzungen über unsere Beweggründe
2 Wechsel der moralischen Namen; das Nichtsehenwollen bei den Guten.
3 Motive der Moralisten, Selbst-Erkenner, Beichtiger usw.
4 Gesundheit und Krankheit und ihr Ausdruck bei Guten und Bösen. Der Leib als Lehrmeister. Die Moral als Zeichensprache.
5 Böse als organische Funktion. Die Guten als Entartung, Stehenbleiben usw. “Altruismus.”
6 Gewissen der Gemeinde und des Einzelnen. Zuletzt der Einzelne als Mehrheit.
7 Die Zukunft der Moralität. Die Religionen.

24 [28]

Meine Neuerungen.

Weiter-Entwicklung des Pessimismus

der Pessimismus des Intellects.

die moral Kritik, Auflösung des letzten Trostes

Erkenntniss der Zeichen des Verfalls

umschleiert durch Wahn jedes starke Handeln

die Cultur isolirt, ungerecht, dadurch stark

1.) Mein Anstreben gegen den Verfall und die zunehmende Schwäche der Persönlichkeit. Ich suchte ein neues Centrum.

2.) Unmöglichkeit dieses Strebens erkannt!

3.) Darauf ging ich weiter in der Bahn der Auflösung,—darin fand ich für Einzelne neue Kraftquellen. Wir müssen Zerstörer sein! — —

ich erkannte, dass der Zustand der Auflösung, in der einzelne Wesen sich vollenden können wie nie—ein Abbild und Einzelfall des allgemeinen Daseins ist. Theorie des Zufalls, die Seele ein auslesendes und sich nährendes Wesen äusserst klug und schöpferisch fortwährend (diese schaffende Kraft gewöhnlich übersehn! nur als “passiv” begriffen)

ich erkannte die active Kraft das Schaffende inmitten des Zufälligen

— Zufall ist selber nur das Aufeinanderstossen der schaffenden Impulse

Gegen die lähmende Empfindung der allgemeinen Auflösung und Unvollendung hielt ich die ewige Wiederkunft!

24 [29]

Furcht vor dem Tode als Europäische Krankheit.

Furcht leicht anzuzüchten,

sogar den dummen Fischen

Heerdenthiere hauptsächlich furchtsam,

fein im Hören von Noth-Signalen.

Moral-Urtheile (Furcht und Abneigung) sehr verschieden früh eingetrichtert. Die Art gegen andre Urtheile einzunehmen, allen Lehrern der Tugend gemeinsam.

24 [30]

Die Skepsis mit den heroischen Gefühlen verknüpfen

Skepsis der Schwäche und die des Muthes

Einen Menschen ohne Moral imaginiren, der überall auch das entgegengesetzte Urtheil hervorruft

Napoleon.

24 [31]

Mitleid und Liebe zur Menschheit als Entwicklung des Geschlechtstriebes.

Gerechtigkeit als Entwicklung des Rachetriebes.

Tugend als Lust am Widerstande, Wille zur Macht.

Ehre als Anerkennung des Ähnlichen und Gleichmächtigen.

der Widerwille gegen die berechnenden Frösche

Alle Tugenden physiologische Zustände namentlich die organischen Hauptfunktionen als nothwendig, als gut empfunden.

Alle Tugenden sind eigentlich verfeinerte Leidenschaften und erhöhte Zustände.

24 [32]

Unfreiheit oder Freiheit des Willens? Es giebt keinen Willen.

Das Individuum ist etwas ganz Neues und Neuschaffendes.

24 [33]

Das Individuum ist etwas Absolutes, alle Handlungen ganz sein eigen.

Die Werthe für seine Handlungen entnimmt er zuletzt doch sich selber: weil er auch die überlieferten Worte sich ganz individuell deuten muß. Die Auslegung der Formel ist mindestens persönlich, wenn er auch keine Formel schafft: als Ausleger ist er immer noch schaffend.

24 [34]

Alle Handlungen müssen erst mechanisch als möglich vorbereitet sein, bevor sie gewollt werden. Oder: der “Zweck” tritt im Gehirn zumeist erst auf, wenn alles vorbereitet ist zu seiner Ausführung. Der Zweck ein “innerer” “Reiz”—nicht mehr.

Es giebt keinen “Willen”: das ist nur eine vereinfachende Conception des Verstandes, wie “Materie.”

24 [35]

Unsre Sinnesorgane als Ursachen der Außenwelt? Aber sie selber sind ja auch erst Wirkungen unsrer “Sinne.”— Unser Bild vom Auge ist ein Erzeugniß des Auges.

24 [36]

1) Es giebt keinen Stoff—kein Atom p. 53

2) Es giebt keinen Raum. (Das Vorurtheil der “Leere von Stoff” hat erst die Annahme von Räumen geschaffen.

3) Ursache und Wirkung giebt es auch nicht. Sondern: wenn hier eine Spannung eintritt, so muß in der ganzen übrigen Welt eine Entspannung eintreten. (Daß die Spannung eintritt, ist wieder die “Folge” einer Entspannung anderswo.) Aber unmöglich kann es ein Nacheinander sein: sondern zugleich nimmt hier die Spannung zu, und dort die Spannung ab. Die Vorgänge, die wirklich miteinander zusammenhängen, müssen absolut gleichzeitig verlaufen. Wir nehmen einen einzelnen Punkt heraus als “Wirkung” z. B. das Fallen eines Menschen bei einem Schusse. Aber das ist eine ungeheure Kette zusammenhängender “Wirkungen.” Wenn Zeit nöthig wäre, zur “Wirkung,” so gäbe es ein plus ohne das dazugehörige minus, mindestens für Augenblicke: d. h. die Kraft wäre bald mehr bald weniger

Vogt p. 654

wir haben einen lebendigen Rhythmus vorauszusetzen, nicht Ursache und Folge!

4) wir dürfen kein Erschaffen annehmen, weil mit diesem “Begriff” sich nichts begreifen läßt. Kraft, die nicht da ist, plötzlich aus dem Nichts schaffen: das ist gar keine Hypothese! (gegen Vogt S.2 usw.)

5) Wir können aus den “moralischen Trieben” des Menschen die Entstehung des Organismus erkennen, von diesem werdenden Vorgang zurückschließen auf das Werden der niedersten Organismen. Moral-Triebe sind die Geschichte von Selbstregulirung und Funktions-Bildung eines Ganzen (Staat Gemeinde): wie wird der Einzelne zum Gefühl der Funktion gebracht?

Das Individuum ist ein Ei. Colonie-Bildung ist die Aufgabe jedes Individuums

24 [37]

Omnia naturalia facienti sunt indifferentia, sed abstinenti vel neganti bona aut mala.

10, 24[1-37] Winter 1883-84

24 [1]

That it is difficult to get close to the Greeks, that one even feels more distant from them after having observed them for a long time: this is the statement and the very personal sigh with which I wish to begin my reflection on the Greeks as connoisseurs of human nature. One can live for a good while in the opposite belief

and we learn that our astonishment is even more instructive than our feeling of familiarity

perhaps a Greek would feel an impiety against nature, a lack of shame, in the way we have dug deep to discover the human being. Conversely, we are astonished—; to hear “when knowledge is there, action must follow” and that virtue should be happiness, this sounds so strange and incredible to us that we look to see if it is not said just for fun. It is as if they had given the intellect an extra skin.

24 [2]

philosophical aftereffect of antiquity

— “purpose”

— God and man (the standpoint before Copernicus)

— pleasure as motive

— logic, the overestimation of consciousness.

— the soul

there is as little “thing in itself” as there can be “absolute knowledge.”

In place of fundamental truths, I posit fundamental probabilities—provisionally assumed guidelines by which one lives and thinks

these guidelines not arbitrary, but corresponding to an average of habituation.

Habituation is the consequence of a selection made by my various affects, all of which thereby felt well and wanted to preserve themselves.

24 [3]

to consider the creative power how much it sacrifices from the organism (often destructive)

how it, making pregnant, transforms another organism and brings it into great danger.

The degrees of creative power

1) the actor, making a figure from himself, e.g. la Faustin
2) the poet
the sculptor
the painter
3) the teacher—Empedocles
4) the conqueror
5) the lawgiver (philosopher)

everywhere the type can still be found, except on the lowest levels: the history of suffering and joy has not yet been demonstrated. The false positions, e.g., the philosopher, positioning himself outside—but this is only a temporary state and necessary for gestation.

24 [4]

The Eternal Recurrence.
A Book of Prophecy.

1. Presentation of the doctrine and its theoretical prerequisites and consequences.
2. Proof of the doctrine.
3. Presumed consequences of believing it (it causes everything to break open)
a) Means to endure it
b) Means to eliminate it
4. Its place in history as a center.
Time of greatest danger.
Establishment of an oligarchy over the peoples and their interests: education toward a pan-human politics.
Counterpart to Jesuitism
.

24 [5]

On the origin of logic

original chaos of ideas

the ideas that were compatible with each other remained—the greatest number perished—and continue to perish.

Creating—as selecting and finishing what is selected. (In every act of will, this is the essential

24 [6]

With regard to German culture, I have always had a feeling of decline.

this has often made me unfairly biased against the entire phenomenon of European culture, that I came to know a declining species.

Kant's senile and Chinese-like music is dying away,

The Germans always come late: they carry something into the depths, e.g.

Dependence on foreign countries (very polyphonic!): e.g. Kant

—Rousseau—Sensualists Hume—Swedenborg

Schopenhauer—Indians and Romanticism, Voltaire.

Wagner—French cult of the horrible and grand opera, Paris and flight into primitive states. (sister-marriage

Law of the latecomers (province to Paris, Germany to France,

just as precisely Germans discovered the Greek

the more one develops a drive, the more attractive it becomes to plunge into its opposite once.

Style of decay in Wagner: the individual turn becomes sovereign, subordination and integration become accidental. Bourget p 25.

24 [7]

the two greatest (discovered by Germans) philosophical viewpoints

that of becoming, of development

that according to the value of existence (but first to overcome the wretched form of German pessimism!

brought together by me in a decisive way

everything becomes and returns eternally

escaping is not possible!

Suppose we could judge the value, what follows from that?

the thought of W as a selecting principle, in the service of power (and barbarism!!)

Maturity of mankind for this thought.

Enlightenment about the fact that there is no thing in itself and

The
great
Negations
.
 1)
2)
3)
there is no knowledge in itself!
no good and evil in itself!
no purpose and no origin!

The essence of the organic is the most inoffensive concept.

Purposes as accompanying phenomena of needs. Also the philosophies: our need is now to demoralize the world: otherwise one could no longer live. The absolute "unfreedom of the W" arouses, morally interpreted, disgust.

24 [8]

Regarding the aspect of the feeling of power, people differ in

A) The wretched: those for whom the smallest satisfactions suffice. The vain, also the “good.”
B) the unsatisfied, who seek satisfaction from external sources
C) Those who believe themselves to be powerful
D) etc.

24 [9]

Psychology of Error

When we do something, a feeling of power arises, often even before the act, at the thought of what is to be done (as when facing an enemy, an obstacle, which we believe ourselves equal to): always accompanying. We instinctively assume that this feeling of power is the cause of the action, that it is “the power.” Our belief in causality is the belief in power and its effect; a projection of our experience; whereby we identify power and the feeling of power.— Yet nowhere does power move things; the perceived power “does not set the muscles in motion.” “We have no conception, no experience of such a process.”— “We experience just as little how power, as the mover, the necessity of a movement.” Power is supposed to be the compelling force!“We only learn that one thing follows another—we experience neither compulsion nor arbitrariness in the fact that one follows the other.” Causality is only created by projecting compulsion into the sequence of events. A certain “understanding” arises from this, i.e., we have humanized the process, made it more “familiar”: the familiar is the habitual familiarity of human enforcement associated with a sense of power.

24 [10]

“Necessity can indeed also mean ‘whenever A occurs, B will follow.’ Degree of probability (certainty) with which the occurrence of the consequence may be expected. This certainty is based on experience: B has always followed A, never has a non-B followed A. Conceptual support is provided by the fact that consequential processes that are of the same kind as AB are drawn upon to establish the certainty of the sequence of A and B.”

“The sensation of force cannot arise from motion either. Sensation in general cannot arise from motion.

Only apparent experience speaks for this: in a substance (brain), sensation is produced by transmitted motion (stimuli).But generated? Would it be proven that sensation does not yet exist there at all? so that its emergence would have to be understood as a creative act of the movement that has occurred? The sensationless state of this substance is only a hypothesis! not an experience! — Sensation therefore property of the substance: there are sentient substances.”

“Do we learn of certain substances that they do not have sensation? No, we only do not learn that they have any. It is impossible to derive sensation from the non-sentient substance.”— Oh the haste!

24 [11]

“I want to go”: but 1) I must go, and the wanting is merely incidental, which does not produce any movement at all, an image beforehand. 2) This image is incredibly crude and indeterminate compared to what happens; it is conceptual and entirely general, so that countless realities can be subsumed under it. Thus, it cannot be the cause of the event.— To eliminate purposes.

24 [12]

When the officer commands “present arms,” the soldiers do it. He commands, and they now want to. In reality, what they now do is, for each person, something different: but to crude organs it looks the same. Whoever acts according to purposes often finds them fulfilled: i.e., he sees crudely and does not know the actual occurrence at all. That the world of occurrence corresponds to our imperfect image of the occurrence, coincides with it, is the belief of the purpose-teachers. The less knowledge, the easier it is to maintain the belief.

24 [13]

“There had to come a point in the development of thought where it became conscious that what was called the properties of things were sensations of the sensing subject: with that, the properties ceased to belong to the thing. What remained was the “thing in itself.” The distinction between the thing in itself and the thing for us was based on the older naive perception that attributed energy to the thing: but analysis showed that force, too, had been imagined into it, and likewise—substance. “Does the thing affect a subject?” The root of the concept of substance lies in language, not in what is outside us! The thing in itself is not a problem at all!”

Being is to be thought of as sensation, to which nothing non-sensational underlies.

In motion, no new content of sensation is given.

The being cannot be content-wise movement: thus form of being.

NB. The explanation of the event can be attempted in two ways: first, through the conception of images of the event that precede it (purposes); second, through the conception of images that follow it (the mathematical-physical explanation).

One should not confuse the two. Thus: the physical explanation, which is the visualization of the world from sensation and thought, cannot itself derive and create sensation and thought again; rather, physics must also consistently construct the sensing world consequent as without sensation and purposes—up to the highest human being. And the teleological is only a history of purposes and never physical!

24 [14]

A plurality of forces, connected through a common nutritional process, we call “life.” To this nutritional process, as a means of its enablement, belongs all so-called feeling, imagining, thinking, i.e., 1) a resistance against all other forces 2) a shaping of them according to forms and rhythms 3) an assessment in regard to incorporation or separation.

1. Man is a form-creating creature.

Man believes in “being” and in things because he is a form- and rhythm-creating creature.

The shapes and forms that we see and in which we believe we have the things are all not present.

We simplify ourselves and connect any "impressions" through figures that we create.

Whoever closes their eyes discovers that a form-shaping drive is constantly practicing, and that countless things are attempted that have no reality.

2. Man is a rhythm-forming creature. He places all events into these rhythms; it is a way to master the "impressions."

3. Man is a resisting force: in relation to all other forces

His means of nourishing himself and appropriating things is to bring them into "forms" and rhythms: comprehension first only creation of "things." Knowledge a means of nourishment.

24 [15]

Science does not ask what drove us to this will: it rather denies that anything was willed and believes that something entirely different happened—briefly, that the belief in will and purposes is an illusion. It does not inquire about the motives of the action, as if these had been present in our consciousness before the action: instead, it first dissects the action into a mechanical group of phenomena and seeks the prehistory of this mechanical movement—but not in feeling, sensing, or thinking. Therefore, it can never take the explanation: sensation is precisely its material, the thing to be explained.— Its problem is precisely: to explain the world without resorting to sensations as causes: for that would mean: to regard sensations as the causes of sensations. Its task is absolutely not solved.

So: either no will—the hypothesis of science—or free will. The latter assumption is the prevailing feeling from which we cannot free ourselves, even if the hypothesis were proven.

The popular belief in cause and effect is built on the premise that free will is the cause of every effect: only here do we have the feeling of causality. Thus, this also includes the feeling that every cause is not an effect, but always first a cause—if the will is the cause. “Our acts of will are not necessary”—this lies in the concept of “will.” The effect is necessary after the cause—this is how we feel.— It is a hypothesis that even our willing in every case is a must. But willing: = purpose-willing. Purpose contains a valuation. Where do valuations come from?

Is a fixed norm of "pleasant and painful" the foundation?

But in countless cases we make something painful by placing our valuation into it.

Scope of moral valuations: they are almost involved in every sensory impression. The world is colored for us thereby.

We have placed the purposes and values into it: we have thereby an enormous latent power mass within us: but in the comparison of values, it emerges that the opposite was considered valuable, that many tables of goods existed.

thus nothing "in itself" valuable

in the analysis of individual tables of goods, their establishment emerged as the establishment of conditions of existence for limited groups (and often erroneous ones): for preservation.

when considering the present human beings, it turned out that we employ very different value judgments, and that there is no longer any creative power in them—the foundation: “the condition of existence” is now lacking in moral judgment. It is much more superfluous, it is far less painful.— It becomes arbitrary. Chaos.

Who creates the goal that remains above humanity and also above the individual? Formerly, one wanted to preserve with morality. But no one wants to preserve anymore, there is nothing left to preserve. Thus, an experimental morality, to give oneself a goal.

Species-preserving

24 [16]

On the Origin of Our
Valuations
.

We can spatially dissect our body, and then we obtain the same conception of it as of the stellar system, and the difference between organic and inorganic no longer strikes the eye.

Hymn to Valuation.

Formerly, one explained the movements of the stars as effects of purposeful beings: this is no longer necessary, and in regard to bodily movement and change, one has long since ceased to believe that purpose-setting consciousness suffices. The vast majority of movements have nothing to do with consciousness: nor with sensation. Sensations and thoughts are something extremely minor and rare in relation to the countless events occurring every moment.Conversely, we perceive that a purposefulness prevails in the smallest events, which our best knowledge cannot comprehend—a providence, a selection, a bringing together, a making good again, etc. In short, we encounter an activity that would have to be attributed to an immeasurably higher and overarching intellect than the one of which we are conscious. We learn to think less highly of all that is conscious: we unlearn holding ourselves responsible for our self, since we, as conscious, purpose-setting beings, are only the smallest part of it. Of the numerous influences in every moment—for example, air, electricity—we perceive almost nothing: there could be enough forces that, although they never come to our perception, continually influence us.Pleasure and pain are very rare and sparse phenomena compared to the countless stimuli that one cell, one organ exerts on another cell, another organ.

It is the phase of the modesty of consciousness. Ultimately, we understand the conscious self only as a tool in the service of that higher, overarching intellect: and here we may ask whether all conscious willing, all conscious purposes, all valuations are perhaps only means by which something essentially different is to be achieved than what appears within consciousness.We mean: it is about our pleasure and displeasure, but pleasure and displeasure could be means by which we have something to accomplish that lies outside our consciousness. It is to be shown how much everything conscious remains on the surface: how action and the image of the action are different, how little one knows of what precedes an action: how fantastic our feelings of “freedom of the will,” “cause and effect” are: how thoughts are only images, how words are only signs of thoughts: the unfathomability of every action: the superficiality of all praise and blame: how essential invention and imagination are, in which we live consciously, how in all our words we speak of inventions (affects too), and how the connection of the Mass is based on a transmissionand the continuation and further development of these inventions is based on: while in essence the real connection (through procreation) follows its unknown path. Does this belief in shared inventions truly change people? Or is the entire system of ideas and values merely an expression itself of unrecognized changes? Does there really exist will, purposes, thoughts, values? Is perhaps all conscious life merely a reflection? And even when valuation seems to determine a person, does something entirely different happen at its core? In short: suppose it were possible to explain the purposefulness in the workings of nature without assuming a purpose-setting ego: could it ultimately be that even our purpose-setting, our willing, etc., is merely a sign language for something essentially different—namely, the non-willing and unconscious?Only the finest semblance of that natural purposiveness of the organic, but nothing different from it?

And in short: perhaps the entire development of the spirit is about the body: it is the tangible becoming history of how a higher body is forming. The organic still ascends to higher levels. Our hunger for knowledge of nature is a means by which the body seeks to perfect itself. Or rather: hundreds of thousands of experiments are being conducted to alter the body’s nutrition, habitat, and way of life: consciousness and valuations within it, all kinds of pleasure and displeasure are signs of these changes and experiments. In the end, it is not about humanity at all: it is to be overcome.

24 [17]

In the origin of organisms, he imagines to be present: what has been perceptible to the eyes and touch in this process? What can be expressed in numbers? What rules are evident in the movements? Thus: man wants to arrange all events as a happening for the eye and touch, consequently as movements: and wants to find formulas to simplify the enormous mass of these experiences. Reduction of all events to the sensory man and mathematician.

It is a matter of an inventory of human experiences: assuming that man, or rather the human eye and conceptual capacity, has been the eternal witness of all things.

24 [18]

Science—so far it has been the elimination of the complete confusion of things through hypotheses that “explain” everything—thus out of the intellect’s aversion to chaos.— This same aversion seizes me when I contemplate myself: I would like to visualize the inner world through a schema as well and rise above the intellectual confusion. Morality was such a simplification: it taught man as known, as familiar.— Now we have destroyed morality—we ourselves have become completely obscure again!I know that I know of myself nothing. Physics reveals itself as a blessing for the mind: science (as the path to knowledge) acquires a new charm after the elimination of morality—and because we find here alone consistency, we must arrange our lives to preserve it. This yields a kind of practical reflection on our conditions of existence as those who seek knowledge.

24 [19]

Morality of truthfulness in the herd. “You shall be recognizable, express your inner self through clear and constant signs—otherwise you are dangerous: and if you are evil, the ability to disguise yourself is the worst thing for the herd. We despise the secretive and unrecognizable.— Consequently, you must consider yourself recognizable, you must not be hidden to yourself, you must not believe in your changeability.” Thus: The demand for truthfulness presupposes the recognizability and constancy of the person. In fact, it is the task of education to bring the herd member to a specific belief about the nature of man: it first creates this belief and then demands “truthfulness” on that basis.

24 [20]

The belief in “affects.” Affects are a construction of the intellect, a fiction of causes that do not exist. All bodily common sensations that we do not understand are intellectually interpreted, i.e., a reason is sought to explain why one feels this way or that, in people, experiences, etc.something harmful, dangerous, foreign is posited as if it were the cause of our displeasure: in fact, it is added to the displeasure for the sake of the thinkability of our condition.— Frequent rushes of blood to the brain with the feeling of suffocation are interpreted as anger: the people and things that provoke our anger are triggers for the physiological state.—Subsequently, through prolonged habituation, certain processes and common sensations become so regularly associated that the sight of certain processes evokes that state of common sensation and specifically brings about that blood congestion, seminal excitation, etc.: thus through proximity: "the affect is aroused," we then say.

In "pleasure" and "displeasure," there are already judgments: the stimuli are distinguished according to whether they are conducive to the feeling of power or not.

24 [21]

The Belief in the Will. It is a belief in miracles to posit a thought as the cause of a mechanical movement. The consequence of science demands that, after we have made the world conceivable to ourselves in little images, we also make the affects, desires, will, etc., conceivable to ourselves, i.e., deny them and treat them as errors of the intellect.

24 [22]

The abusive element only came into punishment in such a way that certain penalties were linked to contemptible people (slaves, for example). Those who were punished the most were contemptible people, and eventually there was something abusive in punishment. —

24 [23]

We find as the strongest and most continually practiced on all levels of life the thinking, in every perceiving and apparent suffering as well! Clearly, it thereby becomes the most powerful and most demanding and in the long run tyrannizes all other forces. It finally becomes “the passion in itself.”

24 [24]

so would selflessness be promotion of wickedness. Virtue would be folly and self-contradiction. Whoever wanted to make people better could not do it with the means of his goodness, but in resisting his benevolent inclinations.

24 [25]

the highest fairness and mildness as a state of weakening (the New Testament and the early Christian community)

(as full bêtise among the English Darwin, Wallace showing itself).

Your fairness, you higher natures, drives you to universal suffrage etc., your “humanity” to mildness toward crime and stupidity. In the long run you thus bring stupidity and the unscrupulous to victory.

(Comfort and stupidity—middle) (e.g., Bismarck —

Externally: era of enormous wars, upheavals, explosions

Internally: ever greater weakness of mankind. The events as excitants. The Parisian as the European extreme.

Consequence.

1) The barbarians,

first naturally in the form of the previous culture (e.g., Dühring)

2) The sovereign individuals (where barbaric quantities of power and unfetteredness with regard to everything past intersect)

Age of the greatest stupidity, brutality, and wretchedness of the masses and the highest individuals.

24 [26]

At the core: not knowing where to go? Emptiness.

Attempt to overcome it with intoxication.

Intoxication as music
Intoxication as cruelty in the tragic enjoyment of the destruction of the noblest.
Intoxication as blind enthusiasm for individual people (or eras) (as hatred, etc.)

Attempt to work mindlessly, as a tool of science.

opening the eye to the many small pleasures, e.g., also as one who recognizes. Humility toward oneself.

the decision to generalize about oneself, to a pathos

the mysticism, the voluptuous enjoyment of eternal emptiness.

art for its own sake “le fait,” the “pure cognition” as narcosis of disgust at itself.

some constant work, some small stupid fanaticism

the confusion of all means—illness through general excess. (Excess kills pleasure.)

1) Weakness of will as a result.

2) extreme pride and the humiliation of petty weakness felt in contrast.

24 [27]

Morality for Moralists.

1 Little knowledge of our effects
false assumptions about our motives
2 Change of moral names; the unwillingness to see among the good.
3 Motives of moralists, self-knowers, confessors, etc.
4 Health and illness and their expression in the Good and the Evil. The body as teacher. Morality as sign language.
5 Evil as an organic function. The Good as degeneration, stagnation, etc. “Altruism.”
6 Conscience of the community and the individual. Ultimately, the individual as a majority.
7 The future of morality. The religions.

24 [28]

My Innovations.

Further Development of Pessimism

the pessimism of the intellect.

the moral critique, dissolution of the last consolation

recognition of the signs of decay

veiled by delusion, every strong action

culture isolated, unjust, thereby strong

1.) My striving against decay and the increasing weakness of personality. I sought a new center.

2.) Impossibility of this striving recognized!

3.) Thereupon I continued on the path of dissolution,—therein I found for individuals new sources of strength. We must be destroyers! — —

I recognized, that the state of dissolution, in which individual beings can fulfill themselves as never before—an image and individual case of general existence is. Theory of chance, the soul a selective and nourishing being extremely clever and creative continually (this creative power usually overlooked! only understood as “passive”)

I recognized the active power the creative amidst the accidental

— chance itself is only the collision of creative impulses

Against the paralyzing sensation of general dissolution and incompletion, I held the eternal recurrence!

24 [29]

Fear of death as European sickness.

Fear easy to cultivate,

even in the stupid fish

herd animals mainly fearful,

fine in hearing distress signals.

Moral judgments (fear and aversion) very differently instilled early. The way against other judgments, common to all teachers of virtue.

24 [30]

Linking skepticism with heroic feelings

Skepticism of weakness and that of courage

Imagining a person without morals, who everywhere also evokes the opposite judgment

Napoleon.

24 [31]

Compassion and love for humanity as a development of the sexual drive.

Justice as a development of the drive for revenge.

Virtue as pleasure in resistance, will to power.

Honor as recognition of the similar and equally powerful.

the aversion to the calculating frogs

All virtues are physiological states, especially the organic main functions felt as necessary, as good.

All virtues are actually refined passions and elevated states.

24 [32]

Unfreedom or freedom of the will? There is no will.

The individual is something entirely new and newly created.

24 [33]

The individual is something absolute, all actions entirely his own.

The values for his actions he ultimately derives from himself: because he must also interpret the handed-down words entirely individually. The interpretation of the formula is at least personal, even if he does not create a formula: as an interpreter he is still creative.

24 [34]

All actions must first be mechanically prepared as possible before they are willed. Or: the “purpose” arises in the brain mostly only when everything is prepared for its execution. The purpose an “internal” “stimulus”—no more.

There is no “will”: that is only a simplifying conception of the intellect, like “matter.”

24 [35]

Our sense organs as causes of the external world? But they themselves are also only effects of our “senses.”— Our image of the eye is a product of the eye.

24 [36]

1) There is no substance—no atom p. 53

2) There is no space. (The prejudice of the “emptiness of substance” first created the assumption of spaces.

3) Cause and effect do not exist either. Rather: if a tension arises here, then must in the entire rest of the world a relaxation occur. (That the tension arises is again the “consequence” of a relaxation elsewhere.) But impossible can it be a sequence: rather simultaneously here the tension increases, and there the tension decreases. The processes that are truly interconnected must proceed absolutely simultaneously. We single out an individual point as “effect,” e.g., a person falling when shot.But this is an enormous chain of interconnected "effects." If time were necessary for the "effect," then there would be a plus without the corresponding minus, at least for moments: i.e., the force would be more or less

Vogt p. 654

we must assume a living rhythm, not cause and effect!

4) we must not assume any creation, because nothing can be comprehended with this "concept."Creating force that isn't there, suddenly from nothing: that isn't even a hypothesis! (against Vogt p. 2 etc.)

5) From the "moral drives" of humans, we can recognize the emergence of the organism, inferring back from this developmental process to the becoming of the lowest organisms. Moral drives are the history of self-regulation and function-formation of a whole (state, community): how is the individual brought to the feeling of function?

The individual is an egg. Colony-formation is the task of every individual

24 [37]

All natural things are indifferent to the one who acts, but to the one who abstains or denies, they are good or evil.

×